Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert

Das Corona-Virus hält die ganze Welt in Atem. Viele Projektländer der Caritas sind betroffen. Gerade für die Ärmsten in den Entwicklungsländern sind die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise gravierend. Zum Schutz der verletzlichsten Menschen sind Hygienemassnahmen, medizinische Unterstützung und humanitäre Nothilfe nötig. Angesichts der weltumspannenden Gesundheits- und Wirtschaftskrise erhält der Kampf gegen Armut neue Dringlichkeit.

 

In vielen Entwicklungsländern Lateinamerikas und in Asien steigen die Infektionszahlen derzeit stark an. Auch in Afrika haben sich gegen 200 000 Menschen mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. Weil nur wenige Tests durchgeführt werden, dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen.

Wegen mangelhafter Ernährung und fehlender sanitärer Grundversorgung ist der Gesundheitszustand der ärmsten Bevölkerung schon heute prekär. Die Zahl geschwächter Menschen mit chronischen Krankheiten ist hoch. Bereits in Zeiten ohne Epidemien stossen die staatlichen Gesundheitssysteme vieler Entwicklungsländer an ihre Grenzen. 

Weil vielerorts öffentliche Sozialsysteme und staatliche Unterstützung fehlen, geraten die Ärmsten in Entwicklungsländern in existenzielle Nöte. Bereits vor der Gesundheitskrise hat der Hunger in der Welt zugenommen. Doch nun, mit dem Virus, wird sich die Lage nochmals deutlich verschlimmern. Bereits befürchtet die UNO, die Zahl der Hungernden könnte sich bis Ende Jahr verdoppeln. 

Massnahmen von Caritas Schweiz in den Projektländern

In einer ersten Phase verstärkt Caritas Schweiz in den Projektländern die Hygienemassnahmen, sensibilisiert und leistet Überlebenshilfe. Für diese Hilfe setzt Caritas Schweiz 3 Millionen Franken ein.

  • So starten wir in Haiti ein Hilfsprojekt, das auf die Erfahrungen im Kampf gegen die Cholera baut. Die gefährdete Bevölkerung wird auf die absolute Notwendigkeit von Hygienemassnahmen sensibilisiert und erhält dafür unerlässliche Artikel wie Seife.
  • In Syrien haben wir Schulkindern und ihren Familien in unseren Projekten Hygienepakete mit Seife, Handtüchern und Desinfektionsmittel abgegeben. Rechtzeitig vor den staatlich angeordneten Schulschliessungen haben wir für die Kinder Aufklärungskampagnen und Hygieneschulungen durchgeführt.
  • In Indonesien informieren wir die Bevölkerung in unserem Projektgebiet über die Gefahren des Coronavirus und wie sie sich mit Hygienemassnahmen und einfachen Verhaltensregeln (social distancing) vor einer Infektion schützen können. Zudem verteilen wir Hygienepakete inklusive Seife und desinfizierenden Putzmittel an die Familien. 
  • In Bosnien-Herzegowina unterstützen wir in den kommenden drei Monaten 6000 Personen aus besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Dazu zählen Familien, die aufgrund der Corona-Krise ihr Einkommen verloren haben, sowie Alleinerziehende, ältere, kranke und behinderte Menschen. Sie erhalten Nothilfegüter wie Lebensmittel und Hygieneartikel oder Einkaufsgutscheine, mit denen sie ihre Grundbedürfnisse in lokalen Geschäften decken können.
  • In Bolivien haben wir in den Städten La Paz/El Alto, Cochabamba, Santa Cruz und weiteren Ortschaften, sowie in Peru an der Grenze zu Bolivien Anfang April Nothilfemassnahmen gestartet. Wir verteilen Lebensmittel und Einkaufsgutscheine, Hygieneartikel und Schutzmaterial an 200 venezolanische Flüchtlingsfamilien und an 1545 besonders gefährdete Bolivianerinnen und Bolivianer, die Aufgrund des Ausgehverbots keine Möglichkeit mehr haben, Geld zu verdienen. Den Familien werden zudem Unterkünfte zur Verfügung gestellt.
  • Caritas Schweiz arbeitet im Südsudan in der Corona-Task-Force des Staates Eastern Equatoria mit. Dabei übernehmen wir die Aufgabe, die Bevölkerung über Risiken und Vorbeugemassnahmen zu informieren. In Radio-Sendungen und mit auf Fahrzeugen installierten Mikrofonen werden diese Informationen bis in abgelegene Dörfer verbreitet. Zudem erhalten 3000 Haushalte Eimer mit Auslass sowie Seife. Sieben Bohrlöcher werden wieder funktionsfähig gemacht, um den Zugang zu sauberem Wasser für die persönliche Hygiene zu verbessern. 30 Hygiene-Promotoren der Caritas Schweiz machen Hausbesuche und informieren die Menschen über das Corona-Virus und wirksame Hygienemassnahmen.
  • In Tadschikistan versorgen wir bis Ende Juni 1350 Schulen mit Seife und Desinfektionsmittel für eine gute Hygiene beim Händewaschen.
  • In Mali unterstützen wir die lokalen Behörden bei der Prävention gegen das Coronavirus, unter anderem mit Radio-Sendungen, die über 2 Millionen Menschen erreichen. 3600 besonders betroffene Personen in 31 Dörfern erhalten Nahrungsmittelhilfe. 
  • In Burkina Faso stärken wir die Widerstandskraft der besonders gefährdeten Bevölkerung in ländlichen Gebieten durch Gesundheitsprävention und Lebensmittelverteilungen. Davon profitieren über 60'000 Personen.
  • Im strukturell schwachen Nordosten von Brasilien, wo über ein Drittel aller COVID-19-infizierten Personen im Land leben, erhalten bedürftige Familien Lebensmittelpakete. Die Nahrungsmittel werden bei lokalen Produzenten beschafft, um für sie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzuschwächen. Wir verteilen weiter Hygienekits und informieren über die digitalen Kommunikationskanäle, das lokale Radio und Drucksachen breit zu Hygiene- und Präventionsmassnahmen. Mitarbeitende und Freiwillige der Partnerorganisation, aber auch die lokalen Bevölkerung werden mit Schutzausrüstung und -bekleidung ausgestattet.

  • In Jordanien erhalten über 750 Familien Nothilfe in Form von Geldtransfers und werden somit dabei unterstützt, ihre Grundbedürfnisse zu sichern.

Die grosse Mehrheit der Menschen in den Projektländern der Caritas Schweiz lebt von Tag zu Tag, hat meist ungeregelte Arbeitsverhältnisse und verfügt über keinerlei finanzielle Absicherung durch ein staatliches Sozialsystem. Aufgrund von Corona ergriffene Massnahmen wie Ausgangsperren oder Grenzschliessungen bekommen die Menschen sehr schnell und gravierend zu spüren. Die informelle Wirtschaft bricht zusammen, der Handel ist zunehmend erschwert oder gar verunmöglicht. Es ist zu erwarten, dass Armut und Hunger sprunghaft ansteigen werden. Frauen und Kinder werden davon besonders betroffen sein. Caritas Schweiz wird sich dafür engagieren, die fatalen Folgen für die Schwächsten der Gesellschaft abzumildern. 

 

Bilder der Hilfe vor Ort

 
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
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Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Hilfsmassnahmen in Bolivien. (c) Caritas Schweiz
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
Hilfsmassnahmen in Indonesien. (c) Yayasan Pusaka Indonesia
 

Solidarität über Grenzen hinweg 

Die Schweiz ist gefordert, nicht nur die eigenen Probleme im Auge zu haben. «Um zu verhindern, dass die Corona-Krise zu einer globalen Entwicklungskrise wird, darf Solidarität nicht an Ländergrenzen enden. Gerade in einer weltumspannenden Gesundheitskrise zeigt sich, wie wichtig das schweizerische Engagement in der internationalen Zusammenarbeit gegenüber den ärmsten Ländern ist», unterstreicht Patrik Berlinger von der Fachstelle Entwicklungspolitik der Caritas Schweiz. 

Projektarbeit der Caritas Schweiz betroffen 

Für die Projektarbeit der Caritas Schweiz in rund 20 Ländern ist die Corona-Pandemie auch eine grosse organisatorische Herausforderung. Wir sind von nationalen und internationalen Reiseeinschränkung betroffen. Wir haben aber langjährige Mitarbeitende und Partnerorganisationen vor Ort, die dringende Nothilfe für die Betroffenen leisten. «Wo immer es geht, führen wir unsere Projektarbeit für die betroffene Bevölkerung weiter und versuchen rasch, auf die neuen Bedürfnisse der Menschen zu reagieren und Nothilfe zu leisten», sagt Franziska Koller, Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit der Caritas Schweiz.

Um diese Projekte durchzuführen, ist Caritas Schweiz auf Spenden angewiesen. 

 

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