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Kosovo

Repatriierte Personen werden wieder in die Gesellschaft integriert

Immer mehr Menschen, die den Kosovo verlassen haben, kehren in das Land zurück. Ihre Wiederintegration in die Gesellschaft, insbesondere in den Arbeitsmarkt, ist eine Herausforderung. Zusammen mit zwei Partnerorganisationen unterstützt Caritas Schweiz die Menschen bei der beruflichen Wiedereingliederung, indem individuelle Berufsprofile erstellt, Kontakte zu Unternehmen hergestellt und Trainings organisiert werden. Die Rückkehrenden erhalten zudem psychosoziale, gesundheitliche und juristische Beratung und die lokalen Behörden werden in ihrer Aufgabe gestärkt, die Rückkehrenden bei der Reintegration zu unterstützen.

 

Land / Region / Ort
Verschiedene Gemeinden in Kosovo


Zielgruppe
Besonders benachteiligte repatriierte Personen und ihre Familien sowie lokale Institutionen


Mittelbedarf
2’211’393 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2018 bis 30.06.2021


Projektnummer
P180049


Projektziel
Nachhaltige sozio-ökonomische Reintegration von repatriierten Personen und ihren Familien in Kosovo und gestärkte Kapazitäten der lokalen Behörden


Projektverantwortliche
Sandra Ege, Tel: 041 419 22 13, segenot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Kosovo steht vor immensen sozio-ökonomischen Herausforderungen, insbesondere einer hohen Arbeitslosigkeit. Seit ein paar Jahren sieht sich das Land mit einer zusätzlichen Aufgabe konfrontiert: der Wiedereingliederung einer immer grösser werdenden Anzahl von Rückkehrenden aus Westeuropa. Das Innenministerium, genauer das Departement für die Reintegration repatriierter Personen, hat Caritas Schweiz um Unterstützung für die Umsetzung der nationalen Strategie zur nachhaltigen Wiedereingliederung der Rückkehrenden angefragt.

Migration ist seit jeher eine vielbeachtete (Über)Lebensstrategie vieler Familien in Kosovo. Vor und während dem Konflikt 1998/99 waren Tausende Kosovarinnen und Kosovaren aus politischen Gründen und aufgrund des Krieges gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Westeuropäische Staaten haben sie damals als Asylsuchende aufgenommen und ihnen vorläufigen Schutz gewährt. Während einige zurück-kehrten, blieben viele in den Aufnahmeländern, wo sie teilweise die Staatsbürgerschaft annahmen. Nach Ende des Krieges gab es einen kontinuierlichen Anstieg an Arbeitsmigrantinnen und -migranten, mit einer regelrechten Auswanderungswelle seit 2014.

Auf der anderen Seite haben in den letzten Jahren zahlreiche westeuropäische Länder Kosovo als «sicheren Herkunftsstaat» qualifiziert und Tausenden die vorläufige Schutzgewährung entzogen. Zudem wird die Rückführungspraxis rigoroser durchgesetzt. Eine dauerhafte Rückkehr und Reintegration ist aber nur möglich, wenn den Zurückgeführten ein menschenwürdiges Leben mit optimistischer Perspektive ermöglicht wird. Zwar hat die kosovarische Regierung bereits die zweite nationale Strategie zur nachhaltigen Wiedereingliederung der Rückkehrenden in Kosovo entwickelt, aber deren Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Es kann beobachtet werden, dass insbesondere Angehörige von Minderheitsgruppen entweder nicht zurückkehrten oder nach ihrer Rückkehr wieder ausgewandert sind, da sie sich eine Zukunft in Kosovo nicht vorstellen konnten. Denn: Ungewollte Rückkehr verhindert oftmals eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Laut einer Studie der GIZ von 2017 ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt die grösste Hürde für eine Verbesserung der Lebensbedingungen und eine reibungslose Reintegration. Arbeitslosigkeit ist eher die Regel als die Ausnahme bei Rückkehrenden, und oftmals sind ganze Familien abhängig von einem Einkommen oder der geringen Sozialhilfe. Ein tiefes Bildungsniveau und das Fehlen von Fachkompetenzen und Arbeitserfahrung macht es für Rückkehrende umso schwieriger, im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Die wirtschaftliche Situation und der Stress der «gescheiterten» Migration führen zu einer niedrigen Lebenszufriedenheit und hohem psychischem Stress. Die weite Verbreitung von depressiven Symptomen bei Rückkehrenden steht in direktem Zusammenhang mit der Verschlimmerung des allgemeinen Gesundheitszustands sowie psychosomatischen Erkrankungen und hindert wiederum die ökonomische Integration.

Ein Ende dieses Zyklus von Emigration, abgewiesenem Asylantrag und Rückführung ist nicht absehbar. Umso wichtiger ist es, den Menschen in Kosovo eine Zukunftsperspektive zu bieten und die Regierung in ihren Bemühungen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung von Rückkehrenden in die Gesellschaft zu unterstützen.

 

Was tun wir?

In Zusammenarbeit mit dem kosovarischen Innenministerium und zwei lokalen Partnerorganisationen hat Caritas Schweiz basierend auf einer vorhergehenden Lageanalyse ein Projekt ausgearbeitet, um nachhaltig die erfolgreiche Wiedereingliederung von Rückkehrenden zu unterstützen. Das Projekt besteht aus drei sich gegenseitig verstärkenden Komponenten: wirtschaftliche Wiedereingliederung, psychosoziale, medizinische und juristische Unterstützung sowie Stärkung der Behörden und deren Dienstleistungen für die Reintegration von besonders benachteiligten Rückkehrenden und ihren Familien. Mindestens 1'000 Rückkehrende und ihre (erweiterten) Familien werden durch das Projekt direkt bei ihrer sozio-ökonomischen Reintegration unterstützt.

Die Umsetzung des Projekts basiert auf mobilen Teams, die die Rückkehrenden besuchen und so die nötige Vertrauensbasis für die weiteren Aktivitäten schaffen. Im ersten Jahr konzentriert sich das Projekt auf fünf Gemeinden, die viele benachteiligte Rückkehrende haben und in denen die Behörden kooperativ sind. In und mit diesen Gemeinden wird ein spezifischer Ansatz entwickelt und angewendet. Anschliessend wird dieser anhand einer umfassenden Beurteilung wenn nötig angepasst und weiterentwickelt und es wird festgelegt, in welche weiteren Gemeinden die Aktivitäten ausgeweitet werden.

Ein lokaler Projektpartner ist APPK (kurz Beschäftigungsförderungs-Agentur Kosovo), die jahrelange Erfahrung in der Integration von Arbeitssuchenden in den Arbeitsmarkt besitzt. Sie unterstützt die erste Komponente – wirtschaftliche Wiedereingliederung – mit verschiedenen Aktivitäten. Einerseits wird zusammen mit den Beraterinnen und Beratern der lokalen Arbeitsämter ein Berufsprofil der Rückkehrenden erstellt. Andererseits werden Beziehungen zu lokalen Unternehmen hergestellt, um festzustellen, welche Profile von Arbeitnehmerinnen und -nehmern gefragt sind. Anschliessend können Stellensuchende mit Unternehmen, die eine passende offene Stelle haben oder On-the-job-Trainings anbieten, zusammengebracht werden. Zusätzlich werden Ausbildungen ermöglicht, Trainings organisiert sowie gute Geschäftsideen mit finanzieller Starthilfe und Mentoring unterstützt.

Die zweite Komponente – psychosoziale, gesundheitliche und juristische Unterstützung – wird durch den zweiten lokalen Partner KRCT (das Kosova Rehabilitation Center for Torture Victims) abgedeckt. Diese Organisation beschäftigt sich seit dem Ende des Konflikts mit psychosozialer und medizinischer Beratung von benachteiligten Personen und bietet daneben auch breitgefächerte juristische Beratung an, die im Falle von Rückkehrenden von Schulbescheinigungen bis zu Eigentumsrechten reichen kann. Die Aktivitäten werden auch mit den lokalen Behörden koordiniert und die Rückkehrenden werden, wenn vorhanden, an zuständige Stellen verwiesen.

Als dritte und übergreifende Komponente werden die lokalen Behörden in ihrer Aufgabe gestärkt, die Rückkehrenden bei ihrer Reintegration zu unterstützen. Wie oben erwähnt, werden die lokalen Behörden in die Arbeit der beiden Partnerorganisationen einbezogen und so werden direkt ihre Kapazitäten gestärkt. Für jede Gemeinde wird von den mobilen Teams eine Liste mit Verbesserungsmöglichkeiten und Ideen erstellt, regelmässig aktualisiert und mit den Behörden diskutiert, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Zudem werden gezielt Trainings für Behörden, die in ihrer Arbeit entweder mit Rückkehrenden zu tun haben (Arbeits- und Sozialämter, Schulen, etc.) oder die Aufgabe haben, diese Massnahmen zu koordinieren und die Reintegration zu erleichtern (MOCR, die Municipal Offices for Communities and Return), organisiert. Dabei werden die Kapazitäten von mindestens 350 Beamten gestärkt und erweitert. Dies wird zu einem Multiplikator-Effekt führen und in Zukunft viele weitere Rückkehrende begünstigen.

Durch diese Aktivitäten kann erreicht werden, dass sich Rückkehrende wieder in die Gesellschaft in Kosovo integrieren und sich eine Zukunftsperspektive aufbauen können. 

 

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