Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert

Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Viele Projektländer der Caritas sind betroffen. Gerade für die Ärmsten in den Entwicklungsländern sind die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise gravierend. Zum Schutz der verletzlichsten Menschen sind Hygienemassnahmen, medizinische Unterstützung und humanitäre Nothilfe nötig. Angesichts der weltumspannenden Gesundheits- und Wirtschaftskrise erhält der Kampf gegen Armut neue Dringlichkeit.

 

«Inzwischen kennt hier fast jeder jemanden, der erkrankt oder gestorben ist», erzählt Richard Haep, unser Landesdirektor in Bolivien. «Die Ärmsten, darunter die venezolanischen Migrantinnen und Migranten und viele indigene Völker, sind der Krankheit besonders schutzlos ausgeliefert. Viele stehen vor einer unmöglichen Entscheidung: kein Einkommen zu haben oder sich bei der Arbeit dem immensen Ansteckungsrisiko – in La Paz ist unter Berücksichtigung der Dunkelziffer schätzungsweise jede zehnte Person infiziert – auszusetzen. Die Krankenhäuser sind überlastet, Medikamente und Sauerstoff fehlen.»

In vielen Entwicklungsländern steigen die Infektionszahlen stark an. Indien ist nach den USA und Brasilien das dritte Land, das die Schwelle von zwei Millionen Infektionen überschritten hat. Inzwischen verzeichnet Lateinamerika die meisten bestätigten Virus-Toten weltweit. In Afrika haben sich mehr als eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Weil nur wenige Tests durchgeführt werden, dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen. Angekommen ist das Virus mittlerweile in sämtlichen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Die ärmsten Menschen trifft es am härtesten

In Entwicklungsländern wirkt sich die Covid-19-Pandemie drastisch auf die Gesundheit aus: Vielerorts mangelt es wie in Bolivien an den einfachsten Behandlungsmöglichkeiten. Angemessene und bürgernahe Gesundheitssysteme fehlen. Ebenso drastisch sind die Folgen für die Wirtschaft und das soziale Leben: Viele Menschen haben weder geregelte Arbeitsverhältnisse noch Ersparnisse, auf die sie zurückgreifen können. Ohne ein öffentliches, funktionierendes Sozialsystem verlieren sie rasch ihre Existenzgrundlage und Perspektiven für die Zukunft.

Wie immer trifft es auch in der aktuellen Krise die ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsteile besonders schlimm. Schon in normalen Zeiten leben sie von der Hand in den Mund. Nun werden die Ärmsten gänzlich in Hunger und Not getrieben: Sie leiden an staatlich verordneten Ausgangssperren und der einbrechenden Wirtschaft. Sie leiden unter höheren Lebensmittelpreisen und daran, dass ihre Angehörigen im Ausland ihnen weniger Heimatüberweisungen, sogenannte Rimessen, zurücküberweisen können.

Massnahmen von Caritas Schweiz in den Projektländern

Caritas Schweiz engagiert sich dafür, die fatalen Folgen für die Schwächsten der Gesellschaft abzumildern. In einer ersten Phase verstärken wir in den Projektländern die Hygienemassnahmen, sensibilisieren und leisten Überlebenshilfe. Für diese Hilfe setzt Caritas Schweiz 5,6 Millionen Franken ein.

Erfahren Sie, wie die Caritas konkret hilft (Details beim Klick aufs Fähnchen):

 

Die Hilfe der Caritas im Rahmen der Corona-Krise im Ausland

 

Solidarität über Grenzen hinweg 

Laut dem Welternährungsprogramm (WFP) der UNO könnte sich die Zahl der akut Hungergefährdeten im Zuge der Corona-Krise auf 265 Millionen Menschen verdoppeln. Die Weltbank erwartet, dass bis zu 100 Millionen Menschen durch die Pandemie in extreme Armut abrutschen. Im schlimmsten Fall gehen die Vereinten Nationen (UNO) sogar von knapp 400 Millionen Menschen aus. Damit würde sich die Zahl der Menschen, die weltweit von weniger als 2 Franken pro Tag leben, auf mehr als eine Milliarde erhöhen.

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen drohen die weltweiten Fortschritte bei der Armutsbekämpfung um 20 Jahre zurückzuwerfen.

 «Um zu verhindern, dass die Corona-Krise zu einer globalen Entwicklungskrise wird, darf Solidarität nicht an Ländergrenzen enden. Gerade in einer weltumspannenden Gesundheitskrise zeigt sich, wie wichtig das schweizerische Engagement in der internationalen Zusammenarbeit gegenüber den ärmsten Ländern ist», unterstrich  Patrik Berlinger von der Fachstelle Entwicklungspolitik der Caritas Schweiz bereits zu Beginn der Corona-Krise. 

Projektarbeit der Caritas Schweiz betroffen 

Für die Projektarbeit der Caritas Schweiz in rund 20 Ländern ist die Corona-Pandemie auch eine grosse organisatorische Herausforderung. Wir sind von nationalen und internationalen Reiseeinschränkung betroffen. Wir haben aber langjährige Mitarbeitende und Partnerorganisationen vor Ort, die dringende Nothilfe für die Betroffenen leisten. «Wo immer es geht, führen wir unsere Projektarbeit für die betroffene Bevölkerung weiter und versuchen rasch, auf die neuen Bedürfnisse der Menschen zu reagieren und Nothilfe zu leisten», sagt Franziska Koller, Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit der Caritas Schweiz.

Um diese Projekte durchzuführen, ist Caritas Schweiz auf Spenden angewiesen. 

 

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