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Somaliland

Nothilfe für von der Hungerkrise betroffene Familien

Fast ein Viertel der Menschen, die in der autonomen Region Somaliland in Somalia leben, sind akut oder schwer unterernährt. Besonders Kleinkinder und schwanger oder stillende Frauen sind betroffen, immer mehr Fälle von Cholera treten zudem auf. Caritas unterstützt besonders bedürftige Familien finanziell, damit sie auf dem lokalen Markt Lebensmittel kaufen können. Zudem verbessert sie den Zugang der Familien zu Gesundheitsversorgung und schult schwangere und stillende Mütter in Hygiene und Ernährungssicherheit.

 

Land / Region / Ort
Regionen Sool und Sanaag in Somaliland


Zielgruppe
400 besonders gefährdete Familien, insbesondere schwangere Frauen und stillende Mütter, weiblich geführte Haushalte und Familien mit älteren sowie kranken Familienmitgliedern


Mittelbedarf
542'950 Franken


Projektdauer
01.03.2018 bis 28.02.2019


Projektnummer
P170096


Projektziel
Verbesserung der Ernährungssituation 400 besonders gefährdeter Familien und verbesserter Zugang zur Behandlung von Unterernährung für die Bevölkerung in 10 Dörfern in Sool und Sanaag (16'738 direkt Begünstigte)


Projektverantwortliche
Myriam Haberecht, Tel. 041 419 24 07, mhaberechtto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Somaliland ist eine autonome Region im Nordwesten von Somalia. Die Ernährungssituation im gesamten Somaliland hat sich aufgrund von schweren und wiederkehrenden Dürren im vergangenen Jahr rapide verschlechtert. Es gab kaum Ernteertrag. Zudem haben viele Hirten ihr Vieh als einzige Lebensgrundlage für sich und ihre Familien verloren und sind nun auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Laut Analysen von Ernährungsexperten tritt auch in den kommenden Monaten keine Besserung ein, da die Regenfälle im Herbst sehr schwach ausgefallen sind.

In der Projektregion von Caritas Schweiz, in Sanaag und Sool, ist die Lage besonders besorgniserregend. Laut UNICEF sind knapp 25 Prozent der Bevölkerung von Sanaag und Sool akut unterernährt und schwer unterernährt. Dies betrifft insbesondere Kinder unter 5 Jahren sowie schwangere und stillende Frauen. Die Nothilfe von Hilfsorganisationen konnte bislang die schlimmen Folgen der Dürren vermindern, jedoch ziehen sich immer mehr Hilfsorganisationen mangels finanzieller Mittel zurück. Prognosen für die Zukunft betonen das hohe Risiko einer Hungersnot, sollten weitere Hilfsorganisationen ihre Ernährungsprogramme einstellen. Hinzu kommt, dass immer mehr Fälle von Cholera auftreten. Das Risiko eines Cholera-Ausbruchs ist besonders in Siedlungen für intern vertriebene Personen hoch angesichts der mangelhaften Hygienesituation.  

 

Was tun wir?

Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Candlelight führt Caritas Schweiz Nothilfeaktivitäten durch, um die akute Ernährungssituation der betroffenen Bevölkerung zu stabilisieren.

400 Familien die besonders von Unterernährung gefährdet sind, werden drei Monate lang mit Bargeldtransfers via Mobiltelefon unterstützt, so dass sie selbstbestimmt und gemäss ihrer individuellen Bedarfe Essen kaufen können. Von diesen Massnahmen profitieren auch lokale Händler. Die Begünstigten des Bargeldtransfers werden zusammen mit den Dorfältesten ausgewählt. Vor allem schwangere Frauen, stillende Mütter, weiblich geführte Haushalte sowie Familien mit kranken und alten Familienmitgliedern werden mit Hilfe der Bargeldtransfers unterstützt.

Zudem stellt Caritas Schweiz sicher, dass die Bevölkerung im Projektgebiet einen besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und Ernährungshilfe hat. So bildet Caritas Schweiz zwei mobile Gesundheitsteams bestehend aus einer Krankenschwester, zehn Gesundheitspflegern und einem Fahrer aus. Die mobilen Gesundheitsteams besuchen die Gemeinden, um die Bevölkerung über wichtige Hygienemassnahmen als Schutz vor Cholera zu informieren und um Fälle von Unterernährung zu untersuchen sowie frühzeitig zu erkennen. Einfache Fälle von Unterernährung behandeln die Gesundheitsteams selbst Mithilfe von therapeutischer Zusatznahrung. Schwere und komplexe Fälle von Unterernährung transportieren sie in nahe gelegene Krankenstationen. Zudem statten die mobilen Gesundheitsteams Hausbesuche bei Familien mit kleinen Kindern ab, um Mütter aufzuklären, wie sie ihre Kinder durch eine ausgewogene Ernährung und Stillen vor Unterernährung am besten schützen können.

Um die Qualität der Behandlung in den Krankenstationen zu verbessern, organisiert Caritas Schweiz zusätzlich ein Training für 18 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Behandlung von komplizierten Fällen von schwerer Unterernährung, durchgeführt von einem internationalen Ernährungsexperten.

Damit langfristig sichergestellt wird, dass Fälle von Unterernährung schnell behandelt werden, bildet Caritas Schweiz freiwillige Helfer in den Dörfern dazu aus, Fälle von Unterernährung zu identifizieren und an Krankenstationen zu überweisen. 

 

Video: Ein Einblick in unsere Hilfe in Somaliland (in Englisch)

 

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