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Äthiopien

Kleinbäuerinnen und -bauern stärken

In Äthiopien leben viele Menschen in Armut, der Zugang zu Wasser stellt eine grosse Herausforderung dar. Dieses Projekt verbessert die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner von elf Gemeinden. Es werden solarbetriebene Anlagen zur Bewässerungslandwirtschaft gebaut und die Nutzungsfähigkeiten der beteiligten Personen gefördert. Die junge Generation lernt verschiedene Massnahmen zur optimalen Wassernutzung kennen. Bauern und Bäuerinnen sollen erst ihren Eigenbedarf an Nahrungsmitteln decken können, bevor sie vom verbesserten Marktzugang profitieren.

 

Land / Region / Ort
Meda Walabu Distrikt in Bale, Wadera und Gorodola Distrikt in Guji, Region Oromia, Südäthiopien 


Zielgruppe
14'040 Kleinbäuerinnen und -bauern, 7‘000 Schülerinnen und Schüler, 120 stark Armutsbetroffene, indirekt die Bevölkerung im Zielgebiet (44‘398 Personen)  


Mittelbedarf
640'405 Franken


Projektdauer
01.12.2017 bis 30.11.2019


Projektnummer
P170097


Projektziel
Kleinbäuerinnen und -bauern haben ihre Lebengrundlage durch verbesserte Bewässerungslandwirtschaft, Zugang zu lokalen Märkten und Diversifizierung ihres Einkommens gestärkt.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel. 041 419 23 27; ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Mit schätzungsweise 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Äthiopien zu den bevölkerungsstärksten Staaten Afrikas. Trotz eines starken Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag. Besonders armutsbetroffen ist dabei die Landbevölkerung, vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie gehören auch zu der vom Klimawandel und Extremwetterereignissen mit am stärksten betroffenen Gruppe. Äthiopien, wie andere Länder am Horn von Afrika, unterliegt sehr variablen und unberechenbaren klimatischen Bedingungen und Dürren stellen ein wiederkehrendes Problem dar.

Das Projektgebiet in den Zonen Bale und Guji in der Region Oromia im Süden Äthiopiens liegt im Trockengürtel Äthiopiens, wo der Zugang zu Wasser sowohl für den menschlichen Gebrauch als auch für landwirtschaftliche Zwecke eine der grössten Herausforderungen darstellt. Gemäss dem äthiopischen Wasser, Mineral und Energieministerium haben beispielsweise nur 52 Prozent der Bevölkerung in der Guji-Zone Zugang zu Trinkwasser und liegen damit 14 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt.

Die Landwirtschaft ist Äthiopiens wichtigster Wirtschaftssektor und von entscheidender Bedeutung für die Ernährungssicherheit, da sie die Lebensgrundlage für einen Grossteil der Bevölkerung bildet. Dabei erwirtschaften allein 12 Millionen Bauernfamilien 95 Prozent der gesamten Agrarproduktion des Landes. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind fast ausschliesslich vom Regenfeldbau abhängig und können ihren Nahrungsmittelbedarf kaum decken. Gerade in Zeiten der Dürre sind sie stark von Ernährungsunsicherheit, Hunger und Mangelernährung betroffen. Der stärksten Not sind hier diejenigen ausgesetzt, welche ausschliesslich Subsistenzlandwirtschaft betreiben. 

Zur Armutsminderung und Verbesserung der Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung zielt das Projekt auf die Verbesserung der Bewässerungslandwirtschaft, verbesserten Zugang zu Märkten und die Diversifizierung von Einkommensmöglichkeiten ab. Gleichzeitig dienen diese Massnahmen dazu, die Dürreresistenz der Kleinbäuerinnen und -bauern zu erhöhen.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt trägt zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung in elf Kebeles (entspricht ungefähr einer Gemeinde) in den Woredas (entspricht einem Distrikt) Wadera, Meda Welabu und Gorodola bei. Es baut dabei auf bereits durchgeführte Projekte auf, in deren Rahmen Caritas Schweiz solarbetriebene Anlagen zur Bewässerungslandwirtschaft für drei Kooperativen gebaut hat.

In dieser Projektphase werden einerseits zwei neue Anlagen entstehen, während andererseits die Fähigkeiten zur Bewässerungslandwirtschaft der bereits bestehenden Kooperativen verbessert werden sollen. Der Fokus liegt hierbei auf einem partizipativen Ansatz. Während verschiedener Treffen sollen die Nutzerinnen und Nutzer der Anlagen ihre Bedürfnisse und Lösungsansätze selber identifizieren, um so auch in Zukunft nachhaltig und eigenständig von ihren Investitionen profitieren zu können. Ebenso werden die Kooperativen wie auch Regierungsbeamte in Landnutzungsstudien mit eingebunden. Auf der Grundlage dieser Studien sollen Lösungen erarbeitet werden, die einerseits Nutzungskonflikte vermeiden helfen und andererseits die Nutzung des Landes per se optimieren und damit der Übernutzung entgegenwirken. Die Kooperativen werden zudem befähigt, das Land mit ihren eigenen Mitteln gegen Erosion zu schützen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Des Weiteren wird die Bewässerungslandwirtschaft durch die Einführung natürlicher Schädlingsbekämpfungsmittel und Anbauabfolgen verbessert.

Wie auch in vorherigen Projekten wird die junge Generation stark in die Aktivitäten eingebunden. An mehreren Schulen hat Caritas Schweiz zusammen mit den Begünstigten bereits Gärten angelegt und Bewässerungsanlagen gebaut. Dies alles im Rahmen des sogenannten Blue-School-Konzepts, welches verschiede Massnahmen zwecks optimaler Wassernutzung (Bewässerung und Hygiene) an Schulen umfasst. In dieser Projektphase soll nun dieses Konzept in fünf weiteren Schulen eingeführt werden. Mit und zwischen den bereits bestehenden Blue Schools werden Lernerfahrungen erhoben und Erfahrungsaustausche stattfinden. Ebenso ist ein Wettbewerb zur Förderung innovativer Schulgartenpraktiken geplant. Insgesamt profitieren 7'000 Schülerinnen und Schüler.

Zur Verbesserung des Marktzugangs der Bäuerinnen und Bauern wird eine Marktstudie über das Potential verschiedener landwirtschaftlicher Produkte durchgeführt. Diese richtet sich allerdings nicht allein auf das Verkaufspotential von Produkten auf lokalen und regionalen Märkten aus. Ebenso sollen zunächst die Bedürfnisse der Bauernfamilien auf Haushaltsebene erhoben werden, sodass sichergestellt wird, dass die Bäuerinnen und Bauern zunächst ihre eigenen Ernährungsbedürfnisse (bezüglich Quantität und Qualität) decken können, bevor sie ihre Erzeugnisse auf dem Markt verkaufen. Denn, gerade dank dem Bewässerungsfeldbau können die Begünstigten nun neue, ernährungstechnisch wertvolle Gemüse anbauen. Oft sind diese der Bevölkerung aber bislang unbekannt und ihr Konsum und die Zubereitung muss den Begünstigten via Trainings zuerst schmackhaft gemacht werden.

Häufig ist es zudem die mangelhafte Infrastruktur, wie fehlende Strassen oder ungenügende Lagerungsmöglichkeiten, die den Marktzugang erschwert. Zur Verbesserung der Infrastruktur wird deshalb zunächst eine Bedarfsstudie durchgeführt. Des Weiteren soll die lokale Regierung in die Planung neuer Infrastruktur eingebunden sein, um die zukünftige Infrastrukturentwicklung nachhaltig zu sichern. Hierzu werden verschiedene Planungstreffen und Austausche organisiert.

Eine alleinige Förderung der Landwirtschaft kann die Lebensgrundlagen armutsbetroffener Kleinbauernfamilien in Zeiten extremer Dürre aber nicht sicher gewährleisten. Deswegen unterstützt das Projekt 150 besonders schwache Personen bei der Diversifizierung ihrer Einkommensmöglichkeiten. Basierend auf ihren eigenen Ideen lernen sie einfache Geschäfts- und Budgetpläne zu entwickeln. Caritas Schweiz unterstützt die Umsetzung der Ideen mit Trainings oder stellt nötige Ausrüstung zur Verfügung. 

 

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