

Vulnerable Haushalte mit Unternehmertum und Marktintegration aus der extremen Armut führenbeendet
Überblick
Einkommen und Migration
1'542'023 Schweizer Franken
01.07.2022 - 31.12.2024
Äthiopien, Oromia Region, Borana Zone
3'000 von extremer Armut betroffene Menschen mit dem Fokus auf Frauen in ländlichen Gebieten Südäthiopiens. Wobei ihre ca. 18'000 Familienangehörigen ebenfalls vom Projekt begünstigt werden.
P220043
Projekt im Detail
Mit mehr als 112 Millionen Menschen ist Äthiopien das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Gleichzeitig ist Äthiopien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 850 Dollar eines der ärmsten Länder, obwohl seine Wirtschaft das schnellste Wachstum in der Region verzeichnet. Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen, denn in den ländlichen Regionen ist die Landwirtschaft für bis zu 80 Prozent der Bevölkerung weiterhin die Haupteinnahmequelle. Insbesondere die ländlich geprägten und von pastoralistischen und agropastoralistischen Gemeinden besiedelten Gebiete im südlichen Äthiopien stehen vor komplexen Herausforderungen.
Die Region weist in vielen Bereichen die niedrigsten sozioökonomischen Werte des Landes auf. Dazu gehören u.a. die Gleichstellung der Geschlechter, die Alphabetisierungsrate, der Zugang zu Bildung, Wasser, sowie die Ernährungssicherheit.
Während die negativen Auswirkungen von COVID-19 und des Klimawandels in allen Gemeinschaften der Region zu spüren sind, sind Frauen und Jugendliche unverhältnismässig stark betroffen. Schon vor der Pandemie war die Armut in Haushalten mit weiblichem Haushaltsvorstand, die ein Viertel aller Haushalte ausmachen, besonders gross. Obwohl Frauen entscheidend zum Lebensunterhalt der pastoralen Haushalte beitragen, haben sie kaum Zugang zu Informationen und Finanzdienstleistungen und nur begrenzte Kontrolle über Ressourcen.
Dieses längerfristige Projekt zielt darauf ab, Frauen und Haushalte in pastoralen und agropastoralen Gemeinden in Südäthiopien dahingehend zu unterstützen, dass sie aus der extremen Armut herauskommen und widerstandsfähiger werden. Dabei sollen Frauen längerfristig eine grössere Rolle in ihren Haushalten und Gemeinschaften spielen.
Um extremer Armut und finanzieller Ausgrenzung von Frauen und Jugendlichen in pastoralen und agropastoralen Gemeinden entgegenzuwirken, baut das Projekt auf dem an den Äthiopischen Kontext angepassten «Graduation-Approach» auf, der sechs holistische und sequenzierte Schritte umfasst:
- Partizipative Auswahl der 3'000 Teilnehmenden und Formation der Business-Gruppen basierend auf einer detaillierten Marktstudie;
- Aufbau von verschiedenen Kompetenzen in massgeschneiderten Trainings;
- Coaching/Mentoring: Kontinuierliches Coaching zur Entwicklung und Umsetzung individueller Graduation-Pläne und Begleitung der Business-Gruppen;
- Startkapital wird zur Verfügung gestellt;
- Zugang zu formellen oder informellen Finanzdienstleistungen und Formation von Spargruppen, um die Resilienz gegen Markterschütterungen zu stärken sowie als Mittel für selbstverantwortliches Risikomanagement;
- Marktzugang wir weitmöglichst sichergestellt.
Zu Beginn und am Ende des Projekts wird bei allen Teilnehmern eine Umfrage zum Lebensstandard (SOLI) durchgeführt, in der demografische Daten, Einkommen, Ersparnisse, Ausgaben, Einschulung der Kindern, und Ernährungssicherheit des Haushalts erfasst werden. Ähnliche Projekte, die von der Partnerorganisation The BOMA Project in Kenia durchgeführt wurden, erreichten, dass bei Projektende das Haushaltseinkommen um 29.64 Prozent gestiegen war und die Ersparnisse gar um 1'969 Prozent.
Das vorliegende Projekt läuft unter den beiden Themen Einkommen und Migration und baut auf dem Graduation Approach auf. Der Graduation Approach ist ein abgestuftes, zeitgebundenes Leistungspaket für Haushalte, das sozialen Schutz, Einkommensentwicklung und finanzielle Einbindung kombiniert. Es handelt sich um eine zielgerichtete Intervention, um Haushalte durch eine Reihe von Aktivitäten in verschiedenen Bereichen aus der extremen Armut zu führen. Graduation befindet sich an der Schnittstelle zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit (HD Nexus).
Die Begünstigten des Projekts werden anhand eines strikt vorgegebene Auswahlverfahrens und eines eigens dafür ins Leben gerufenen Komitees ausgewählt und registriert. Die breit abgestützte, aktive Beteiligung der relevanten Regierungsstellen, Finanzinstitutionen und Privatakteure stärkt die längerfristige Wirkung der Intervention.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- The BOMA Project
Titelbild: © Ayaana Publishing


