Tadschikistan

Grüne Schulgärten verbessern die Gesundheit der Kinder

Viele tadschikische Kinder leiden unter Mangel- und Fehlernährung. Das wirkt sich verheerend auf die physische und geistige Entwicklung aus und führt zu schlechten schulischen Leistungen. In diesem Projekt lernen Lehrer und Eltern, wie sie Gärten bepflanzen können, um die Schulkinder gesund zu ernähren. 

 

Land / Region / Ort
Tadschikistan, Provinz Ost-Khatlon, Distrikte Muminabad, Shamsidin Shohin und Khovaling


Zielgruppe
3'000 Schulkinder, deren Eltern und Geschwister (insgesamt rund 17‘400 Personen). Mitarbeiter/innen der Bereiche Bildung, Landwirtschaft und Gesundheit auf allen Ebenen (lokal, regional und national) durch sektorübergreifende Zusammenarbeit.


Mittelbedarf
546‘318 Schweizer Franken


Projektdauer
01.01.2019 bis 31.12.2021


Projektnummer
P190010


Projektziel
Mit der Einführung nachhaltiger Versorgungs- und Geschäftspläne für die Bewirtschaftung von Schulgärten lernen die Schulen, die Schulkinder langfristig, gesund und ausgewogen zu ernähren. Die Schulgärten sollen als Modelle für weitere Schulen, Lehrpersonen, Eltern-Lehrer-Verbände, Eltern und Gemeinden dienen, so dass diese ebenso Gärten für eine ausgewogene Ernährung anlegen und damit zur Armutsreduzierung beitragen können. Nach und nach kann so die Abhängigkeit von Elternbeiträgen und von internationaler Entwicklungshilfe reduziert werden.


Projektverantwortliche
Martina Weber, Tel: 041 419 24 56, mwebernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Gemäss dem Human Development Index 2018 liegt Tadschikistan auf Rang 127 von 189 Ländern und gilt daher als «mittel entwickelter Staat». Trotz dieser Einstufung ist Tadschikistan das ärmste Land der zentralasiatischen Republiken. Laut Welternährungsprogramm leben 47 Prozent der tadschikischen Bevölkerung mit weniger als USD 1.33 pro Person/Tag und 17 Prozent sogar mit weniger als USD 0.85 pro Person/Tag. Zwischen 70 und 80 Prozent des zur Verfügung stehende Haushaltseinkommens wird für Nahrung ausgegeben. Trotzdem haben nur 24 Prozent der ländlichen Bevölkerung ausreichend gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln. Die Provinz Kathlon gehört zu den ärmsten und häufig vernachlässigten Provinzen des Landes.

Die Ursachen und Folgen von Armut stehen in enger Wechselwirkung und formen einen Teufelskreis aus wirtschaftlichen, gesundheitlichen und einkommensbedingten Faktoren, aus dem die Menschen in den meisten Fällen nicht ausbrechen können.

Nur sieben Prozent der Fläche Tadschikistans liegen unterhalb von 1.000 Metern, 70 Prozent sind Hochgebirge. Drei Viertel der Bevölkerung lebt auf dem Land und somit primär von der Landwirtschaft, obwohl weniger als ein Zehntel der Fläche überhaupt landwirtschaftlich nutzbar ist.

Da der Zugang zu Nahrung nicht gesichert ist, leiden viele Tadschiken unter Mangel- und Fehlernährung. Dies hat vor allem für die Kinder verehrende Auswirkungen. Mangel- und Fehlernährung bei Kindern führt oft zu physischen und geistigen Fehlentwicklungen und zu schlechten schulischen und intellektuellen Leistungen. In einem Bericht der Vereinten Nationen werden diese Auswirkungen als die «gravierendsten Spätfolgen der Mangelernährung» bezeichnet. Diese Fehlentwicklungen können im Erwachsenenalter nicht mehr aufgeholt werden.

Die Schulen haben nicht genug Eigenmittel, um ausgewogene Schulmahlzeiten anzubieten. Für viele Eltern ist es eine enorme zusätzliche Belastung, der Schule in Eigenleistung Nahrungsmittel und Feuerholz zur Verfügung zu stellen. Manche Eltern sind dazu nicht in der Lage und halten deswegen ihre Kinder vom Schulunterricht fern.

Der tadschikische Staat hat in 2015 mit einem gesetzlich verankerten Schulernährungsprogramm auf diese Problematik reagiert. Bisher wird das Programm mehrheitlich durch das Welternährungsprogramm unterstützt, da der Staat nicht in der Lage ist, die Umsetzung der eingeführten Massnahme sicherzustellen. Nun sollen die Schulbehörden auf regionaler Ebene und die Schulen auf lokaler Ebene nachhaltige Versorgungs- und Geschäftsmodelle entwickeln, um den Schulkindern langfristig eine ausgewogene und gesunde Schulmahlzeit anbieten zu können.

 

Was tun wir?

Zusammen mit dem Welternährungsprogramm arbeitet Caritas Schweiz darauf hin, die Schulspeisung in Tadschikistan zu verbessern. In einem ersten Kollaborationsprojekt wurden an 28 Schulen Schulköchinnen und -köche trainiert, die Schulkücheninfrastruktur verbessert und Supervisionsbesuche umgesetzt.

Mit diesem Projekt unterstützen Caritas Schweiz und das Welternährungsprogramm nun 15 Schulen im Osten der Provinz Khatlon dabei, sich ein nachhaltiges Versorgungs- und Geschäftsmodell anzueignen. So können sie den Kindern künftig unabhängiger von externer Hilfe eine gesunde Ernährung anbieten.

Denn im Rahmen des Schulspeisungsprogramm stellt der Staat den Schulen landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung, die aber soweit mangels landwirtschaftlichem Fachwissen und Organisation nicht effizient genutzt werden. Diese bis zu drei Hektar grossen Flächen bieten das Potenzial, Nahrungsmittel für die Schulmahlzeiten lokal zu produzieren und zu lagern. Mittels Verkauf der Überschüsse auf dem Markt kann die Bewirtschaftung gewinnbringend erfolgen, so dass der Nutzen über die Bewahrung der Gesundheit der Schüler hinausgeht: auch die Schule, die Eltern und die Gemeinden können davon profitieren, und darüber hinaus die lokale Landwirtschaft und der Markt. Insgesamt birgt das Vorhaben Chancen für die individuelle und gemeinschaftliche wirtschaftliche Entwicklung. Das Vorhaben ist darauf angelegt, mittelfristig die Abhängigkeit von externen Geldgebern zu reduzieren.

Zunächst wird an jeder der 15 ausgewählten Schulen das Produktivitätspotenzial der Schulgärten analysiert. Gemeinsam wird ein multiplizierbares Versorgungs- und Geschäftsmodells entwickelt. Land- und Wasserressourcen sollen effektiver genutzt werden, Nutzpflanzen diversifiziert und die Schulen sensibilisiert werden für klimaresiliente Arten. Danach wird das erarbeitete Modell umgesetzt und beaufsichtigt. Schliesslich soll Wissen generiert werden und das entwickelte Versorgungs- und Geschäftsmodell portiert werden mit der Vision, öffentliche und private Anreize so auszubalancieren, dass die lokale Eigenverantwortung gefördert wird. 

 

Ihre Spende

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR