Burkina Faso: P220030

Graduation-Projekt ermöglicht Vertriebenen wirtschaftliche Eigenständigkeit und ein würdevolles Leben

 
 

Kontext und Problemstellung

Burkina Faso sieht sich einer schweren und äusserst vielschichtigen Krise gegenüber. Naturkatastrophen, die Folgen des Klimawandels, die Zunahme von Terroranschlägen, Ressourcenkonflikte und Spannungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften haben eine hohe Zahl intern Vertriebener (IDPs) zur Folge. Im März 2022 wurden mehr als 1,9 Millionen IDPs gezählt. Die mit diesen Fluchtbewegungen entstehende Drucksituation bekommen auch die Gastgemeinschaften zu spüren, entbrennt doch dadurch ein gnadenloser Wettbewerb um die vorhandenen natürlichen Ressourcen. Die fehlende Stabilität in der Region hat auch negative Folgen für die Erwerbstätigkeit und hemmt lokale Entwicklungsinitiativen. Für die Vertriebenen gibt es kaum

Zukunftsperspektiven und nur wenig Aussicht auf eine baldige Rückkehr in ihre Herkunftsorte. Diese Menschen sowie auch die Gastfamilien haben daher einen wachsenden Unterstützungsbedarf. Es geht nun darum, im Rahmen des «Triple-Nexus»-Ansatzes sowohl kurz- wie auch langfristige Lösungen zu finden und dabei stets auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Auge zu behalten.

Das Bevölkerungswachstum aufgrund der Migration rund um Kaya stellt die lokalen Behörden sowohl in Bezug auf die Auslastung der Infrastruktur wie auch die Versorgungssituation vor grosse Herausforderungen. Dieses Projekt basiert auf dem Graduation Approach («Stufen-» oder «Graduierungsansatz») und zielt darauf ab, die ärmsten und vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen dahingehend zu unterstützen, dass sie sich selbst schrittweise aus der Armut befreien können.

 

Unsere Ziele

Ziel des Projekts ist es, die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Vertriebenen zu fördern und den Druck auf die Gastgemeinschaften zu mindern, indem man die Menschen in ihrer eigenständigen Suche nach Lösungen unterstützt. So sollen sie schrittweise selber aus der Armut finden und sich eine nachhaltige Existenzgrundlage aufbauen können, die ihre Resilienz stärkt. Mit Blick auf die Vertriebenen werden die folgenden konkreten Ziele verfolgt: 1.) Förderung der Einkommensmöglichkeiten und Sicherung der Lebensgrundlagen; 2.) Stärkung des Sicherheitsgefühls im Hinblick auf einen vollumfänglichen Genuss der Menschenrechte.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt ermöglicht es den Opfern gewaltsamer Vertreibung, sich eine neue Existenz- und damit auch Lebensgrundlage aufzubauen und ihre Würde zurückzuerlangen. Die Aktivitäten im Rahmen des Projekts umfassen individuelles, intensives Coaching, Ausgabenunterstützung, finanzielle Bildung und Zugang zu Sparmöglichkeiten, Soft-Skill- und technische Schulungen sowie Sachleistungen oder Unterstützung für eine Lohnarbeit. Auf diese Weise können die Teilnehmenden die Resilienz, das sozioökonomische Wachstum und die Entwicklung der Gemeinschaft nachhaltig stärken, wodurch sich schliesslich der Druck auf die natürlichen Ressourcen und die Spannungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften verringern. Da in der Regel die Frauen für die Haushaltsführung – einschliesslich Kindererziehung und Nahrungsmittelsicherheit – zuständig sind, wird man mit der Stärkung der Rolle der Frau einen Multiplikatoreffekt erzielen. Die Programmteilnehmenden werden anhand von Kriterien wie Vulnerabilität (nicht Status) innerhalb der von Vertreibung betroffenen Gemeinschaften ausgewählt, wobei man Aspekte wie Geschlecht, Behinderung und Marginalisierung berücksichtigt.

 

Themen und Ansätze

Das Projekt ist auf die Bereiche Migration und Einkommen ausgerichtet und verfolgt das Ziel, die Lage der IDPs und der Gastgemeinschaften zu verbessern. Man stützt sich dabei auf den Graduation Approach. Bei diesem Ansatz handelt es sich um ein abgestuftes, zeitgebundenes Leistungspaket, das soziale und ökonomische Interventionen kombiniert, die den ärmsten Bevölkerungsgruppen zugutekommen. Der Graduation Approach zielt darauf ab, die Resilienz der Teilnehmenden zu stärken und ihnen den eigenständigen Aufbau einer nachhaltigen Existenzgrundlage zu ermöglichen. Er orientiert sich somit am «Tripple-Nexus»-Ansatz, der sowohl kurzfristige «humanitäre» Massnahmen zur Deckung des unmittelbaren Bedarfs, langfristige «Entwicklungs»-Massnahmen zur Verbesserung der Resilienz sowie «Friedensförderungs»-Massnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in sich vereint.

Zur Umsetzung des Projekts wurde ein Konsortium gebildet, das Synergien nutzt und auf Komplementarität setzt: Caritas Schweiz sorgt für die Kohärenz und Qualität der Interventionen, einschliesslich der Koordination der Begleitmassnahmen. Für die Umsetzung der Aktivitäten ist die lokale Partnerorganisation «Action pour la Promotion des Initiatives Locales (APIL)» zuständig. Und technische Unterstützung leisten «The BOMA Project», das die korrekte Umsetzung überwacht, sowie die «Fondation Hirondelle», die sich um die Kommunikation und die Sensibilisierung für Schutzmechanismen kümmert.

 

Projekt P220030

Thema
Migration und Einkommen


Projektdauer
01.07.2022 bis 30.06.2024


Budget
 1 906 408 Schweizer Franken


Projektgebiete
Die Region Zentrum-Nord von Burkina Faso: Ortschaften rund um die Stadt Kaya, wo sich die meisten IDPs (36 %) aufhalten und das Armutsniveau höher ist als im Rest des Landes.


Zielgruppen
3’000 Teilnehmende aus den IDP- und Gastgemeinschaften (21’000 direkt Begünstigte)


Finanziert durch
DEZA

 

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