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Tadschikistan

Durch nachhaltige Landnutzung Naturkatastrophen vorbeugen

Tadschikistan ist sehr stark vom Klimawandel und den damit verbundenen Katastrophen betroffen. Durch einen verbesserten Umgang mit natürlichen Ressourcen könnte die Katastrophengefahr erheblich eingeschränkt werden. Das Caritas-Projekt hilft Menschen in Risikozonen, gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähiger zu werden. So wird ihnen beispielsweise gezeigt, wie man Hangrutsche stabilisiert, die Bodenstruktur verbessert und landwirtschaftliche Flächen nachhaltiger bewirtschaftet.

 

Land / Region / Ort
Khatlon Oblast / Muminabad Distrikt


Zielgruppe
Khatlon Oblast / Muminabad Distrikt


Mittelbedarf
1‘800‘000 Franken


Projektdauer
Bevölkerung der Dörfer in Risikozonen (30'900 Begünstigte)


Projektnummer
P160066


Projektziel
Nachhaltige Landwirtschaft zur Reduktion von Risiken von Naturkatastrophen und Stärkung der Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung in Bezug auf den Klimawandel


Projektverantwortliche
Martina Weber, Tel: 041 419 24 56; mweberto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Das sehr gebirgige Tadschikistan ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Bereits jetzt wird es häufig von kleinen bis mittleren Naturkatastrophen heimgesucht. Es leidet unter Phänomenen wie Erhöhung der Temperatur und abwechslungsweise Dürren respektive starkem Niederschlag, was zu extremen Ereignissen wie Überschwemmungen und Bergrutschen führt. Dies gefährdet Menschenleben und beschädigt oder zerstört die Infrastruktur. Zusätzlich ist die Landwirtschaft, welche die Lebensgrundlage von etwa 70 Prozent der Bevölkerung ist, stark beeinträchtigt, was insbesondere die Kleinbauern in den ländlichen Regionen betrifft.

Dem ärmsten Land Zentralasiens fehlen die Mittel sowie die Kapazitäten, Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verringerung der Auswirkungen zu ergreifen. Im Gegenteil: Die ungenügende infrastrukturelle Versorgung und die schlechte wirtschaftliche Lage zwingen die Bevölkerung zu Praktiken, welche die Ökosysteme noch stärker schädigen und dadurch die Auswirkungen des Klimawandels verstärken. Das Bevölkerungswachstum sowie aus Russland zurückkehrende Migrantinnen und Migranten, welche bis anhin durch heimgesandte Gelder viel zum Haushaltseinkommen beitrugen, bringen zusätzlichen Druck auf die vorhandenen natürlichen Ressourcen und das Einkommen. Vermehrt wird Ackerbau an steilen Hängen sowie Überweidung betrieben und Holz fürs Heizen und Kochen – aus Mangel an einem bezahlbaren und stabilen elektrischen Angebot – in nicht nachhaltiger Weise abgebaut.

Durch einen verbesserten Umgang mit den natürlichen Ressourcen könnten Gefahren durch Katastrophen erheblich eingeschränkt werden. Topographie oder klimatische Bedingungen können nicht geändert werden, das Ausmass, wie sie sich auf das Leben der betroffenen Menschen auswirken, kann jedoch beeinflusst werden. Präventive Massnahmen, welche gleichzeitig einen ökonomischen Nutzen haben, können das Risiko auf kostengünstige Weise nachhaltig vermindern.

Über Jahre hinweg hat Caritas Schweiz Instrumente zur verbesserten Bewirtschaftung von Erosionsflächen entwickelt. Neben diesen präventiven Massnahmen hat die Caritas auch lokales Wissen aufgebaut, wie in den Überschwemmungsgebieten mit kleinen Verbauungen und einem regelmässigen Unterhalt das Risiko erheblich gesenkt werden kann. Dieses Projekt baut auf diesem Wissen und den entwickelten Instrumenten auf.  

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt geht in seine dritte und letzte Phase. Diese sieht vor, die guten Erfahrungen der letzten Jahre fortzuführen und gleichzeitig in neue Gebiete auszubauen. Die in den bisherigen Phasen gebildeten Partnerschaften sowie Institutionen werden weiter gestärkt. Der Projektansatz wird dabei auf Distrikt-Ebene konsolidiert, um ihn an fähige Strukturen zu übergeben, welche die erfolgreichen Technologien und Methoden weitertragen und so die Nachhaltigkeit des Projekts sicherstellen.

Das Hauptziel des Projekts ist es, zur Reduktion der Risiken von Naturkatastrophen beizutragen und die Bevölkerungen der lokalen Gemeinschaften zu befähigen, in ihren eigenen Initiativen, ihre Widerstandsfähigkeit in Bezug auf den Klimawandel zu erhöhen. Dabei soll das Wissen der Behörden sowie der Bewohnerinnen und Bewohner aufgebaut werden, um eigene Strategien im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen.

Caritas Schweiz führt zusammen mit lokalen Partnern der Zivilgesellschaft und der lokalen Regierung folgende Projektaktivitäten durch:

Mit Sensibilisierungsaktionen und Trainings wird in der Bevölkerung das Bewusstsein über den Klimawandel und seine Risiken geschärft und Wissen zum Schutz der natürlichen Ressourcen sowie nachhaltigen Landwirtschaftsweisen aufgebaut. Dazu hat die Caritas eigenes Unterrichtsmaterial entwickelt, oder aber sie arbeitet eng mit lokalen Ausbildungsinstitutionen zusammen. Die verschiedenen Trainings richten sich an spezifische Bevölkerungsgruppen. Zum Beispiel werden Frauen bezüglich der Verbesserung von Öfen und Kochnischen ausgebildet, Jugendliche dahingehend, wie Brennholz nachhaltiger gewonnen werden kann und Männer, wie das Weideland besser gemeinschaftlich statt individuell bewirtschaftet werden kann. Das erfolgreiche Modell der letzten Phase – die Vereinigungen von Weidenutzenden – soll weiter gefördert sowie in den neuen Gebieten aufgebaut werden, um das Ressourcenmanagement zusätzlich zu verbessern.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Projektregion nehmen insgesamt eine aktive Rolle in der Planung und Umsetzung von effektiven Massnahmen ein. Darunter fallen Weidenaufforstung, verbessertes Weidemanagement, Verbesserung der Bodenstruktur, innovative Techniken zur Abgrenzung von Anbauflächen und Weiden sowie die Stabilisierung von Erosionskanälen und Hangrutschen. Diese führen dazu, dass die landwirtschaftliche Fläche in Risikozonen nachhaltiger und risikoärmer bewirtschaftet wird und die Bevölkerung ihr Einkommen sowie ihre Lebensumstände verbessern kann.

Auf institutioneller Ebene werden die Kapazitäten erhöht, evidenzbasierte Regulierungen, die eine nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen, zu entwickeln und durchzusetzen, um so die natürlichen Ressourcen zu erhalten und dem Druck und Trend der Abnutzung entgegenzusteuern. Zugleich plant das Projekt, seine Erfahrungen und erfolgreichen Methoden weiter bekanntzumachen und zu fördern. Auch werden neue Technologien zur Beobachtung der Veränderungen in der Landschaft eingeführt.

 

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