Nepal: 36 erdbebensichere Schulen für die Kinder im Melamchi-Tal

Fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben vom April 2015 schliesst Caritas Schweiz den Wiederaufbau von 36 Schulen in Nepal erfolgreich ab. Evaluationen bestätigen, dass das Programm Wirkung zeigt. Generationen von Kindern können im Melamchi-Tal wieder sicher lernen – und damit einen grossen Schritt in Richtung besserer Zukunft gehen.

 

Am 25. April 2015 war von der Schule in Palchock nicht mehr viel übrig: «Das Hauptgebäude war dem Erdboden gleich, die beiden anderen Gebäude beschädigt. Wir retteten an Schulmaterial, was zu retten war», erzählt Rektor Netra Bahadur Bhuyel. Heute herrscht reger Schulbetrieb auf dem Gelände. In der Anlage mit dem strahlend gelben Hauptgebäude, hoch in den Bergen Nepals, gehen rund 220 Kinder zur Schule.

Die Hauptschule in Palchok ist eine von 36 Schulen, die Caritas Schweiz zwischen November 2015 und Ende 2019 zusammen mit Helvetas im besonders betroffenen Melamchi-Tal erdebensicher wiederaufbaute. Die Glückskette unterstützte den Wiederaufbau. Für fünf Schulen konnten Helvetas und Caritas auf die Unterstützung des Schweizerischen Roten Kreuzes zählen.

 

Bestnoten für die Bauqualität

Alle Schulen wurden mit einem Zugang zu sauberem Trinkwasser und adäquaten Sanitäranlagen ausgestattet. Die lokale Gemeinschaft war stark in den Schulbau miteinbezogen – Eltern, Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen stimmten über die Baupläne ab und wurden über den Baufortschritt informiert.

Die Caritas setzte beim Bau der erdbebensicheren Gebäude auf höchste Qualität – und konnte dieses Versprechen vollumfänglich einhalten. Zu diesem Schluss kamen neben einer internen Evaluation auch verschiedene Evaluationen von Bauexperten der Glückskette und der nepalesischen Regierung. Die lokalen Interessenvertreter anerkannten die Bauqualität weitherum als inspirierendes Beispiel: «Die Caritas hat neue Qualitätsstandards gesetzt», sagte der Bürgermeister der Gemeinde Melamchi.

Das Team sah sich beim Bau mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Besonders aussergewöhnlich heftige und unvorhersehbare Monsunregen in der Saison 2018 erschwerten die Planung und den Bauprozess. Denn die abgelegenen Dörfer waren nicht immer zugänglich, teilweise mussten Materialien mit Trägern auf die Baustelle gebracht werden. Dies führte dazu, dass die Projektdauer entsprechend angepasst werden musste.  

 
 

Die Schule als sicherer Ort – auch langfristig

Schnell Hilfe leisten, aber auch nachhaltig helfen – das war der Ansatz von Caritas Schweiz. Eltern, Lehrkräfte und Schüler erhielten Trainings in der richtigen Wartung der Schulen, damit die Gebäude möglichst lange in gutem Zustand bleiben.

Damit die Schülerinnen und Schüler sich im Falle weiterer Erdbeben künftig besser schützen können, hielt die Caritas zudem Kurse zum richtigen Verhalten in Katastrophenfällen ab. Zusätzlich führten wir mit kreativen, neuen Mitteln wie dem dazu verfassten WASH-Song Sensibilisierungskampagnen im Bereich Hygiene durch, um hygienebedingte Krankheiten zu vermeiden.  

 

Mehr als nur Infrastruktur

Nach dem Erdbeben stieg das Risiko für Kinderarbeit, da betroffene Familien Wege finden mussten, um mit den materiellen Verlusten umzugehen. Die Caritas führte daher Kampagnen durch, die die Wichtigkeit von Bildung unterstreichen und die möglichen Folgen von Kinderarbeit und früher Heirat aufzeigen. Zudem wurden besonders gefährdete Familien individuell betreut. Dies führte langsam, aber stetig zu einem höheren Bewusstsein für die Wichtigkeit der Schulbildung und zu erhöhter Anwesenheit im Unterricht, wie die interne Evaluation zeigt.

Dass der Wiederaufbau der Glückskette-Partnerhilfswerke im Melamchi-Tal Früchte trägt, ergab auch eine unabhängige Wirkungsanalyse der Glückskette. Eine grosse Mehrheit der befragten Begünstigten war der Meinung, dass sich ihre wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen deutlich verbessert haben. Zur Medienmitteilung und Wirkungsanalyse der Glückskette

Für viele Kinder im armen Sindhupalchok ist eine gute Schulbildung der einzige Ausweg aus der Armut. Dank dem Wiederaufbau der Caritas im Umfang von 15 Millionen Franken kommen 6000 heute schulpflichtige Kinder und unzählige weitere Jahrgänge diesem Ausweg einen Schritt näher.

 

Nothilfeprojekte

Caritas Schweiz war seit den ersten Tagen nach dem Erdbeben in Sindhupalchok vor Ort. Vor dem Wiederaufbau leistete die Caritas Soforthilfe und baute zusammen mit Helvetas 200 provisorische Klassenzimmer aus Wellblech für 6500 Schulkinder, damit der Unterricht für sie nicht zu lange ausfällt.

 

 

Bildergalerie: Schuleröffnung vom 22. Februar 2017

 

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