

Schutz und Rechte von Kindern venezolanischer Migrantenfamilien fördern
Überblick
Migration
CHF 615'200
Kolumbien, Provinz Antioquia (Medellín)
2’184 venezolanische und kolumbianische Kinder und Jugendliche (2-17 Jahre), venezolanische Migrantenfamilien, kolumbianische Familien
P240044
Dieses Projekt ist ein Mandat der DEZA.
Projekt im Detail
Die venezolanische Flüchtlingskrise ist die grösste Migrationsbewegung in der Geschichte von Lateinamerika mit mehr als 7.7 Mio. Menschen (Stand Juni 2024), die ihr Land verlassen haben. Korruption, politisches Unvermögen und Hyperinflation haben dazu geführt, dass die Menschen alles verloren haben und ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken können.
Kolumbien hat mit knapp 2.9 Mio. am meisten venezolanischen Migranten und Migrantinnen aufgenommen, was das Land vor grosse Herausforderungen stellt. Kolumbien selbst hat nahezu 8 Millionen intern vertriebene Menschen aufgrund des bewaffneten Konfliktes im Land. Zudem ist Kolumbien eines der Länder mit der grössten Ungleichheit zwischen den armen und reichsten Bevölkerungsschichten. Dies zeigt sich vor allem in den grossen Städten wie Medellín. Die Migrantenfamilien lassen sich oft in den verarmten, dicht besiedelten Stadtteilen nieder und mieten sich Zimmer oder einzelne Schlafplätze in schlechten, überfüllten Wohnhäusern mit prekären hygienischen Bedingungen. Ihr Alltag dort ist geprägt von Kriminalität, Armut, Streitigkeiten und (sexueller) Gewalt. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden oft vernachlässigt und benötigen Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung sowie Hilfe bei der Wahrung ihrer Grundrechte.
Das Projekt hat zum Ziel, den Schutz und die Rechte von geflüchteten Kindern und ihren Familien, die in sogenannten Mietskasernen leben müssen, zu fördern, psychosoziale und pädagogische Unterstützung zu gewährleisten und Gewalt ihnen gegenüber vorzubeugen.
Das Projekt hilft venezolanischen und kolumbianischen Kindern und Jugendlichen in den prekären Wohnverhältnissen ihre Rechte zu verstehen und zu lernen, wie sie respektvoller zusammenleben können. Sie lernen mit spezifischen Aktivitäten die Geschlechterrollen zu überdenken und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.
Zusätzlich fördert das Projekt die jüngeren Kinder mit gezielten motorischen, künstlerischen und geistigen Aufgaben, um sie auf die Schule vorzubereiten. Die älteren Kinder und Jugendlichen können schulische Nachhilfe in Anspruch nehmen, um ihr Leseverständnis und ihre mathematischen Fähigkeiten zu verbessern. Zudem erhalten sie ein Paket mit Schul- und Lernmaterial. Die Familien der Kinder werden ebenfalls zu ihren Rechten beraten und eine psychosoziale Begleitung können sowohl Kinder als auch die Erwachsenen für die Lösung von Konflikten beiziehen.
Eine familiäre Beratung hilft festzulegen, ob die Rechte der Heranwachsenden in den Wohnhäusern eingehalten sind oder ob Verbesserungsmassnahmen getroffen werden müssen. Bei groben Verstössen werden die Minderjährigen zu ihrem eigenen Schutz an die verantwortlichen Behörden überwiesen. Die BewohnerInnen der Mietskasernen stärken ihren Gemeinschaftssinn und legen gemeinsam Regeln für ein gutes Zusammenleben fest, dass insbesondere die Kinder und Jugendlichen schützt und berücksichtigt.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Kinder und Jugendliche leiden oft besonders unter den beengten Wohnverhältnissen in Kolumbien, wo sie mit ihren Eltern in überfüllten Häusern leben müssen. © Carole Schaber


