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Kosovo

Der Kindergarten bietet Schutz und Raum zur Entfaltung

Gemäss einer Erhebung des Erziehungsministeriums von 2013 sind 407 von 1032 Kindergarteneinrichtungen schlecht oder gar nicht eingerichtet. Der Zugang zu einer qualitativ guten Bildung ist zentral für ein Land wie Kosovo. Mit dem vorliegenden Projekte stattet Caritas Schweiz im Kosovo 150 Kindergärten mit pädagogisch wertvollem und modernen Spiel- und Einrichtungsmaterial aus. Mindestens 150 Kindergärtnerinnen werden im Gebrauch der Spielsachen geschult; sie erhalten eine wichtige Weiterbildung als Kindergärtnerin. 

 

Land/Region/Ort:
Gjakova, Rahovec, Ferizaj, Mitrovica


Zielgruppe:
9000 Kinder und mindestens 150 Lehrpersonen


Mittelbedarf:
1 162 442 Franken


Projektdauer:
01.01.2015 bis 31.12.2017


Projektnummer:
P150017


Projektziel:
Auf das Kindergartenobligatorium 2016 hin wird der Zugang für Kinder zu den ausgewählten Kindergärten und die Qualität des Unterrichtes massgeblich verbessert.


Projektverantwortlicher:
Berry Kralj, Tel: +41 41 419 24 91; bkraljto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Kosovo besitzt eine sehr junge Bevölkerung: Ein Drittel der Bevölkerung ist weniger als 15 Jahre alt. Die Primarschulen sind in einem sehr schlechten Zustand und es fehlt an Platz, Material und ausgebildetem Personal. In vielen Schulen wird ein Zwei-, teilweise Dreischichtbetrieb geführt. Die durchschnittliche Klassengrösse liegt bei 40 Kindern. Heizung, Wasser, Toiletten sind in besonders prekärem Zustand. In ländlichen Gebieten und bei grossen Familien haben die Kinder noch weniger Chancen, eine Schule zu besuchen. Eine Vorschuleinrichtung besteht erst an wenigen, vor allem städtischen Orten. Im Schuljahr 2013/14 konnten laut Statistik des Erziehungsministeriums 39% bzw. annähernd 10‘000 Kinder im Alter von 5-6 Jahren den Vorschulunterricht nicht besuchen. 2016 soll für die Altersgruppe der 5-6 Jährigen (Vorschulstufe) das Obligatorium eingeführt werden. Dafür müssten zusätzlich 400 Kindergärten neu eröffnet werden.

Das vorliegende Projekt ist das Resultat eines 12-jährigen Engagements der Caritas im Kindergartenbereich in Kosovo, immer in Abstimmung mit den zuständigen Behörden. So erstaunt nicht, dass dieses Projekt auf einer schriftlichen Anfrage des Erziehungsministeriums an Caritas Schweiz gründet. Seit Juli 2002 realisiert Caritas Schweiz im Kosovo Projekte im Vorschulbereich. Seit 2007 wurde das Kindergartenprojekt kontinuierlich auf weitere Regionen im ländlichen Raum sowie auf Zentren mit hohem Anteil an Roma Kindern ausgeweitet. Das Angebot an Einrichtungen von Kindergärten und die Ausbildung von Kindergärtnerinnen durch Caritas Schweiz wurde in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. 2013 haben 1411 Kinder – davon 70 Kinder von Roma Minderheiten - im Vorschulalter 43 Kindergärten besucht, die von Caritas eingerichtet worden sind und deren Personal von Caritas ausgebildet worden ist. Das Ausbildungskonzept ist praxisorientiert, berufsbegleitend speziell auf die Situation im Kosovo ausgerichtet. Die Lehrpläne der Ausbildung beinhalten die Entwicklung des Kindes, Methodik-Didaktik, künstlerische Fächer (Musik, Malen, Handarbeiten, Sprachtraining für das Erzählen, Puppentheater), Gesundheitsförderung, Elternarbeit sowie die Organisation der Schule. 42 Kindergärtnerinnen haben diese Ausbildung abgeschlossen. Acht dieser nach Bologna Kriterien ausgebildeten Fachpersonen wurden zu Trainerinnen weiter gebildet, damit das erworbene Wissen in lokaler Verantwortung weiter geführt werden kann.

Gemäss einer Erhebung des Erziehungsministeriums von 2013 sind 407 von 1032 Kindergarteneinrichtungen schlecht oder gar nicht eingerichtet. Der Zugang zu einer qualitativ guten Bildung ist zentral für ein Land wie Kosovo. Bildung fängt spätestens mit der Vorbereitung auf den Schuleintritt an. Hier setzt das Projekt der Caritas an.

 

Was tun wir?

Mit dem vorliegenden Projekte stattet Caritas Schweiz im Kosovo 150 Kindergärten mit pädagogisch wertvollem und modernen Spiel- und Einrichtungsmaterial aus. Mindestens 150 Kindergärtnerinnen werden im Gebrauch der Spielsachen geschult; sie erhalten eine wichtige Weiterbildung als Kindergärtnerin. Von Caritas Schweiz geschulte Ausbildnerinnen bilden die Kindergärtnerinnen während einer Woche aus. Den Kindergärtnerinnen werden fünf Module zu zentralen Themen im Umgang mit Kindern vermittelt. Komplementär begleiten die Ausbildnerinnen die Kindergärtnerinnen im ersten Jahr nach der Ausbildung an 10 Tagen in ihrem beruflichen Alltag. Damit werden die vermittelten Methoden vertieft. Das Projekt basiert auf einer schriftlichen Anfrage von MEST (Ministry of Education, Science and Technology), der für den Vorschulunterricht zuständigen Behörde, an Caritas und erfolgt in enger Abstimmung mit dem Ministerium. Die Kindergärtnerinnen erhalten nach Abschluss der Weiterbildung ein Zertifikat. Bis Projektende werden rund 9‘000 Kinder den Vorschulunterricht in von Caritas eingerichteten Kindergärten besuchen, geführt von Caritas ausgebildeten Kindergärtnerinnen. Aber auch das Bezugssystem der Kinder – rund 18’00 Personen – profitiert von der besseren Vorbereitung ihrer Kinder auf den Schuleintritt.

Bildung ist ein Menschenrecht. Jedes Kind hat das Recht auf Besuch des Kindergartens und Teilnahme am Schulunterricht. Besonders wichtig ist der Besuch des Vorschulunterrichtes im Alter von 5-6 Jahren als Vorbereitung auf den Schuleintritt. Im Schuljahr 2013/14 blieb 39% oder 9‘820 Kinder dieser Altersgruppe in Kosovo das Vorschuljahr verwehrt, weil der Staat zu wenig Räume anbieten konnte, zu wenig ausgebildete Kindergärtnerinnen hat, die Einrichtung fehlte oder die Gehälter nicht regelmässig bezahlt werden konnten. Stark betroffen sind Landregionen und Regionen, in denen Minderheiten leben.

Mit dem Schuljahr 2013/14 hat Caritas angefangen, Kindergärten nach dem beschriebenen Modell auszustatten und die Kindergärtnerinnen zu schulen. Die Resultate sind ausgezeichnet: Gemeinden stellen Antrag auf Einrichtung ihrer Kindergärten und gehen damit einen Vertrag ein, der eine moderne Weiterbildung ihres Lehrpersonals garantiert. Die Gemeinden garantieren schriftlich den Unterhalt der Räume und dass die Kindergärtnerinnen auf der offiziellen Gehaltsliste der Gemeinde registriert sind. Damit ist gesichert, dass die Kindergärten auch nach der Unterstützung weiter geführt werden.

Das Modell von Caritas ist für Kosovo einzigartig. Keine der in Kosovo tätigen internationalen oder lokalen Organisationen bietet eine nach modernen kindergerechten Methoden aufgebaute Ausbildung an oder richtet Kindergärten ein. Mit allen im Kosovo tätigen Organisationen pflegt Caritas regelmässig Kontakt.

Die Gemeinden müssen sich bei MEST/Caritas bewerben. Entscheidende Faktoren für die Aufnahme in das Programm sind: a) Die Gehälter der Kindergärtnerinnen sind im Gemeindebudget aufgeführt. b) Die Gemeinden sagen schriftlich die Teilnahme der Kindergärtnerinnen an der Weiterbildung zu. c) Es werden geeignete Räume für den Kindergarten zur Verfügung gestellt. d) Der Unterhalt des Kindergartens ist gesichert (Gemeindebudget).

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