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Kenia

Wasserdienstleistungen verbessern

Vielen Haushalten in Kericho County im Westen Kenias fehlt der nachhaltige Zugang zu sauberem Wasser. Dieses Projekt verbessert die Wasserversorgung in neun Dörfern. Zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet die Caritas Lösungen für die Verwaltung der Wasseranlagen, verbessert die Wassersystem, installiert Regenwassersammeltanks sowie Sanitäranlagen an Schulen und sensibilisiert die Menschen für Hygiene- und Sanitärfragen.

 

Land / Region / Ort
Kenia, Kericho County mit Sub-Counties Belgut, Bureti, Sigowet/Soin, Ost-Kericho und West-Kericho


Zielgruppe
34'500 Wassernutzerinnen und -nutzer (21'800 Dorfbewohnerinnen und -bewohner, 12'700 Primarschülerinnen und -schüler)


Mittelbedarf
596'250 Franken


Projektdauer
15.07.2017 bis 14.07.2019


Projektnummer
P170067


Projektziel
Durch nachhaltig verwaltete Wassersysteme wird der Anteil an Haushalten und Schulen mit Zugang zu sauberem Wasser erhöht.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel. 041 419 23 27, ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 von der UNO als Menschenrecht anerkannt und auch in der kenianischen Verfassung verankert. Dennoch bleibt der nachhaltige Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen eine grosse Herausforderung in Kenia, insbesondere in ländlichen Gebieten. Lediglich 56 Prozent der Bevölkerung auf dem Land haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und 29 Prozent haben Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung in Kenia mit Zugang zu Trinkwasser bezieht ihr Wasser von Einrichtungen, die von den Dorfgemeinschaften selbst verwaltet werden. Hierfür werden in der Regel Wasserkomitees gebildet, die sich aus Freiwilligen zusammensetzen. Viele der Freiwilligen verfügen jedoch nicht über die benötigten Fähigkeiten und Kenntnisse, um derartige Wassereinrichtungen zu betreiben. Manchen Mitgliedern der Wasserkomitees mangelt es an grundlegenden Fähigkeiten wie Schreiben ünd Rechnen oder sie verfügen nicht über das technische Wissen oder die praktischen Fertigkeiten, die für den Unterhalt der Wassersysteme notwendig sind. Dazu kommt, dass viele Wasserkomitees über ungenügende Abläufe verfügen und von den Behörden unzureichend reguliert werden. Sie sind somit anfällig für Misswirtschaft. Als Folge davon nimmt die Leistungsfähigkeit der Wassereinrichtungen ab: den Dörfern steht weniger Wasser zur Verfügung und die Trinkwasserqualität ist beeinträchtigt. Nicht selten hören die Wassereinrichtungen aufgrund dieser Herausforderungen nach nur wenigen Jahren zu funktionieren auf.

Kericho County befindet sich im Westen Kenias und besteht aus fünf Sub-Counties mit einer administrativen Hauptstadt, Kericho Stadt. Das County hat über eine Million Einwohnerinnen und Einwohner, die mehrheitlich Kleinbauern sind. Auch in Kericho bezieht ein Grossteil der ländlichen Bevölkerung ihr Wasser von Einrichtungen, die von den Dorfgemeinschaften selbst verwaltet werden. Wasserknappheit besteht zwar nur während einzelnen Monaten, dafür stellen zusätzlich zu den Management-Problemen der Wasserkomitees die hohe Wasserverschmutzung und ineffiziente Wassersysteme grosse Hindernisse für eine funktionierende Wasserversorgung dar.

Ein Grund für die hohe Wasserverschmutzung sind ungenügende Hygiene- und Sanitärpraktiken. Übergeordnetes Ziel des vorliegenden Projekts ist folglich die nachhaltige Verbesserung der Trinkwasserversorgung sowie der Hygiene- und Sanitärsituation in ländlichen Gemeinden Kerichos.

Caritas Schweiz ist seit mehreren Jahrzehnten in Ostafrika tätig und in Kenia mit einem eigenen Büro vertreten. Caritas Schweiz engagiert sich in Kenia überwiegend in den Bereichen Humanitäre Hilfe, Wasser und Klimawandel. Der geographische Fokus der Arbeit vor Ort liegt auf den Gebieten Marsabit und Kericho.

 

Was tun wir?

Das Projekt sichert den nachhaltigen Zugang zu Trinkwasser für 34’500 Wassernutzerinnen und -nutzer in neun Gemeinden, namentlich für 21'800 Dorfbewohnerinnen und -bewohner und 12'700 Schülerinnen und Schüler. Zusätzlich verbessern 2'000 Schülerinnen und Schüler in fünf Primarschulen ihre Hygienepraktiken und erhalten Zugang zu geschlechtergerechten Sanitäreinrichtungen.

Dies wird durch die Kombination von zwei bewährten Ansätzen erreicht:

Erstens, der von der Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Water Integrity Network entwickelten «Integrity Management Toolbox». Mithilfe der darin enthaltenen Instrumenten und unter der Leitung eines ausgebildeten Coaches identifizieren die Wasserkomitees der neun Gemeinden die drängendsten Probleme und Risiken bei der Verwaltung ihres Wassersystems und erarbeiten geeignete Lösungen. Dabei handelt es sich um konkrete Massnahmen, welche die Wasserkomitees selbständig umsetzten können. Zur sicheren Aufbewahrung und transparenten Erfassung von Einnahmen eröffnet das Komitee beispielsweise ein Konto, das über das Mobiltelefonnetz betrieben wird, anstatt das Geld bei einem ihrer Mitglieder zuhause aufzubewahren. Dieser Prozess dauert bis zu einem Jahr. Ziel ist, die Leistungsfähigkeit der Wasserkomitees zu steigern. Zusätzlich werden die Komitees in die rechtliche und institutionelle Landschaft des kenianischen Wassersektors eingebettet, indem die zuständigen Behörden und Vertreter des lokalen Wasseranbieters während des gesamten Prozesses involviert sind.

Zweitens, ein ganzheitlicher Ansatz zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung und der Hygiene in Dörfern und Schulen. Das Projekt fokussiert dabei insbesondere auf folgende Massnahmen:

1) Wasserversorgung in den Dörfern: Durch die Rehabilitierung der Wassersysteme in den neun begünstigten Dörfern wird der Zugang zu Wasser für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Schülerinnen und Schüler der in den betreffenden Gemeinden gelegenen Schulen sichergestellt. Zudem werden die Effizienz und Qualität der Wasserversorgung gesteigert.

2) Wasserversorgung in den Schulen: Die fünf begünstigten Schulen wird zusätzlich mithilfe von Wassertanks Regenwasser gesammelt und anschliessend aufbereitet. So haben die Schulkinder in den begünstigten Schulen Zugang zu sicherem Wasser zum Trinken und Händewaschen.

3) Abwasserentsorgung in den Schulen: Hauptziel der sanitären Verbesserungen in den Schulen ist der Bau nach Geschlechtern getrennter Toilettenblöcke mit Handwaschgelegenheiten für Mädchen und Jungen.

3) Hygiene-Förderung: Caritas Schweiz verwendet das von ihr entwickelte Children’s Hygiene and Sanitation Training (CHAST), um gutes Sanitär- und Hygieneverhalten bei Kindern zu fördern. Dabei wird eine Vielzahl von Übungen und Lernspielen eingesetzt, um die Kinder über die direkte Verbindung zwischen der persönlichen Hygiene und guter Gesundheit aufzuklären.

Das Projekt knüpft dabei an die Erfolge zweier Vorgängerprojekte an und wird vor Ort eng von Mitarbeitenden der Caritas Schweiz begleitet. Alle Projektaktivitäten werden zudem in enger Zusammenarbeit und unter Einbezug lokaler Regierungsbehörden umgesetzt, um eine breite Akzeptanz und die Nachhaltigkeit der Arbeit zu garantieren.

 

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