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Tschad

Ausbau der Produktion von Erdnüssen und Karité

Veränderte klimatische Bedingungen, mangelndes landwirtschaftliches Gerät und Know-how und der fehlende Zugang zu den Märkten führen im Tschad dazu, dass die Ernteerträge gering sind. Gemeinsam mit Partnern setzt Caritas in den Regionen Moyen Chari, Mandoul und Logone Oriental auf den Ausbau der Wertschöpfungskette von Erdnüssen und der Karitéfrucht (Sheanuss). Verbessertes Saatgut und angepasste Technologien steigern die Qualität und Quantität der Ernten. Über Dachorganisationen werden die Bauernfamilien betreut, sie können ihre Produkte besser vermarkten und durch Kleinkredite Geräte anschaffen. 

 

Land/Region/Ort:
Tschad, Moyen Chari, Mandoul und Logone Orientale


Zielgruppe:
450'000 Personen, davon 234'000 Frauen


Budget:
8 Mio. Franken


Projektdauer:
1.06.2015-31.05.2019


Projektnummer:
P150015


Projektziel:
Die Wertschöpfungsketten Karité und Erdnuss sind strukturiert, professionalisiert und die Produkte sind auf dem Markt verfügbar, von guter Qualität und werden nachgefragt.


Projektverantwortliche/r:
Sabine Schild, Tel: 041 419 23 48; sschildto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Der Tschad ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 600 US-Dollar (2009) eines der ärmsten Länder der Welt. Im Index für menschliche Entwicklung der UNO belegt das Land Platz 173 von 177. Zwei Drittel der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben, und lediglich drei von zehn Personen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Mit einer Fläche von knapp 1,3 Millionen km² ist der Tschad rund 30 Mal so gross wie die Schweiz.

Klimatisch gesehen ist das Land in drei Zonen unterteilt: die kaum besiedelte Wüste im Norden (rund 50 Prozent des Staatsgebiets), der Sahelgürtel im Zentrum (40 Prozent) und die Savanne im Süden (10 Prozent). Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt im fruchtbaren Süden des Landes. Daher kommt es dort häufig zu Konflikten zwischen sesshaften Bauernfamilien und nomadisierenden Hirten um die immer knapper werdenden Ressourcen Land und Wasser.

Wie im Rest des Landes lebt auch im Projektgebiet Moyen Chari die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung von der Land- und Viehwirtschaft. Es werden Hirse, Sorghum, Bohnen, Erdnüsse und Baumwolle angebaut. Der grösste Teil der Nahrungsmittel wird im Regenfeldbau, d.h. ohne künstliche Bewässerung, erzeugt.

Obwohl die drei Regionen grundsätzlich über ein grosses landwirtschaftliches Potenzial verfügen, sind die Erträge gering und zudem starken Schwankungen unterworfen. Dies ist einerseits auf die schwierigen klimatischen Bedingungen (abnehmende und ungleichmässig verteilte Regenfälle) zurückzuführen. Weitere Gründe für die geringe Produktivität sind der Mangel an verbessertem Saatgut, die ungenügende technische Ausrüstung der Bauern und Bäuerinnen – es wird oft noch mit der Hacke gearbeitet - und veraltete Anbautechniken. Es fehlt auch an landwirtschaftlicher Forschung und Beratung sowie am Zugang zu Krediten. Ausserdem stehen den wenigen Bauernfamilien, die Überschüsse produzieren (z.B. Erdnüsse oder Gemüse) keine funktionierenden Vermarktungsstrukturen zur Verfügung.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz wird dieses Projekt (welches ein Mandat der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA, ist) zusammen mit Swissaid im Rahmen eines Konsortiums umsetzen. Caritas Schweiz ist seit Jahren im Bereich der Wertschöpfungskette Erdnuss und Swissaid in jenem der Wertschöpfungskette Karité tätig.

Das Mandat hat zum Ziel, die Wertschöpfungsketten Erdnuss und Karite in den Regionen Moyen Chari, Mandoul und Logone Oriental in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und den tschadischen Behörden zu fördern. Das Mandat sieht eine Laufzeit von zwölf Jahren vor (2014-2025) und wird eingeteilt in drei Phasen von jeweils vier Jahren.

Vier Resultate sollen während der ersten 4 Jahres-Phase erreicht werden:

 

  1. Die Produzentinnen und Produzenten der Wertschöpfungsketten Karité und Erdnuss sichern eine gut organisierte Produktion, vermarkten ihre Produkte effizient und erhöhen damit ihre Einkommen. Dies wiederum verbessert ihren Zugang zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, Schulbildung der Kinder und so weiter.
  2. Die Dachorganisationen der Produzenten arbeitet professionell und unabhängig und habt die Kapazitäten, den Produzentinnen und Produzenten Dienstleistungen und Beratung anzubieten.
  3. Der institutionelle Rahmen der Wertschöpfungsketten Karité und Erdnuss funktioniert gut und berücksichtig die Interessen aller Akteure und vor allem auch der Dachorganisationen.
  4. Organisationen der landwirtschaftlichen Bildung und Forschung werden gestärkt und befähigt, ihre Rolle als Anbieter von verbessertem Saatgut und angepassten Technologien zur qualitativ hochstehenden Produktion von Karité- und Erdnussprodukten wahrzunehmen.

Im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten die Partnerorganisationen mit Basisorganisationen wie Produzenten-Vereinigungen und Produktionsgruppen von Frauen zusammen. Unsere Partnerorganisationen investieren in die Ausbildung und Beratung von Produzentinnen und Produzenten und Verarbeiterinnen und Verarbeitern, namentlich in verbesserte Produktionsmethoden, Produktverarbeitung und -vermarktung sowie allgemein einen nachhaltigen Ressourceneinsatz.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Zugang zu Kleinkrediten. Ohne Darlehen – etwa für den Kauf eines Pflugs oder einer Schubkarre für den Transport des Komposts – können die Erträge der Kleinproduzenten und -produzentinnen nicht erhöht werden. Regionale Spar- und Leihkassensysteme werden deshalb darin begleitet, spezifisch auf Produzentinnen und Produzenten ausgelegte Finanzprodukte aufzubauen und anzubieten.

In einer ersten Phase sollen die Wertschöpfungsketten für Erdnuss und Karité aufgebaut werden. Zu diesem Zweck unterstützen die Partnerorganisationen die Produzentinnen und Produzenten dabei, Dachorganisationen aufzubauen, die sich in erster Linie um die Vermarktung dieses Produkts kümmern sollen.

 

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