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Mali

Das Feuchtgebiet um den Wegnia-See rehabilitieren und nachhaltig ökonomisch entwickeln

Ungefähr 12'000 Menschen sind für ihre Ernährung und ihr Einkommen direkt abhängig vom Wegnia-See nördlich von Bamako. Doch der See wird – verstärkt vom Klimawandel – immer kleiner. Die Caritas unterstützt die Menschen dabei, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen, den Wegnia-See als ertragreichen Lebensraum zurückzugewinnen und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Sie arbeitet Rehabilitierungspläne aus, vermittelt Wissen zu nachhaltigem Handeln und stärkt partizipative Strukturen.

 

Land / Region / Ort
Mali, Region Koulikoro, Kreis Kolokani, Gemeinde Guihoyo


Zielgruppe
3'500 Personen in den Dörfern Wegnia und Kononi Sirakoro (direkt Begünstigte), dazu 12'000 Menschen in der weiteren Region rund um den Wegnia-See


Mittelbedarf
594’884 Franken


Projektdauer
01.10.2017 bis 30.09.2018


Projektnummer
P170079


Projektziel
Stärkung des Gleichgewichts im Nexus «Wasser – Ernährung – Energie», um damit die Resilienz der lokalen Bevölkerung im Kreis Kolokani gegenüber den Folgen von Naturkatastrophen zu erhöhen.


Projektverantwortliche
Sabine Schild, Tel: 041 419 23 48, sschildto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Mali, ein Binnenland in der Sahel-Zone, ist strukturell anfällig für Ernährungsunsicherheit und Unterernährung. Das Land lag 2016 gemäss dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) auf Rang 175 von 188 Ländern und ist somit eines der ärmsten der Welt. Schätzungsweise 50 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Mehrheit der Betroffenen sind Frauen und Kinder, die in ländlichen Gebieten wohnen. Die Lebensbedingungen im Land sind ausserdem schwierig aufgrund der seit 2012 in Mali herrschenden sozialen und politischen Krise.

Die Wirtschaft ist stark abhängig vom Primärsektor: 68 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft und Viehzucht tätig. In ländlichen Gebieten sind meist traditionelle Anbaumethoden weiterhin vorherrschend und der Zugang zu geeigneter landwirtschaftlicher Beratung ist schwierig. Da diese traditionellen Methoden oft schlecht an die sich rasch verändernden klimatischen Bedingungen (insbesondere die immer häufiger auftretenden Dürren) angepasst sind, nimmt die Armut der lokalen Bevölkerung stetig zu. Die schrumpfenden Einkommen beschleunigen dabei häufig noch zusätzlich den Missbrauch der natürlichen Ressourcen, da die Betroffenen durch das Sammeln und Verkaufen von Brennholz eine alternative Einkommensquelle suchen. 

Der Wegnia-See liegt in der ländlichen Gemeinde Guihoyo (Kreis Kolokani, Region Koulikoro), 120 km nördlich von Bamako. Ungefähr 12'000 Menschen sind direkt vom See und seiner Umgebung abhängig für die Ernährung und wirtschaftlichen Aktivitäten (Fischerei, Viehzucht und Landwirtschaft). Der See liegt in einem nach internationalem Ramsar-Standard klassifizierten Feuchtgebiet und ist das wichtigste Gemüseanbaugebiet des Kreises Kolokani. Die Umgebung des Wegnia-Sees hat ein reales Potenzial für wirtschaftliche Entwicklung, ist aber mit einem sinkenden Wasserspiegel und dem Risiko des Verschwindens des Sees konfrontiert. Traditionelle landwirtschaftliche Praktiken und klimatische Veränderungen haben die natürlichen Ressourcen verringert (Erosion an den Ufern, Reduktion der Wassermenge, Abholzung etc.) und die Biodiversität um den See ernsthaft geschmälert. Heute sind die Lebensbedingungen in der Region erheblich schlechter als früher. Dies sowie mangelnde wirtschaftliche Chancen und der fehlende Zugang zu Basisdienstleistungen führen zu einer zunehmenden Abwanderung der Bevölkerung in die Stadt.

Caritas Schweiz engagiert sich seit über 40 Jahren in Mali. Nachdem sie in den 70er Jahren vorwiegend im humanitären Bereich gearbeitet hatte, engagierte sie sich in den 80er Jahren zunehmend in der Entwicklungszusammenarbeit. Caritas Schweiz hat sich damit bei ihren lokalen Partnern eine wichtige Stellung als technischer Partner in den Bereichen Landwirtschaft, Wassermanagement und Klimawandel erarbeitet. Die Interventionen von Caritas Schweiz im ländlichen Bereich basieren dabei alle auf zwei zentralen Ansätzen: die Förderung der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und die Wichtigkeit der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung.

 

Was tun wir?

Ziel des Projekts ist die Schaffung eines Gleichgewichts im Nexus «Wasser – Ernährung – Energie», um die Resilienz (Wiederstandskraft) der lokalen Bevölkerung im Kreis Kolokani gegenüber den Folgen von Naturkatastrophen zu erhöhen. 

Durch ökologische Ansätze zur Reduktion von Katastrophen und Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel soll die natürlichen Ressource Wasser (Oberflächen- und Grundwasser) geschützt und stabilisiert werden. Ein erster Schritt zur Realisierung dieses Ziels ist die Erarbeitung, Pilotierung und dann Umsetzung eines Rehabilitierungs- und Managementplans für die Region des Wegnia-Sees zusammen mit Vertretern der Bevölkerung (Gemeinderäte, Regionalräte etc.) und weiteren lokalen Akteuren.

Das Projekt fördert zudem Produktionsmethoden, die nicht nur zu höheren Erträgen, sondern insbesondere auch zu einer nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen beitragen. Das Projekt realisiert so unter anderem einen Pilot-Garten für den Bewässerungsfeldbau, welcher primär von Frauen betrieben wird. Sie werden darin unterstützt, sich als Kooperative zu organisieren, um so auch bessere Bedingungen und Möglichkeiten auf dem Markt zu erhalten. Die Fähigkeiten der Frauen werden gestärkt, indem sie Ausbildungen zum Bewässerungsfeldbau, zur richtigen Speicherung und Haltbarmachung ihrer Produkte und in funktionaler Alphabetisierung erhalten. Ausserdem wird die Energieeffizienz der Bewohner der Dörfer Wegnia und Kononi Sirakoro gesteiget. Ausgangspunkt dazu ist eine KAP-Studie (knowledge, attitudes, practices), welche Wissen, Haltungen und Verhaltensweisen der lokalen Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Nexus «Wasser – Ernährung – Energie» erfasst. Damit erhält das Projekt unter anderem Daten zu gängigen Verhaltensweisen der Energienutzung für den Haushaltsbedarf, die landwirtschaftliche Produktion sowie die Verarbeitung. Diese Daten können dann genutzt werden, um verbesserte und effizientere Technologien zum Kochen, Produzieren, Verarbeiten und/oder Speichern von Gütern einzuführen. Ziel ist es, dass die Bewohner von Wegnia und Kononi Sirakoro Zugang zu effizienteren Technologien erhalten und damit der Druck auf die natürliche Ressource Holz - und damit das Ökosystem des Wegnia-Sees - reduziert wird.

Als übergreifendes Arbeitsprinzip berücksichgit das Projekt die Sicherstellung einer guten Gouvernanz. Die Einbindung der lokalen Bevölkerung und ihre Rechte und Pflichten bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen stehen dabei im Zentrum. Damit stärkt das Projekt die staatlichen Strukturen auf der einen Seite und die Bürgerinnen und Bürger auf der anderen Seite in ihrer jeweiligen Rolle und Verantwortung. In diesem Zusammenhang analysiert das Projekt den rechtlichen Rahmen bezüglich Landrecht und Landnutzung und eruiert wie dieser beeinflusst werden kann und muss, um die lokalen Landnutzer besser zu schützen.

Grundlage des Projekts war die Bitte der lokalen Bevölkerung, Unterstützung im Umgang mit den vor-herrschenden ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im Gebiet des Wegnia-Sees zu erhalten. Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist darum die technische Unterstützung, welche Caritas Schweiz zusammen mit verschiedenen lokalen Partnern leistet. Zu diesen Partnern gehört unter anderem der Kreis Kolokani und die Gemeinde Guihoyo, wobei das Projekt Bestandteil des neuen Sozial-, Wirtschafts- und Kulturentwicklungsplans (Plan de Développement Sociale, Economique et Culturel, PDSEC) der Gemeinde ist. Die Gemeinde ist somit die Aufsichtsbehörde über das Projekt. Zudem beteiligt sich Caritas Bamako, ein langjähriger Partner von Caritas Schweiz, an der Umsetzung des Projekts. Auch ins Projekt einbezogen ist die Nationale Direktion für Wasser und Wälder (Direction Nationale des Eaux et Forêt, DNEF), die ein wichtiger Akteur im Umweltschutzsystem in Mali ist.

 

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