Venezuela, Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Peru, Projekt P210032

Bessere Lebensbedingungen für venezolanische Geflüchtete - Projekt «Europana» («Freund»)

 
 

Kontext und Problemstellung

Venezuela befindet sich seit 2015 in einer tiefen politischen und humanitären Krise. Im einst reichsten Land Südamerikas sind heute 80% der Bevölkerung arm, die Inflationsrate ist die höchste der Welt. Durch jahrelange Misswirtschaft können die Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken, die Mangelernährung ist hoch, die Gesundheitsversorgung in einem katastrophalen Zustand. Dies führte zur grössten Migrationswelle in der Geschichte Lateinamerikas. Nach Angaben des UNHCR (Stand Februar 2021) haben über 5.4 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner bereits ihr Land verlassen. Kolumbien hat mit über 1.7 Millionen die meisten Flüchtlinge aufgenommen, gefolgt von Peru (1'040'000), Chile (450'000), Ecuador (415'000), Brasilien (260'000) und Argentinien (180'000).

Die Migrationswelle überlastet die institutionelle und finanzielle Leistungsfähigkeit der Aufnahmeländer. Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge sind sehr schwierig. Die Spitäler entlang der Flüchtlingsrouten sind überlastet, Flüchtlingsunterkünfte, sofern vorhanden, überfüllt. Es fehlen sanitäre Einrichtungen und Kochmöglichkeiten. Zehntausende von Migrantinnen und Migranten haben keine Unterkunft und kein Einkommen. Zudem hat die Covid-19-Pandemie sowie die harten Lockdowns in den Aufnahmeländern die Geflüchteten sehr stark getroffen, wodurch sie, neben der gesundheitlichen Gefährdung, das Wenige, was sie sich aufgebaut haben, wieder verloren haben.

 

Unsere Ziele

Das regionale Projekt trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von bedürftigen Menschen in Venezuela, Kolumbien, Brasilien, Bolivien und Peru zu verbessern. Es werden kritische humanitäre Versorgungslücken geschlossen und die Integration gefährdeter Venezolanerinnen und Venezolaner in den Aufnahmeländern unterstützt, in Kolumbien auch intern Vertriebene. Insbesondere Frauen, Kinder, indigene Bevölkerungsgruppen, Menschen mit Behinderung und ältere Personen sind Zielgruppen der Projektaktivitäten. In Venezuela konzentrieren sich die Aktivitäten auf Kampagnen zur Aufklärung über die Bedingungen der Migration sowie zu den Risiken einer Flucht. Auch die Deckung der Grundbedürfnisse in den kritischsten Bereichen Zugang zu Wasser und Ernährungssicherheit steht in Venezuela im Zentrum.

 

Unsere Wirkung

Um die Selbstständigkeit der Begünstigten zu verbessern und Grundbedürfnisse zu sichern, werden Güter für die Befriedigung von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen verteilt sowie Zugang zu Einrichtungen ermöglicht (z.B. Flüchtlingsunterkünfte), die Unterstützung bieten. Die Güter beinhalten Gesundheitsartikel, Lebensmittelpakete und zubereitete Mahlzeiten, Küchen-Sets sowie Decken und Matratzen.

Um ihren Schutz zu verbessern, werden Migrantinnen und Migranten über sexuelle Ausbeutung und illegale Beschäftigungen aufgeklärt sowie beim Beantragen von Asylanträgen oder Einfordern humanitärer Leistungen unterstützt. Ebenfalls erhalten sie psychosoziale Unterstützung und Zugang zu anwaltschaftlichen Dienstleistungen. Lokale Institutionen werden wiederum geschult, diese Dienstleistungen anzubieten. Schliesslich wird die lokale Bevölkerung gegen Fremdenfeindlichkeit sensibilisiert.

 

Themen und Ansätze

Das Regionalprojekt ist in den Themenfeldern «Migration» und «Humanitäre Hilfe» verortet und fokussiert auf Schutz sowie die Deckung der Grundbedürfnisse. Hierzu gehören unter anderem der Zugang zu Nahrung und Wasser, Unterkunft, rechtliche Beratung, psychosoziale Unterstützung sowie Information zu Migrationsrouten. Das Projekt arbeitet nach dem Sektorenprinzip der Humanitären Hilfe und ist eingebettet in das regional koordinierte Unterstützungs­programm der Vereinten Nationen.        

 

Projekt P210032

Thema
Migration, Humanitäre Hilfe


Projektdauer
01.06.2021 – 30.09.2022


Budget
2'622'690 Schweizer Franken


Projektgebiete

Venezuela (Zulia), Kolumbien (La Guajira, Bogotá), Bolivien (La Paz, Santa Cruz, Cochabamba); Brasilien (Distrito Federal, Paraná, Pernambuco, Rondônia, Roraima, Santa Catarina, São Paulo, Acre, Amazonas); Peru (Puno, Desaguadero)


Zielgruppen

55'400 Menschen, insbesondere Frauen, Kinder, Indigene, Menschen mit Behinderung, ältere Personen und intern Vertriebene sowie Bedürftige aus Aufnahmegemeinden


Finanziert durch

 
 

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