Uganda

Einkommen und Ernährungssicherheit dank der Wertschöpfung aus dem Moringa-Baum

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation hat Caritas Schweiz das soziale Unternehmen Roots of the Nile gegründet und eine Wertschöpfungskette für Moringa aufgebaut. Im Einklang mit sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit produzieren und verarbeiten Bewohnerinnen und Bewohner des abgelegenen Dorfes Awach Moringa. Damit entstehen Arbeitsstellen und die Ernährungssituation wird verbessert.

 

Land / Region / Ort
Uganda, Acholi Region, Awach


Zielgruppe
Kleinbauern und ihre Familien (rund 4600 Individuen)


Mittelbedarf
889’539 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2020 bis 31.06.2023


Projektnummer
P200034


Projektziel
Das Projekt Social Enterprise and Moringa Value Chain Development for Sustainable Livelihoods and Food Security in Northern Uganda (SEM) trägt zur Ernährungssicherheit sowie Schaffung von Einkommensmöglichkeiten bei und baut ein soziales Unternehmen auf.


Projektverantwortliche
Kathrin Wyss, Tel.: +41 (0)41 419 22 39; kwyssnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Die Folgen jahrzehntelanger Bürgerkriege unter anderem zwischen der ugandischen Regierung und der Lord‘s Resistance Army zeichnen nach wie vor die Gesellschaft sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur von Norduganda. Ein Grossteil der Bevölkerung verbrachte die Kriegsjahre in Lagern für intern Vertriebene, sogenannten IDP-Camps. Neben Gewalt und grossen Entbehrungen ging diese Erfahrung einher mit der Zerrüttung der Gesellschafts- und Familienstrukturen sowie dem Verlust von Wissen und kulturellen Werten.

Besonders betroffen war und ist die Acholi-Region an der Grenze zum Südsudan. Mangelernährung – vor allem unter Kindern – ist weit verbreitet, viele Menschen können sich höchstens zwei (unausgewogene) Mahlzeiten pro Tag leisten. Subsistenzwirtschaft ist die Lebensgrundlage der meisten, die Produktivität des Bodens jedoch oft unzureichend aufgrund fehlenden Wissens, den Auswirkungen des Klimawandels, oder Übernutzung infolge der rasant wachsenden Bevölkerung. Zugangsbeschränkungen zu lokalen Märkten minimieren die Möglichkeiten der Einkommensgenerierung aus den gegebenenfalls bescheidenen Überschüssen. Alternative Arbeitsgelegenheiten sind rar und die Kapazitäten der Regierung zur sozialen und wirtschaftlichen Unterstützung der Bevölkerung begrenzt.
Ugandas demographische Entwicklung stellt das Land vor eine zusätzliche Herausforderung: die Beschäftigung seiner jungen Bewohnerinnen und Bewohner. 77% der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre und die Arbeitslosigkeit erreicht je nach Schätzung bis zu 83%.

Gleichzeitig gibt es aber auch in Norduganda günstige Voraussetzungen für eine Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen. So unter anderem weite Flächen landwirtschaftlich nutzbarer Böden, der stete Ausbau des lokalen Strassennetzes, die Verbreitung von Solarenergie oder die wachsende Nachfrage nach gesunden und ökologisch hergestellten Nahrungsmitteln. Neue Ansätze sind daher gefragt, um den erwähnten Herausforderungen entgegenzutreten und die bestehenden Möglichkeiten umsichtig zu nutzen. Hier bietet der Moringa-Baum als vielseitige Quelle von Nährstoffen ein ungeahntes Potenzial zur wirtschaftlichen und sozialen Unterstützung der ländlichen Bevölkerung. 

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation hat die Caritas Schweiz deshalb 2019 das soziale Unternehmen Roots of the Nile gegründet und eine Wertschöpfungskette für Moringa aufgebaut. Im Einklang mit sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit arbeitet die Firma seither mit Bewohnerinnen und Bewohnern des abgelegenen Dorfes Awach zusammen und produziert und verarbeitet Moringa, um die Lebensbedingungen und Ernährungssicherheit der örtlichen Bevölkerung zu verbessern.

 

Was tun wir?

Der Moringa-Baum ist eine schnellwachsende und dürreresistente Pflanze. Sowohl dessen Blätter als auch Samen können vielseitig verwendet werden, namentlich als Nahrungsergänzung, zur Aufbereitung von verschmutztem Wasser oder in der Kosmetik. Moringa ist reich an Vitaminen, Magnesium, Protein sowie anderen Nährstoffen, und stösst in Uganda und weltweit auf eine stetig wachsende Nachfrage. Damit eignet sich die Pflanze sowohl zur Ernährungssicherung als auch zur Schaffung von Einkommen.

Das vorliegende Projekt verfolgt vier Hauptziele: die Schaffung zusätzlicher Beschäftigungsmöglichkeiten durch die Steigerung der Qualität der Produktion und des Verkaufs von Moringa und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse (1), die Sicherung des Markzuganges dieser Produkte und Zunahme des Einkommens der Mitarbeitenden und Produzenten (Vertragsbauern) (2), die Verbesserung der Ernährungssituation (3), und den Aufbau von Roots of the Nile als leistungsstarkes und nachhaltiges soziales Unternehmen (4).

Der landwirtschaftliche Betrieb des sozialen Unternehmens erstreckt sich zurzeit über 10 Hektaren und verfügt als Firmenkapital über eine Verarbeitungsinfrastruktur, welche das Trocknen, Pulverisieren und Verpacken von Moringa-Blättern ermöglicht. Es ist geplant, künftig auch Kleinbauern in der Umgebung des Betriebes in den Anbau von Moringa miteinzubeziehen, weitere Bestandteile des Moringa-Baums zu verarbeiteten und eine Wertschöpfungskette für eine zusätzliche Nutzpflanze aufzubauen. Die gesamte Produktion erfolgt unter sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Bedingungen und soll demnächst auch zertifizierten Bio-Standards genügen. Neben einer stabilen Quantität und Qualität der Produkte geht es darum, den langfristigen Vertrieb zu sichern. Dies geschieht durch die systematische Analyse von lokalen, regionalen und internationalen Märkten, die Entwicklung von Verkaufsstrategien, den Aufbau und die Pflege eines strategischen Kontaktnetzwerks sowie Sensibilisierungskampagnen zur Erhöhung der lokalen Nachfrage.

Damit entstehen Arbeitsstellen für die Bevölkerung vor Ort sowie Einkommen für das soziale Unternehmen und die Absicherung von dessen institutionellem Fortbestand. Ausserdem trägt der landwirtschaftliche Betrieb zur Verbesserung und Verbreitung von Wissen zu nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft in den umliegenden Dörfern bei.

Des Weiteren werden die Bewohnerinnen und Bewohner in der Region über die wissenschaftlich erwiesenen Vorteile des Moringa-Baums in Bezug auf Gesundheit und Ernährung sensibilisiert. Dies erfolgt über das Anlegen von Moringa-Gärten in ausgewählten Schulen und Gesundheitszentren und die Durchführung öffentlicher Aufklärungsveranstaltungen, die einem breiten Publikum praktische Erfahrungen in der Produktion und Verarbeitung von Moringa ermöglichen.

Nicht zuletzt stärkt das Projekt auch das Unternehmen Roots of the Nile, um die Nachhaltigkeit seines wirtschaftlichen und sozialen Wirkens zu garantieren. Dazu werden die Kapazitäten des Personals und der Firmenstrukturen stetig professionalisiert und weiterentwickelt, um den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt bestmöglich Rechnung zu tragen.

 

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