Äthiopien: Projekt P220048

Kaffee- und Bienenprodukt­produzenten verbessern ihre Lebensbedingungen in geschützten Landschaften in Bale

 
 

Kontext und Problemstellung

Mit mehr als 112 Millionen Menschen ist Äthiopien das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Gleichzeitig ist Äthiopien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 850 Dollar eines der ärmsten Länder, obwohl die äthiopische Wirtschaft das schnellste Wachstum in der Region verzeichnet. Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit vom Klima, denn in den ländlichen Regionen ist die Landwirtschaft für bis zu 80% der Bevölkerung die Haupteinnahmequelle.

Eine der wichtigsten Anbaufrüchte (cash crop) ist der Kaffee: Etwa zwei Millionen Haushalte leben vom Kaffeesektor, 95% davon sind Kleinbauern, die ein oder zwei Hektar Land bewirtschaften. Kaffee ist mit einem Anteil von rund 30% an den gesamten Deviseneinnahmen das wichtigste Exportgut. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach äthiopischem Spezialitätenkaffee und (wildem) Waldkaffee auf dem internationalen Kaffeemarkt gestiegen, und die Käufer sind bereit, einen höheren Preis für dieses Produkt zu zahlen. Dieses Potenzial wird bei Waldkaffee jedoch nicht voll ausgeschöpft, da die Qualität schwankt und es an Rückverfolgbarkeit und Marktverknüpfungen mangelt. Mit ähnlichen Herausforderungen sehen sich die Waldhonigproduzenten konfrontiert, denn obwohl vor allem auf dem nationalen Markt die Nachfrage hoch ist und die Preise entsprechend vielversprechend sind, sind die Produzenten oft nicht ausreichend mit dem Markt verbunden und können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten.

 

Unsere Ziele

Das Hauptziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen und -bauern durch die Stärkung bestehender Kaffee- und Bienenzuchtkooperativen, um deren Qualität zu verbessern und ihre Integration in die Marktsysteme zu unterstützen. 

 

Unsere Wirkung

Im Rahmen dieses Projektes soll die lokale Honig- und Waldkaffeeproduktion verbessert und ausgeweitet, und die Ergebnisse des Vorgängerprojekts ergänzt bzw. weiterverfolgt werden. Um die Produktionsmethoden, die Qualität und die Quantität von Honig und Waldkaffee als Hauptprodukte für den Lebensunterhalt zu verbessern und gleichzeitig Potenziale zu identifizieren und die Verwendung anderer Nebenprodukte der Bienenzucht und des Waldkaffees zu fördern, setzt die Caritas die Arbeit mit bestehenden Kooperativen fort. 

Die Kooperativmitglieder erhalten technische Schulungen sowie Schulungen in Finanzmanagement. Sie werden auch dabei unterstützt, ihre Verwaltung und die Dienstleistungen für ihre Mitglieder zu verbessern. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Landwirte mit ihren Produkten in ein Marktsystem integriert werden, das ihnen faire Preise zahlt und nützliche Dienstleistungen anbietet und so ihren Lebensunterhalt sicherstellt. Um die über Generationen weitergegebenen Traditionen der Imkerei und der Waldkaffeeernte zu erhalten, müssen diese Systeme eine wirtschaftlich interessante Alternative für die Bauernfamilien sein. Nur wenn sie wirtschaftlich rentabel und auch für junge Menschen attraktiv sind, wird eine auf Waldkaffeeproduktion oder Imkerei basierende Lebensgrundlage auch für die junge Generation attraktiv sein und so zu einer nachhaltigen Aufrechterhaltung dieser Traditionen und damit wiederum zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen beitragen.                

 

Themen und Ansätze

Das vorliegende Projekt läuft unter den beiden Themen Einkommen und Klima. Im Vordergrund steht dabei die Integration der Kleinbäuerinnen und -bauern in Marktsysteme sowie die Stärkung ebendieser Systeme. Die Einbindung in Märkte kann armen Menschen wie kleinbäuerlichen Familien, Kleinunternehmerinnen und -unternehmern sowie vulnerablen Arbeitskräften helfen, ihr Einkommen zu steigern. Gleichzeitig hängt eine erfolgreiche Einbindung in Marktsysteme nicht nur von den Kapazitäten der Produzentinnen und Produzenten oder anderer Akteure ab, sondern auch von vielen zusätzlichen Faktoren und Regeln, die das Marktsystem prägen und beeinflussen.

Caritas Schweiz ergänzt Marktanalysen durch sozioökonomische Analysen sowie Umwelt- und Klimaerhebungen, um sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvolle und nachhaltige Praktiken sicherzustellen. Beim vorliegenden Projekt steht dabei der Schutz des Waldes, damit dieser längerfristig als einkommensgenerierende Ressource bestehen bleibt. 

Das Projekt baut dabei auf die Errungenschaften und Lessons Learned des Vorgängerprojektes «Alternative Einnahmequellen und besserer Marktzugang für Kleinbauern in Bale» (p190063) auf. 

 

Projekt P220048

Thema
Einkommen und Klima


Projektdauer
01.07.2022 – 30.09.2024 (27 Monate)


Budget
737'349 Schweizer Franken


Projektgebiete
Äthiopien; Oromia Region, Bale Zone


Zielgruppen
1288 Bienenzüchterinnen und Bienenzüchter und 329 Kaffeeproduzentinnen und -produzenten sowie deren Familien(ca. 7351 Personen) 

 

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