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Kuba

Behinderte Kinder werden von klein auf gefördert

Caritas unterstützt in vier Diözesen Kinder mit Downsyndrom und anderen mentalen Behinderungen und ihre Familienangehörigen. Unter Begleitung von insgesamt 440 freiwilligen Mitarbeitenden erhalten sie an verschiedenen Nachmittagen oder vereinzelt auch in Tagesstätten psychologische und medizinische Begleitung sowie einen geschützten Raum, um ihre Fähigkeiten zu entfalten. Dank Caritas Kuba können sich Eltern zu den speziellen Bedürfnissen von behinderten Kindern weiterbilden und sich mit anderen Familien in einer ähnlichen Situation vernetzen. 

 

Land/Region/Ort
Kuba


Zielgruppe
290 Kinder und Jugendliche mit Behinderung und 425 Angehörige


Mittelbedarf
Rund 175'000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P150065


Projektziel
Förderung von Kindern mit Down-Syndrom und anderen geistigen Behinderungen unter Einbezug ihrer Familienangehörigen in 4 Diözesen (Santiago, Camagüey, Ciego de Ávila, La Habana).


Projektverantwortliche
Karin Mathis, Tel: +41 41 419 22 36, kmathisto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern schneidet Kuba in vielen Entwicklungsbereichen gut ab, so zum Beispiel im Gesundheitsbereich oder bei der Analfabeten-Rate, die gegen Null tendiert. Da sich jedoch die finanzielle Situation des Staates in den letzten Jahren sehr verschlechtert hat, ist dieser heute nicht mehr fähig, allen seinen Pflichten nachzukommen.

Die kubanische Regierung ist zunehmend zu rigiden Sparmassnahmen gezwungen. Die monatliche Menge an Nahrungsmitteln, welche die Bevölkerung über Rationierungsgutschriften beziehen kann, wurde reduziert und reicht schon lange nicht mehr zum Überleben. Auch in den Schulen sind die Ressourcen knapp. Vielerorts ist die Infrastruktur mangelhaft und die Lehrkräfte müssen im Unterricht praktisch ohne Material improvisieren. Die Regierung verpflichtete zudem den Produktions- und den Dienstleistungssektor dazu, den Energieverbrauch zu senken, etwa mit Sparmassnahmen beim öffentlichen Verkehr.

Zwar führte Staatschef Raúl Castro als Bruder und Nachfolger von Fidel Castro schrittweise Reformen ein, welche die Wirtschaft ankurbeln sollen. So wurden beispielsweise die Möglichkeiten der selbständigen Erwerbstätigkeiten ausgebaut. Der Zugang zu den neuen Möglichkeiten bleibt aber je länger je mehr denjenigen Kubanerinnen und Kubanern vorbehalten, welche über die nötigen Ressourcen verfügen. Gleichzeitig blieben die Löhne für die staatlichen Angestellten, welche immer noch die grosse Mehrheit der arbeitstätigen Bevölkerung ausmachen, über all die Jahre gleich und reichen je länger je weniger zum Überleben. Auch die neu wiederaufgenommenen Beziehungen zu den USA haben für die breite Bevölkerung bislang keine nennenswerte Änderungen gebracht. Es stellt sich deshalb mehr und mehr die Frage, wie die revolutionären Maximen einer egalitären Gesellschaft unter den neuen Vorzeichen des Wandels erhalten werden können. Caritas Schweiz unterstützt deshalb zusammen mit ihrer Partnerorganisation Caritas Kuba Kinder mit geistiger Behinderung und deren Familien.

 

Was tun wir?

In Kuba leidet das Schulsystem unter der sich stetig verschlechternden finanziellen Situation des Staates und der zunehmenden Armut der Bevölkerung: Viele Lehrerinnen und Lehrer geben ihre Arbeit auf, um eine besser bezahlte Arbeit zu finden. In diese Lücke springen Nachwuchslehrkräfte mit einer Schnellausbildung, die oft nicht über die nötigen Kompetenzen verfügen. Zudem fehlt es an Infrastruktur und Material, was eine integrative und kreative Gestaltung des Unterrichts zu einer grossen Herausforderung werden lässt.

Vom fehlenden Angebot sind Kinder mit Down-Syndrom und anderen geistigen Behinderungen aus wirtschaftlich und sozial schwachen Familien besonders betroffen. In diese Lücke springt Caritas Kuba, indem sie in speziellen Tagesstätten Kurse wie Physiotherapie, Turnen, Malen, Musik oder Tanz für Kinder mit geistiger Behinderung anbietet. Die Tagesstätten bieten zudem psychologische und medizinische Begleitung sowie einen geschützten Raum, damit die Kinder ihre Fähigkeiten entfalten können.

Je früher Kinder mit geistiger Behinderung in ihren Fähigkeiten gefördert werden, desto besser und nachhaltiger sind die Resultate. Frühförderung braucht viele Ressourcen, da die Kinder einzeln betreut und pädagogische Materialien benötigt werden, die es auf der Insel kaum oder nur zu überhöhten Preisen gibt. Zudem ist es wichtig, dass die Familie einbezogen wird, damit sie den Lernprozess auch zu Hause im Alltag unterstützen kann. Im straffen Zeitplan öffentlicher Institutionen, welche zudem oft mit Personalmangel zu kämpfen haben, hat der Einbezug der Familie wenig Platz. Caritas Schweiz und Caritas Kuba haben für die neue Projektphase deshalb beschlossen, das Kinderpatenschaftsprojekt auf Frühförderung von Kindern mit geistiger Behinderung auszurichten.

Nebst den Kindern profitieren auch die Angehörigen selbst vom Angebot. Dank Caritas Kuba können Eltern und Angehörige Sprechstunden zu den speziellen Bedürfnissen des geistig behinderten Kindes besuchen und sich mit anderen betroffenen Familien austauschen. Caritas Kuba schafft in ihren Projekten, welche oft auf die Hilfe von freiwilligen Experten zählen können, ein offenes und äusserst unterstützendes Klima. Sie bildet dadurch für Kinder mit Behinderung und deren Angehörige einen Gegenpunkt zu staatlichen Angeboten, welche oft keine Kapazität haben, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Dank den Kinderpatenschaften von Caritas Schweiz können in verschiedenen Diözesen Kubas rund 290 Kinder mit geistiger Behinderungen ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert werden. Über 400 Angehörige von geistig behinderten Kindern profitieren darüber hinaus von den Angeboten. Ungefähr 120 Freiwillige tragen aktiv zur Durchführung des Programmes bei, von ihnen viele Fachpersonen.

 
 

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