A man smiles at the camera.
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Förderung einer inklusiven Entwicklung in ländlichen Räumen durch systemischen Wandel

Projekt in Bosnien-Herzegowina
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Überblick

Thema

Einkommen

Budget

1'364'706 Schweizer Franken

Dauer

01.01.2026 - 31.12.2028

Projektgebiet

Region Herzegowina in Bosnien und Herzegowina; Gemeinden Konjic, Jablanica, Stolac und Trebinje

Zielgruppen

Frauen und Männer, die ihr Einkommen durch tourismusbezogene Aktivitäten erwirtschaften.

Projektnummer

P260022

Finanzierung

Regierung des Fürstentums Liechtenstein und lokale Akteure

Projekt im Detail

Der Tourismussektor in Herzegowina bietet erhebliche Entwicklungspotenziale. Gleichzeitig sind die bestehenden Marktsysteme fragmentiert und innerhalb der Region sehr ungleich verteilt. Obwohl der Tourismus zu den wenigen wachsenden Wirtschaftszweigen in Bosnien und Herzegowina gehört, gelingt es vielen Gemeinden mit bedeutenden kulturellen und natürlichen Ressourcen bislang nicht, diese Potenziale in nachhaltige Beschäftigung und stabile Einkommen umzusetzen.

Im Kanton Herzegowina-Neretva wurden 537'885 Übernachtungen registriert. Destinationen wie Stolac, Jablanica und Ravno verzeichneten zusammen jedoch lediglich 3'000 Übernachtungen. Dies zeigt deutlich, dass sich die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus stark auf wenige Orte konzentrieren.

Die hohe Arbeitslosigkeit betrifft insbesondere Frauen und Jugendliche. Viele von ihnen arbeiten in informellen oder schlecht bezahlten Tätigkeiten. Diese begrenzten Perspektiven tragen wesentlich dazu bei, dass weiterhin viele Menschen aus der Region abwandern. Gleichzeitig verfügen lokale Institutionen nur über eingeschränkte Kapazitäten, um tourismusbezogene Wertschöpfungsketten zu fördern. Bestehende Koordinationsmechanismen sind oft von einzelnen Personen abhängig und dadurch anfällig für Unterbrüche.

Das Projekt begegnet diesen Herausforderungen mit einem Ansatz der Marktsystementwicklung (Market System Development, MSD). Die Umsetzung erfolgt an vier strategischen Standorten in der Region Herzegowina: Konjic, Jablanica, Stolac und Trebinje. In Zusammenarbeit mit zentralen öffentlichen Institutionen – darunter Prvi korak Konjic, das Museum und der Gedenkkomplex Jablanica, Radimlja Stolac sowie Agro Fund / Tourist organisation Trebinje – konzentriert sich das Projekt auf die Stärkung tourismusbezogener Wertschöpfungsketten und auf den Ausbau institutioneller Kapazitäten auf lokaler Ebene.

Zu den zentralen Aktivitäten gehören die Entwicklung der Initiative Neretva Corridor 360° zur Verbesserung der Infrastruktur und der Sicherheitsstandards im Raftingtourismus, der Aufbau des Jablanica Living Museum als Plattform für Unternehmensentwicklung, die Entwicklung des Stolac Stone and Oil Corridor zur Verbindung von Kulturerbetourismus und Olivenölproduktion sowie die Umsetzung des Programms Herzeg House Story & Market zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen und zur Stärkung lokaler Produzentinnen und Produzenten.

Caritas Schweiz verantwortet die Umsetzung gemeinsam mit der Partnerorganisation LINK Regional Clinic. Diese unterstützt insbesondere die Marktentwicklung, den Aufbau einer regionalen Marke sowie Initiativen zur stärkeren Einbindung der Diaspora.

Übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung wirtschaftlicher Perspektiven sowie die Förderung inklusiver und nachhaltiger Lebensgrundlagen mit mehr Einkommensmöglichkeiten und Arbeitsplätzen.

Das Projekt trägt zu einer messbaren wirtschaftlichen Entwicklung in der Region bei. Tourismusspezifische Unternehmen und beteiligte Betriebe sollen ihre Leistungsfähigkeit, ihre Marktreichweite und ihren Umsatz durch verbesserte Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle steigern.

Lokale Produzentinnen und Produzenten, Frauen und Jugendliche erhalten Zugang zu Qualifizierungsangeboten und Unterstützungsdiensten, die ihre Beteiligung an tourismusbezogenen Wertschöpfungsketten stärken.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und Akteuren der Privatwirtschaft soll zudem dauerhafte Strukturen für die Weiterentwicklung des Tourismussektors schaffen.

Das Projekt basiert auf dem „Advanced Market System Approach“ von Caritas Schweiz und baut auf den Erfahrungen und Ergebnissen eines Pilotprojekts auf, das von 2022 bis 2025 umgesetzt wurde. Durch den systematischen Einsatz des MSD-Ansatzes sollen die positiven Effekte über die direkt beteiligten Akteure hinaus wirken und langfristig zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten im tourismusbezogenen Bereich in der gesamten Region Herzegowina schaffen.

Zudem legt das Projekt einen Schwerpunkt auf klimafreundliche und zirkuläre Wirtschaftsweisen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie lokale Institutionen werden dabei unterstützt, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig ihre betriebliche Effizienz zu verbessern.

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Titelbild: Das ländliche Gebiet hat viel Potential für Tourismus. © Cat Norman Tahirović