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Somaliland

Nothilfe für von Dürre betroffene Familien

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Somalias leidet unter einer akuten Hungerkrise. Besonders betroffen ist die autonome Region Somaliland. Immer mehr Kinder sind stark mangelernährt oder leiden unter akuten und gefährlichen Durchfallerkrankungen. Caritas unterstützt besonders bedürftige Familien finanziell, damit sie auf dem lokalen Markt Lebensmittel kaufen können, und verteilt Nothilfegüter wie Decken oder Kochutensilien. Zudem rehabilitiert sie Wasserspeicher und schult schwangere und stillende Mütter in Hygiene und Ernährungssicherheit.

 

Land/Region/Ort:
Regionen Sool, Sanaag, Togdheer in Somaliland


Zielgruppe:
Familien im ländlichen Gebiet, die stark von Mangel- und Unterernährung betroffen sind, insbesondere schwangere Frauen, Mütter und Kinder (10'680 indirekt Begünstigte).


Mittelbedarf:
768'739 Franken


Projektdauer:
01.07.2017-31.12.2017


Projektnummer:
P170061


Projektziel:
Stabilisierung der Ernährungssituation von der Dürre betroffener Familien durch finanzielle Zuschüsse


Projektverantwortlicher:
Myriam Haberecht, Tel. 041 419 24 07, mhaberechtto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Durch die anhaltende Dürre in Somalia leiden über 6.7 Millionen Menschen unter einer Hungerkrise. Somit ist mehr als die Hälfte von Somalias 12.6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern auf humanitäre Hilfe angewiesen. Aufgrund der Regenknappheit ist die letztjährige Ernte fast im ganzen Land ausgefallen und grosse Bestände an Vieh sind zugrunde gegangen, was die Lebensgrundlagen der vorwiegend pastoralen Bevölkerung stark beeinträchtigt hat. Die Menschen Somalias leiden seit Jahren unter Nahrungsmittelknappheit und unter widrigen Lebensumständen. Zudem erschwert der seit langem bestehende Konflikt in Somalia die Situation der Bevölkerung. Viele wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Das autonome Somaliland im Nordwesten des Landes ist besonders schwer von der aktuellen Hungerkrise betroffen. In den Regionen Sool, Sanaag und Togdheer haben Viehhüter 60 Prozent ihres Bestandes verloren. Immer mehr Kinder sind akut mangelernährt oder leiden unter lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen, wodurch die Sterberate stark angestiegen ist. Behörden gehen davon aus, dass die Bevölkerung in den kommenden Monaten verstärkt auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein wird, da momentan Trockenzeit herrscht. Die nächste Regenzeit tritt voraussichtlich erst im Oktober 2017 ein, und ob sie Linderung bringt, ist noch nicht abschätzbar.

Caritas Schweiz leistet in Zusammenarbeit mit der lokalen somalischen Organisation Candlelight Nothilfe in 10 Dörfern in Sool, Sanaag und Togdheer.

 

Was tun wir?

Ziel dieses Nothilfeprojekts ist es, die Ernährungssituation von besonders gefährdeten Haushalten im Osten von Somaliland zu stabilisieren und sie in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen wiederkehrende Dürren zu stärken. Vor diesem Hintergrund wird die Caritas zusammen mit ihrer lokalen Partnerorganisation Candlelight folgende Aktivitäten ausführen:

  • 600 Familien erhalten finanzielle Unterstützung, so dass sie Lebensmittel am lokalen Markt kaufen können.
  • Gemeinden profitieren von der Verteilung von Nothilfegüter wie Decken und Hygienemittel, sowie durch wiederhergestellte Systeme zur Regenwassergewinnung durch ein Cash-for-Work-Programm.
  • Schwangere und stillende Mütter erhalten gezielte Trainings in Hygiene und Ernährungssicherheit, um ihr Wissen über die negativen Auswirkungen von Mangelernährung und die Gefahren von akuten Durchfallerkrankungen zu verbessern. 

Die Caritas unterstützt insgesamt 600 Familien in Sool, Sanaag und Togdheer mit monatlichen Bargeldzahlungen über drei Monate hinweg. Dadurch können die Familien selbst darüber entscheiden, welche Lebensmittel sie angesichts ihrer Bedürfnisse kaufen möchten, wodurch sie ein Stück Eigenständigkeit und Würde zurückerhalten. Diese Intervention unterstützt vor allem Familien, die besonders von Mangelernährung gefährdet sind, wie schwangere Frauen und stillende Mütter, von Frauen geführte Haushalte, ältere, kranke und behinderte Personen.

Zudem erhalten die 600 Familien je nach Bedarf Nothilfegüter wie beispielsweise Decken, Kochutensilien und Hygienemittel, die in den betroffenen Dörfern nicht erhältlich sind. Alle Güter werden in Somaliland erworben, damit das Geld in die lokale Wirtschaft fliesst.

Um die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden langfristig zu stärken, wird Caritas unterirdische, zementierte Wasserspeicher rehabilitieren. Durch diese Wasserspeicher kann Regenwasser aufgefangen und für eine spätere Nutzung aufbewahrt werden. Für den Bau dieser Speicher werden 120 lokale Arbeiter angestellt, die dadurch von einem zusätzlichen Einkommen profitieren.

Oft können die Auswirkungen von der Nahrungsmittelknappheit durch ein verbessertes Bewusstsein für richtige Hygiene und Ernährung gemindert werden. Daher führt Caritas eine Hygiene- und Ernährungskampagne für schwangere Frauen und stillende Mütter durch. Zudem werden an die 600 Familien, die finanzielle Unterstützung erhalten, Informationsmaterialien über hygienebedingte Krankheiten sowie spezielle Hygienesets verteilt. 

 

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