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Syrien

Schulbildung und Schutz für Kinder

Mit dem Bürgerkrieg ist für viele Kinder in Syrien der Schulbesuch sehr schwierig geworden. Vertreibungen und die desolate Einkommenssituation vieler Familien hat zu Schulab- und –unterbrüchen geführt. Posttraumatische Stressstörungen hindern die Kinder am Lernen. Die Qualität der Schulen hat massiv gelitten, es fehlt an Lehrpersonen. Dieses Projekt schafft zentrierte, an die Bedürfnisse der vulnerablen Schülerinnen und Schüler angepasste Lernmöglichkeiten in drei Sozialzentren in Damaskus, Aleppo und Tartus und bildet Lehrpersonen weiter. 

 

Land / Region / Ort
Damaskus, Aleppo, Tartus (Syrien)


Zielgruppe
Kinder und Jugendliche von Kriegsvertriebenen und der lokalen vulnerablen Gesellschaft (ca. 2'600); Lehrerinnen und Lehrer und Mitarbeitende von 3 Sozialzentren (ca. 150)


Mittelbedarf
2'114'678 Schweizer Franken


Projektdauer
01.09.2018 bis 31.08.2020


Projektnummer
P180075


Projektziel
Beitrag zum Schutz und zur sicheren, gleichberechtigten und kontinuierlichen Schulbildung von vulnerablen syrischen Kindern


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Vor dem Beginn der Krise lag die Einschulungsquote von syrischen Schulkindern bei 92%. Gegenwärtig sind in Syrien 2,5 Mio. Kinder intern vertrieben, 2,0 Mio. Kinder besuchen keine Schule und 6,1 Mio. benötigen Unterstützung im Bildungsbereich. Weitere 1,35 Mio. Kinder und Jugendliche drohen aus Bildungseinrichtungen auszuscheiden. Zudem hat die Qualität der öffentlichen Einrichtungen im Verlauf des achtjährigen Krieges massiv gelitten. 
Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, zeigen deutliche Anzeichen von posttraumatischen Stresssymptonen, die auf den Bürgerkrieg zurückzuführen sind. Gleichzeitig nutzen Familien häufig negative Bewältigungsstrategien, um die Einkommenssituation aufzubessern. Anstelle des Schulbesuches schicken Eltern ihre Kinder zum Arbeiten, zum Betteln und verheiraten ihre Töchter vor dem Erreichen des Erwachsenenalters. 

In den drei Regionen um die syrischen Städte Damaskus, Aleppo und Tartus, in denen dieses Projekt (EQUALS; Ensuring Quality Learning and Child Protection in Syria) ausgerichtet werden soll, fanden besonders viele intern vertriebene Syrerinnen und Syrer Zuflucht. Nach der Niederschlagung von bewaffneten Oppositionsgruppen in Afrin, Ost-Ghouta und Dara’a gelangten in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2018 zahlreiche neu oder erneut vertriebene syrische Menschen in diese drei Regionen. Mit weiteren Vertreibungen und daraus resultierenden Belastungen für die öffentliche Infrastruktur ist bei den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition auch in Zukunft zu rechnen.
Das syrische Bildungssystem ist weder in der Lage, diesen Zustrom an vertriebenen Kindern und Jugendlichen zu versorgen, noch ist es den besonderen Anforderungen bei der Versorgung von Kindern in einem von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch geprägten Umfeld gewachsen. Auch hat das Lehrpersonal vielfach das Land verlassen, so dass nicht überall ein Lehrbetrieb mit fachlich geeignetem und gebildetem Personal aufrechterhalten werden kann.

Die syrische Regierung schliesst derzeit Interventionen ausländischer Akteure im staatlichen Bildungswesen generell aus. Gleichzeitig betrachtet ein Grossteil der ausländischen Gebergemeinschaft die politischen Voraussetzungen für eine Finanzierung des Wiederaufbaus für noch nicht erfüllt. Die internationale Förderung des syrischen Bildungssektors wird daher durch viele Faktoren behindert.

In dieser Situation ist der Bedarf an humanitären Hilfsleistungen im Bildungsbereich (Education in Emergencies) deutlich gestiegen. Konfliktsensible Interventionsformate, die im informellen Bildungssektor ansetzen, sind gegenwärtig die einzige Möglichkeit für Interventionen im Sektor. Dabei gilt es einerseits, einen sicheren Rahmen für die Umsetzung von Bildungsmassnahmen zu schaffen. Zum anderen ist eine Pädagogik gefordert, welche die posttraumatische Situation der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt und diese behutsam für einen (Wieder-)eintritt in das formale Schulsystem befähigt. Flankierende Massnahmen zur Vermittlung Bedürftiger in andere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen können die Resilienz der Kinder und Jugendlichen dabei weiter stärken. 

 

Was tun wir?

Seit dem Jahr 2016 hat Caritas Schweiz profunde Erfahrung bei der Ausrichtung von Bildungsprojekten für syrische Flüchtlinge im Libanon gesammelt. Ziel dieser Projektarbeit ist es, die Qualität der Schulbildung zu stärken und den Verbleib von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Schulwesen durch Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe zu sichern. Weiterhin verfügt die Caritas Schweiz seit 2014 über eine erfolgreiche Kooperation im Nothilfebereich mit dem Jesuit Refugee Service (JRS), der in Syrien 9 Zentren betreibt.

Caritas und JRS haben vom Europäischen Amt für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO) nun Unterstützung für das Projekt EQUALS erhalten, um die Bildung und den Schutz von 2'600 syrischen Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das Projekt schafft Schülerinnen und Schülern zentrierte Lernmöglichkeiten in den drei JRS-Sozialzentren Jaramana (Damaskus), Al-Sakhour (Aleppo) und Kafroun (Tartus). Der pädagogische Ansatz ist dabei stark an die Bedürfnisse der geflüchteten oder lokalen vulnerablen Kinder angepasst und ergänzt den reinen Bildungsauftrag um Massnahmen der psychosozialen Betreuung, Vermittlung von Sozialleistungen, Transportkostenübernahme und Verpflegung. 

Weiterhin stärkt EQUALS die Kapazität von Lehrpersonal und Zentrumsmitarbeitenden im Hinblick auf den Krisenkontext. Hierbei wendet die Caritas den eigens entwickelten pädagogischen Ansatz Essence of Learning an, der bereits in anderen Krisenkontexten in Kosovo, Tschetschenien, Bangladesch und in den Palästinensischen Gebieten erfolgreich eingesetzt wurde. Dabei werden Lehrpersonen in die Lage versetzt, die kognitiven Fähigkeiten der Kinder zu reaktivieren und die Rückkehr zu einem individuellen Lernpfad und den späteren Eintritt in das öffentliche Schulwesen zu ebnen. 

Die Sozialzentren von JRS bieten einen sicheren Rahmen für die Kurse, die in der Regel sechs Monate mit 4 Unterrichtseinheiten pro Woche à 3-4 Stunden dauern und thematisch eine Hausaufgabenunterstützung bei der Vermittlung von Grundwissen in Mathematik, Lesen und Elementen der Essence of Learning umfassen. Die Kinder erhalten während der Teilnahme am Kurs pro Tag ein warmes Mittagessen, welche in den Küchen der Zentren hergestellt werden und eine vielseitige Ernährung sicherstellen. Für Kinder, die nicht selbständig zu den Sozialzentren gelangen können, wird ein Transport vom und zum Unterricht ermöglicht.  
Zusätzlich zur direkten Förderung von Kindern werden 150 Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet, um die pädagogischen Anforderungen für den Unterricht mit psychisch stark belasteten Kindern zu bewältigen. Das Erkennen von Symptomen wie Angstzustände, Abwendung und Selbst-Isolation, Bettnässen und Aggressionen wird vermittelt und angemessene Reaktionsmöglichkeiten trainiert. 

Institutionell wird JRS gestärkt, um einen Beitrag für die Rückkehr der Kinder in das formale Schulsystem zu leisten. Hierfür wird das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Verwaltungsprozesse und des Datenmanagement-Systems von JRS leisten.
Im Fall einer Verschärfung der Sicherheitslage und neu entstehender Flüchtlingsströme könnte das Projekt auf andere Landesteile ausgedehnt werden.

 

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