

Eigenständigkeit für venezolanische Migrierendebeendet
Überblick
Migration, Einkommen, Humanitäre Hilfe
2'000'000 Schweizer Franken
01.04.2023-31.03.2025
Kolumbien (Bogota); Brasilien (Recife, João Pessoa)
320 Haushalte (1'280 Personen) von Migrierenden und der Aufnahmegemeinschaft
P230021
Projekt im Detail
Venezuela befindet sich seit 2015 in einer tiefen politischen und humanitären Krise. Im einst reichsten Land Südamerikas sind heute 80% der Bevölkerung arm. Durch jahrelange Misswirtschaft können die Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken, die Mangelernährung ist hoch, die Gesundheitsversorgung in einem katastrophalen Zustand. Dies führte zur grössten Migrationswelle in der Geschichte Lateinamerikas. Nach Angaben von UNHCR (Stand Februar 2023) haben über 7,1 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner ihr Land verlassen. Kolumbien hat mit über 2,48 Millionen die meisten Flüchtlinge aufgenommen, gefolgt von Peru (1,51 Mio.), Ecuador (502'200), Chile (444'400) und Brasilien (414'500).
Die Migrationswelle überlastet die institutionelle und finanzielle Leistungsfähigkeit der Aufnahmeländer. Die Flüchtlinge leben unter sehr schwierigen Bedingungen. Zehntausende haben keine Unterkunft und kein Einkommen. Zudem hat die Covid19-Pandemie sowie die harten Lockdowns in den Aufnahmeländern die Geflüchteten stark getroffen, wodurch sie, neben der gesundheitlichen Gefährdung, das Wenige, was sie sich aufgebaut haben, wieder verloren haben. Erschwerend dazu werden nun die weltweiten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Ernährungssicherheit auch für die venezolanischen Flüchtlinge spürbar und verschärfen ihre Notlage weiter.
Das vorliegende Projekt ist ein Pilot zur Umsetzung des Graduation Approach in Lateinamerika. Es zielt darauf ab, die teilnehmenden Haushalte in den Städten Bogota (Kolumbien), Recife und João Pessoa (Brasilien) dahingehend zu unterstützen, dass sie aus der extremen Armut herauskommen, ökonomisch selbstständiger und widerstandsfähiger werden. Die Zielgruppen der Projektaktivitäten umfassen Haushalte von Migrierenden als auch aus der Aufnahmegesellschaft.
Damit sich die Migrierenden auf die neue Lebenssituation einlassen können, benötigen sie stabilisierende Unterstützung: finanziell, zur Deckung der Grundbedürfnisse aber oft auch psychologisch, um wieder vorwärtszuschauen. Dies ermöglicht es ihnen sich auf die Projektaktivitäten zu konzentrieren. Durch Workshops und berufsbezogene Ausbildungen erlernen die Teilnehmenden marktrelevante Fähigkeiten, die es ihnen erleichtern eine Anstellung zu finden oder ermöglichen ein Unternehmen zu gründen. Die Migrierenden werden bei der Vernetzung im lokalen Umfeld unterstützt, da ein starkes Netzwerk die Integration fördert und ihnen auch als Orientierungshilfe dienen kann. Ein kontinuierliches individuelles Coaching erlaubt es auf spezifische Hindernisse und Notwendigkeiten der Teilnehmenden zu reagieren. Ein wesentlicher Bestandteil des Projektansatzes ist die Förderung des Sparens. Dies schafft die Unabhängigkeit für die Teilnehmenden, stärkt ihre Resilienz gegenüber ökonomischen Schocks und fördert die finanzielle Weitsicht.
Die Kombination aus finanzieller Unterstützung, Wissensvermittlung und Coaching ermöglicht es den Einzelpersonen und Familien sich nachhaltig sozio-ökonomisch zu stabilisieren.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA
Titelbild: Heute hat Mercedes Fernandez einen guten Job als Haushaltshilfe gefunden, der es ihr erlaubt, die Arbeit mit der Betreuung der Kinder zu vereinbaren. © Juan Esteban Lopez


