Kosovo: Projekt P200017

Nachhaltige und inklusive wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Gebieten (SIRED)

 
 

Kontext und Problemstellung

Kosovo ist eines der ärmsten Länder Europas und ist mit immensen sozio-ökonomischen Herausforderungen konfrontiert. Neben der starken Abwanderung, schwachen Regierungsinstitutionen, traditionellen Geschlechterrollen und Diskriminierung von ethnischen Minderheiten ist die Armut im Kosovo weit verbreitet. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der nationalen Armutsgrenze, zehn Prozent davon sogar in absoluter Armut. Die Arbeitslosenrate betrug im ersten Quartal 2020 25 Prozent gemäss Arbeitskräfte-Umfrage des kosovarischen Finanzministeriums; Schätzungen lassen eine um einiges höhere Zahl vermuten.

Der Landwirtschaftssektor spielt eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Die Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen betreibt Landwirtschaft jedoch für den Eigenbedarf und ist schlecht im Marktsystem integriert. Des Weiteren ist der landwirtschaftliche Sektor im Kosovo von begrenzten Produktions- und Organisationskapazitäten sowie einem Mangel an Zugang zu Fachwissen geprägt. Auch der Klimawandel und Umweltrisiken beeinflussen den Agrarsektor negativ. Die Kleinbauern werden nicht ausreichend durch die lokalen und nationalen Regierungsinstitutionen unterstützt. All diese Herausforderungen erschweren die wirtschaftliche Einbindung des Kosovo in den europäischen Wirtschaftsmarkt.

 

Unsere Ziele

Das übergeordnete Ziel des Projekts Sustainable and Inclusive Rural Economic Development (SIRED) ist die Förderung von nachhaltiger und inklusiver ländlicher Entwicklung durch einen verbesserten und diversifizierten Marktzugang sowie Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktionskapazitäten durch nachhaltigere Anbaumethoden. Dadurch verbessert sich die sozio-ökonomische Situation der ländlichen Bevölkerung im Kosovo, wobei insbesondere Frauen und marginalisierte Gruppen wie ethnische Minderheiten berücksichtigt werden. Eine wichtige Rolle im Projekt spielt auch die Organisationsentwicklung der involvierten Organisationen und Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette, die dadurch institutionell gestärkt werden.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt zielt auf systemische Veränderungen ab, da durch inklusivere und nachhaltigere Marktsysteme die Armut der ländlichen Bevölkerung, insbesondere von Frauen und ethnischen Gruppen, reduziert werden soll. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen soll auch das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern gesteigert werden. Dabei sollen die Marktakteure und die Produzentenorganisationen ihr Fachwissen in agro-ökologischen Praktiken vertiefen und ihr Zugang zu ökologischen Landwirtschaftsprodukten gestärkt werden, was die Produktionskapazität und die Qualität der Produkte erhöht und sie klimaresistenter macht. Durch Dienstleistungen der Marktakteure wie Wissensvermittlung an Kleinbauern kann der Landwirtschaftssektor professionalisiert und die Lücke innerhalb der Wertschöpfungskette geschlossen werden. Durch diese diversen Massnahmen wird die Rolle der Produzenten und Produzentinnen im Marksystem gestärkt und fördert gleichzeitig den Zugang zum internationalen Handel und Exportmöglichkeiten, insbesondere von organischen Landwirtschaftsprodukten.

 

Themen und Ansätze

Das Ziel von Caritas Schweiz ist es, das Einkommen von verletzlichen Personen, wie z.B. Kleinbauern und marginalisierten Gruppen in ländlichen Gegenden längerfristig zu erhöhen und zu diversifizieren, indem ihr Marktzugang mit Hilfe des Market System Development Ansatzes (MSD/M4P) verbessert wird. Dabei spielen die Verbesserung der Produktivität und Qualität der Produkte sowie Zugang zu Fachwissen eine Rolle, wodurch die Produzentinnen und Produzenten einen verbesserten Marktzugang erhalten. Da der Landwirtschaftssektor besonders vom Klimawandel betroffen ist, fördert Caritas Schweiz agro-ökologische und nachhaltige Anbaumethoden, die klimaresistenter sind und die Kleinbauern somit besser vor klimabedingten Verlusten schützen.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit fachspezifischen Partnerorganisationen wie der Initiative for Agricultural Development in Kosovo (IADK), dem Forschungspartner FiBL Schweiz, dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung (MAFRD), dem Kosova Women’s Network (KWN) sowie verschiedenen Produzentenverbänden und nationalen Verbänden umgesetzt.

 

Projekt P200017

Thema
Einkommen


Dauer
01.03.2020 - 28.02.2023


Budget
5'582'665 Schweizer Franken


Projektgebiete
Zehn Gemeinden im Kosovo: Prishtina, Prizren, Dragash, Viti, Kamenica, Suhareka, Shterpce, Novoberda, Graçanica und Ranillug


Zielgruppen
Kosovarische Bauern und Bäuerinnen, Kooperativen und Verbände, Marktakteure (z.B. verarbeitende Betriebe), Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung (MAFRD) und Projektgemeinden

 

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