

Wirtschaftliche Perspektiven, Bildung und Gesundheit für Frauen und Kinder
Überblick
Einkommen und Migration
700'000 Schweizer Franken
01.03.2025 - 31.07.2027
Äthiopien, Tigray Region, Eastern Zone
250 Frauen und ihre Familien
P250027
Beiträge von Stiftungen und Spenden an Caritas Schweiz
Projekt im Detail
Bis Ende 2022 herrschte in Tigray einer der blutigsten Konflikte der jüngeren Geschichte. Über 600'000 Menschen starben, Millionen sind weiterhin vertrieben. Trotz des bestehenden Friedensvertrags verbleiben viele Menschen in Flüchtlingslagern, in denen sie oft unter unsicheren Bedingungen ohne ausreichende Grundversorgung leben. Frauen sind besonders betroffen: Sie haben Einkommensquellen verloren, leiden unter Armut und Gewalt und müssen oft riskante Wege zum Überleben wählen.
In wirtschaftlicher Hinsicht sind die Menschen in Tigray durch den konfliktbedingten Verlust von Lebensgrundlagen und Vermögenswerten hart getroffen worden. Auch kommen Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung (FGM), frühe und erzwungene Eheschliessungen wieder häufiger vor. Die Zerstörung von Infrastruktur und Märkten verschärft die Situation, sodass viele Frauen mit knappen Ressourcen wirtschaften oder frühzeitig über die Eheschliessung ihrer Töchter entscheiden müssen. Der eingeschränkte Zugang zu Gesundheitsversorgung, psychosozialer Unterstützung und Bildung stellt insbesondere für Frauen und Mädchen eine grosse Herausforderung dar. Sie bleiben mit den Traumata von Gewalt und Vertreibung oft allein. Ohne Unterstützung drohen die seelischen und wirtschaftlichen Folgen des Konflikts langfristig anzuhalten.
Ziel des Projekts ist es, Frauen auf dem Weg zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu begleiten und sie sowie ihre Familien durch Einkommensförderung, Bildung, Gesundheitsversorgung und psychosoziale Unterstützung zu stärken.
Das Projekt umfasst Aktivitäten in vier Bereichen:
- Es unterstützt Frauen beim Aufbau wirtschaftlicher Existenzgrundlagen durch Schulungen zu betriebswirtschaftlichen Themen sowie sozialen und praktischen Lebenskompetenzen. Begleitende Massnahmen wie Mentoring, die Förderung von Spar-Selbsthilfegruppen und finanzielle Starthilfen erleichtern die Unternehmensgründung.
- Psychosoziale Unterstützung und Gesundheitsversorgung werden durch Beratungsangebote sowie den Aufbau von Peer-Support-Netzwerken gestärkt, die den Austausch und die gegenseitige Unterstützung in einem geschützten und sicheren Rahmen ermöglichen.
- Zudem wird der Zugang zu medizinischen Leistungen sowie Krankenversicherungen verbessert. Dabei erhalten besonders stark betroffene Frauen umfassende Unterstützung, um die durch den Krieg verursachten Traumata zu bewältigen.
- Bildungsmassnahmen wie Alphabetisierungskurse für Erwachsene und Nachhilfeprogramme für Kinder fördern den Zugang zu Bildung. Die frühkindliche Entwicklung wird durch Kindertagesstätten unterstützt, die eine sichere und förderliche Umgebung für die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung der Kinder bieten.
Die Zusammenarbeit mit Regierungs- und Gemeindevertretern sowie der Aufbau und die Stärkung bestehender Strukturen tragen dazu bei, die Aktivitäten nachhaltig zu verankern.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Frauen und Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. © Ayaana Publishing


