Bosnien-Herzegowina: Projekt P220041

Schutz und Notfallversorgung für gefährdete Langzeitmigrantinnen und -migranten

 
 

Kontext und Problemstellung

Dieses Soforthilfeprojekt sichert kurzfristig den unmittelbaren Bedarf und Schutz der Zielgruppen. Es schafft auch mittelfristig Voraussetzungen für eine längerfristige, auf dauerhaftere Lösungen abzielende Unterstützung (Nexus-Dimension). Darüber hinaus soll mit der Intervention zum Abbau der entstandenen Spannungen zwischen Aufnahme- und Migrationsbevölkerung beigetragen werden.

Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2016 versuchten rund eine Million Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten, von der Türkei aus über die Balkanroute via Serbien, Ungarn und Kroatien in die EU zu gelangen. Bosnien und Herzegowina (BiH) blieb damals unbetroffen, da niemand versuchte, über BiH in die EU zu gelangen.

2016 wurde die Balkanroute durch eine politische Initiative Österreichs, Ungarns und anderer EU-Mitgliedstaaten geschlossen, die ihre Grenzen zu den Ländern des Westbalkans für Migrierende im Wesentlichen abschotteten. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch relativ wenige Menschen auf der Balkanroute verblieben: Die meisten waren bereits in die EU weitergereist, einige wurden auf der Grundlage der EU-Türkei-Erklärung vom März 2016 in die Türkei zurückgeführt, während der Rest entlang der Balkanroute buchstäblich strandete: Der Weg in die EU blieb versperrt, während eine Rückkehr in die Türkei oder gar in ihre von Krieg, Verfolgung und Armut geprägten Herkunftsländer für die weitaus Meisten ausgeschlossen ist.

 

Unsere Ziele

Durch Deckung der Grundbedürfnisse und Förderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Eingliederung werden Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlinge besser geschützt und befähigt, zunehmend zu ihrer Selbstversorgung und Entwicklung in den Transitländern (und in weiterer Folge in den Zielländern) beizutragen.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt deckt in erster Linie die Grundbedürfnisse der Migrantinnen und Migranten und der Flüchtlinge durch Zugang zu Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sowie Aufnahme in sichere Unterkünfte (safe house) und spezielle Wohnungen, in denen sie Zugang zu ausreichender Nahrung, Wasser, sanitären Einrichtungen, Kleidung und Schutz vor Gewalt erhalten.

Neben der Deckung der unmittelbarsten Grundbedürfnisse unterstützt das Projekt durch eine psychosoziale Betreuungskomponente sowohl das Personal wie auch die Bewohnerinnen und Bewohner der sicheren Unterkunft bei der Stressbewältigung, indem sie etwa Beratungsgespräche und Beschäftigungstherapie organisieren.

Mittels Krisenprävention und -bewältigung trägt Caritas Schweiz zum Abbau der durch Pandemie, fremdenfeindliche Tendenzen und Verbreitung gewalttätiger und extremistischer Narrative im Zusammenhang mit der Einwanderung zugenommenen Spannungen zwischen Migrant/innen und Aufnahmebevölkerung bei. Kulturelle Veranstaltungen sollen sichere Begegnungsräume schaffen, um Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

 

Themen und Ansätze

Angesichts der Zunahme irregulärer Migrantinnen und Migranten sowie Asylsuchender in Bosnien und Herzegowina seit 2018, fördert Caritas Schweiz die Schaffung eines funktionierenden Aufnahmesystems, das internationalen Standards entspricht, bewährte Gesundheitspraktiken zur Prävention und Bekämpfung von Covid-19 berücksichtigt sowie die Deckung der Grundbedürfnisse unter Wahrung menschenwürdiger Lebensbedingungen ermöglicht.

Das Projekt verbindet mittels innovativem Nexus-Ansatz Nothilfe- mit Entwicklungsmassnahmen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Eingliederung der Zielgruppen in die Mehrheitsgesellschaft und Möglichkeiten ihrer eigenverantwortlichen Existenzsicherung zu testen und zu fördern.

 

Projekt P220041

Thema
Humanitäre Hilfe


Projektdauer
01.05.2022 – 30.04.2023


Budget
552'669 Schweizer Franken


Projektgebiete
landesweit


Zielgruppen
Migrantinnen und Migranten / «people on the move»


Finanziert durch
DEZA, Glückskette

 

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