Navigation mit Access Keys

 

Wiederaufbau in Nepal nach dem Erdbeben

Ein verheerendes Erdbeben forderte im April 2015 das Leben Tausender Menschen in Nepal, und zerstörte hunderttausende von Häuser und 7’000 Schulen. Schnell Hilfe leisten, aber auch nachhaltig helfen – das ist der Ansatz von Caritas Schweiz. Durch den Wiederaufbau von erdbebensicheren Schulen stellt sie sicher, dass Kinder die Chance auf eine bessere Zukunft haben.

 
 

Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal. Hunderttausende Menschen verloren ihr Obdach und die öffentliche Infrastruktur wie Schulen und Spitäler. Der östlich von Kathmandu gelegene Distrikt Sindhupalchok war besonders schwer betroffen: 90% aller Häuser und Schulen wurden zerstört oder stark beschädigt.


Nothilfe unmittelbar nach dem Erdbeben

Caritas Schweiz war von Beginn an vor Ort und leistete Nothilfe. Zusammen mit anderen Caritas-Organisationen verteilte Caritas 6’000 Zeltblachen, 24’000 Decken und 1’150 Zelte sowie 10 Gesundheitskits, die eine minimale Gesundheitsversorgung für 30’000 Menschen während drei Monaten gewährleisten.

Damit die Kinder so rasch wie möglich wieder am Unterricht teilnehmen konnten, baute Caritas Schweiz zusammen mit Helvetas 100 provisorische Schulgebäude für 6’500 Kinder. «Nach dem Erdbeben wollte ich nicht mehr in die Schule», erinnert sich die 15-jährige Nirmala. «Ich hatte solche Angst, dass das Schulhaus bei einem Nachbeben einstürzen und ich sterben würde. Aber dann sagten meine Freunde, dass jemand provisorische Schulen gebaut habe, und dass wir Bücher bekommen würden, wenn wir hingehen. Also ging ich hin.»

 

Langfristig helfen: 34 neue, erdbebensichere Schulen

Im November 2015 begann Caritas zusammen mit Helvetas mit dem Wiederaufbau von 34 permanenten Schulgebäuden für 6’000 Schülerinnen und Schüler. Alle Schulen werden zusätzlich mit Zugang zu sauberem Trinkwasser und adäquaten Sanitäranlagen ausgestattet. Die lokale Gemeinschaft ist stark in den Schulbau miteinbezogen – Eltern, Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen stimmen über die Baupläne ab, werden über den Baufortschritt informiert und erhalten Trainings in der richtigen Wartung der Schulen. Das Projekt wird von der Glückskette und Partnern aus dem internationalen Caritas-Netzwerk unterstützt.

Die Schule als sicherer Ort

Viele Kinder waren nach dem Erdbeben traumatisiert – die Angst vor einem erneuten Erdbeben und anderen Naturkatastrophen ist gross. Die Schule soll ein sicherer Ort sein. Deshalb hat Caritas Schweiz individuelle Katastrophenvorsorge-Pläne erstellt und hält mit den Schülerinnen und Schülern Kurse zum richtigen Verhalten in Katastrophenfällen ab. Zusätzlich führt Caritas Sensibilisierungskampagnen im Bereich Hygiene durch, um hygienebedingte Krankheiten zu vermeiden.

Mehr als nur Infrastruktur: Kindern den Schulbesuch ermöglichen

Die Landbevölkerung in Sindhupalchok ist sehr arm. Nach dem Erdbeben ist das Risiko für Kinderarbeit gestiegen, da betroffene Familien Wege finden müssen, um mit den materiellen Verlusten umzugehen. Unser Ziel ist, dass alle Kinder in dem Projektgebiet in die Schule gehen können. Daher führen wir Kampagnen durch, die die Wichtigkeit von Bildung unterstreichen und die möglichen Folgen von Kinderarbeit und früher Heirat aufzeigen. Zudem werden besonders gefährdete Familien individuell betreut. Im vergangenen Jahr konnten so über 70 Kinder, die zuvor nicht die Schule besucht hatten, wieder regelmässig am Unterricht teilnehmen. Denn für viele Kinder ist eine gute Schulbildung der einzige Ausweg aus dem Armutskreislauf. Und auch Nirmala möchten sich eine besser Zukunft aufbauen.

Mit insgesamt 11 Millionen Franken will Caritas Schweiz bis Ende 2018 34 Schulen wiederaufbauen. 

 

Bildergalerie

 

Die Schule in Mahendra

 

Medienberichte

 

Aktuelles zum Projekt

Ersatzinhalte