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Tadschikistan

Naturgefahren begegnen

Die Bergbevölkerung im Südwesten Tadschikistans ist besonders vielen Naturgefahren ausgesetzt. Caritas arbeitet mit der Bevölkerung Katastrophenschutzpläne aus. Zu den Präventionsmassnahmen zählen die Stabilisierung von Hängen und Bachläufen oder die Einführung eines Weidemanagements.

 

Land/Region/Ort
Tadschikistan, Region Khatlon


Zielgruppe
Mindestens 9100 Personen in 20 Dörfern, die einem hohen Risiko von Erdrutschen, Murgängen und Sturzfluten nach Starkniederschlägen ausgesetzt sind. Mindestens 31 Organisationen auf Gemeindeebene sowie 22 Institutionen auf regionaler und nationaler Ebene. 160 Schulangestellte und 8000 Schulkinder


Mittelbedarf
391 486 Franken


Projektdauer
01.03.2016 bis 31.08.2017


Projektnummer
P160038


Projektziel
Steigerung der Resilienz der lokalen Bevölkerung gegenüber Naturgefahren


Projektverantwortliche
Judith Niederberger, Tel: +41 41 419 23 26, jniederbergerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Hangrutsche, Überschwemmungen und Murgänge sind nur einige der Naturgefahren, von denen die Bewohner der gebirgigen Region Khatlon, im Südwesten Tadschikistans, heimgesucht werden. Jedes Jahr erleiden die besonders betroffenen Distrikte Verluste, deren Bewältigung die Hälfte ihres jährlichen Budgets ausmacht. Dadurch werden die Entwicklungsmöglichkeiten dieser Bergregionen, die zu den ärmsten des Landes zählen, stark eingeschränkt. Die Flutereignisse im Frühjahr 2012 sind die jüngsten dramatischen Zeugnisse dieser Problematik. Mehrere 100 Menschen sind in den Fluten umgekommen, Häuser und Infrastruktur wurden zerstört.

Neben klimatischen Faktoren tragen die Aktivitäten der Bewohner in steigendem Masse zum hohen Risiko bei: Übernutzung der Baumbestände in Hanglagen sowie Überweidung und nicht angepasste Anbautechniken haben stark degradierte Böden zur Folge, welche plötzlichen Ereignissen keinen natürlichen Schutz entgegenstellen können.

Durch einen wirkungsvollen Schutz natürlicher Ressourcen und einen verbesserten Umgang mit ihnen kann das hohe Katastrophenrisiko in der Region Khatlon erheblich reduziert werden. Topographie oder klimatische Bedingungen können nicht geändert werden, hingegen kann das Ausmass beeinflusst werden, wie sie sich auf das Leben der betroffenen Menschen auswirken. Präventive Massnahmen, welche gleichzeitig auch einen ökonomischen Nutzen haben, können das Risiko auf kostengünstige Weise nachhaltig vermindern und gleichzeitig einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.

In langjähriger Arbeit vor Ort hat Caritas Schweiz Instrumente zur verbesserten Bewirtschaftung von Erosionsflächen entwickelt. Neben diesen präventiven Massnahmen hat Caritas auch ein lokales Know-how aufgebaut, wie in den Überschwemmungsgebieten mit kleinen Verbauungen und einem regelmässigen Unterhalt das Ausmass der Flutschäden erheblich gesenkt werden kann. Das vorliegende Projekt baut auf diesem Wissen und den entwickelten Instrumenten auf.

 

Was tun wir?

Die Ursachen von Naturkatastrophen müssen aus einem ganzheitlichen Blickwinkel betrachtet werden. Caritas Schweiz arbeitet in diesem Projekt mit einem systemischen Ansatz des Risikomanagements, der vom Ressourcenmanagement über Präventionsarbeit bis hin zum Schutz der Bevölkerung vor Schäden und Verlusten reicht. Bei diesem sogenannten Eco-DRR-Ansatz muss sich der Mensch als Teil und Akteur des Ökosystems verstehen, um die Naturrisiken nachhaltig eindämmen zu können.

In einem ersten Schritt erarbeiten sich die lokalen Gemeinschaften im Projektgebiet von Khatlon ein verschärftes Bewusstsein darüber, welche Risiken in ihrem Gebiet konkret bestehen und wie diese durch ihre eigenen Tätigkeiten beeinflusst werden.

Auf der breiten und regional vernetzten Expertise von Caritas Schweiz aufbauend, lernen die lokalen Behörden und Akteure in einem zweiten Schritt, die Verantwortung für die Erstellung eigener Katastrophenschutzpläne zu übernehmen. Diese Pläne werden gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung erarbeitet und beinhalten eine Liste von Vorschlägen für einfache, ökologische Schutz- und Präventionsmassnahmen, wie zum Beispiel natürliche Schutzvorrichtungen zur Stabilisierung von Hängen und Bachläufen oder die Einführung eines Weidemanagements, das besser auf die ökologischen Verhältnisse abgestimmt ist. Diese Techniken wurden bereits in anderen Projekten von Caritas Schweiz in Tadschikistan entwickelt und erfolgreich eingeführt.

In einem dritten Schritt begleitet Caritas Schweiz die dörflichen Gemeinschaften bei der Umsetzung der geplanten Massnahmen mit eigenen Mitteln. Eine Reihe von Kursen vermittelt die entsprechenden Techniken und Arbeitsweisen. Nachhaltige Lösungen zeichnen sich immer dadurch aus, dass dank ihnen auch ein zusätzliches Einkommen erwirtschaftet werden kann. So liefern gewisse Baumarten, die als Erosionsschutz gepflanzt werden, auch Tierfutter und Brennholz, das auf dem Markt verkauft werden kann.

Die Zusammenarbeit erfolgt mit über 31 dörflichen Organisationen und 160 Lehrerinnen und Lehrern mit rund 8000 Schulkindern. Auf regionaler Ebene sind über 22 Institutionen involviert. Rund 9100 Bewohnerinnen und Bewohner der ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen in 20 Bergdörfern der Distrikte Muminobod and Shurobod werden von einem besseren Schutz profitieren.

Die gemeinsame Entwicklung des lokalen Monitoring- und Frühwarnsystems, das eng in das nationale Netz für Katastrophenprävention in Tadschikistan eingebunden sein wird, vermittelt dem Projekt die langfristige Perspektive, die nötig ist, um den Kreislauf von Übernutzung der natürlichen Ressourcen und Katastrophen zu durchbrechen.

 

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