Corona-Krise: Unsere Solidarität mit armen Ländern ist gefordert

Das Coronavirus betrifft die ganze Welt. Viele Projektländer der Caritas sind bisher noch weniger betroffen als etwa die Schweiz. Das dürfte sich aber innert kürzester Frist ändern. Die Folgen für die ärmsten Menschen in diesen Ländern werden gravierend sein. Um eine Ausbreitung wo immer möglich einzudämmen, sind jetzt in erster Linie Hygienemassnahmen notwendig. Zudem erhält der Kampf gegen Armut neue Dringlichkeit. 

 

Bislang vermelden beispielsweise die Länder Afrikas noch wenige Infizierte und Todesopfer. Die Zahlen sind allerdings trügerisch. Zum einen steigen die Corona-Fälle stark an. Zum anderen werden nur wenige Tests durchgeführt. Die tatsächliche Zahl der infizierten Personen dürfte deutlich höher liegen. 

Wegen mangelhafter Ernährung und fehlender sanitärer Grundversorgung ist der Gesundheitszustand der ärmsten Bevölkerung schon heute prekär. Die Zahl geschwächter Menschen mit chronischen Krankheiten ist hoch. Bereits in Zeiten ohne Epidemien stossen die staatlichen Gesundheitssysteme vieler Entwicklungsländer an ihre Grenzen. 

Hygienemassnahmen in Haiti, Syrien und Indonesien

In einer ersten Phase verstärkt Caritas Schweiz in den Projektländern die Hygienemassnahmen. So starten wir in Haiti ein Hilfsprojekt, das auf die Erfahrungen im Kampf gegen die Cholera baut. Die gefährdete Bevölkerung wird auf die absolute Notwendigkeit von Hygienemassnahmen sensibilisiert und erhält dafür unerlässliche Artikel wie Seife. In Syrien haben wir Schulkindern und ihren Familien in unseren Projekten Hygienepakete mit Seife, Handtüchern und Desinfektionsmittel abgegeben. Rechtzeitig vor den staatlich angeordneten Schulschliessungen haben wir für die Kinder Aufklärungskampagnen und Hygieneschulungen durchgeführt. In Indonesien informieren wir die Bevölkerung in unserem Projektgebiet über die Gefahren des Coronavirus und wie sie sich mit Hygienemassnahmen und einfachen Verhaltensregeln (social distancing) vor einer Infektion schützen können. Zudem verteilen wir Hygienepakete inklusive Seife und desinfizierenden Putzmittel an die Familien. 

Die grosse Mehrheit der Menschen in Haiti, Syrien, Indonesien und weiteren Projektländern der Caritas Schweiz lebt von Tag zu Tag, hat meist ungeregelte Arbeitsverhältnisse und verfügt über keinerlei finanzielle Absicherung durch ein staatliches Sozialsystem. Aufgrund von Corona ergriffene Massnahmen wie Ausgangsperren oder Grenzschliessungen bekommen die Menschen sehr schnell und gravierend zu spüren. Die informelle Wirtschaft bricht zusammen, der Handel ist zunehmend erschwert oder gar verunmöglicht. Es ist zu erwarten, dass Armut und Hunger sprunghaft ansteigen werden. Frauen und Kinder werden davon besonders betroffen sein. Caritas Schweiz wird sich dafür engagieren, die fatalen Folgen für die Schwächsten der Gesellschaft abzumildern. 

 

Videobotschaft aus dem Südsudan, 31.03.2020

 

Solidarität über Grenzen hinweg 

Die Schweiz ist gefordert, nicht nur die eigenen Probleme im Auge zu haben. «Um zu verhindern, dass die Corona-Krise zu einer globalen Entwicklungskrise wird, darf Solidarität nicht an Ländergrenzen enden. Gerade in einer weltumspannenden Gesundheitskrise zeigt sich, wie wichtig das schweizerische Engagement in der internationalen Zusammenarbeit gegenüber den ärmsten Ländern ist», unterstreicht Patrik Berlinger von der Fachstelle Entwicklungspolitik der Caritas Schweiz. 

Projektarbeit der Caritas Schweiz betroffen 

Für die Projektarbeit der Caritas Schweiz in rund 20 Ländern ist die Corona-Pandemie auch eine grosse organisatorische Herausforderung. Wir sind von nationalen und internationalen Reiseeinschränkung betroffen. Unsere Experten können nicht mehr vor Ort reisen. In manchen Ländern mussten wir bereits erste Projektaktivitäten einstellen, weil Schulen geschlossen und Sitzungen und Veranstaltungen nicht mehr erlaubt sind. «Wo immer es geht, führen wir unsere Projektarbeit für die betroffene Bevölkerung weiter und versuchen rasch, auf die neuen Bedürfnisse der Menschen zu reagieren und Nothilfe zu leisten», sagt Franziska Koller, Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit der Caritas Schweiz.  

Um diese Projekte durchzuführen, ist Caritas Schweiz auf Spenden angewiesen. 

 

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