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Kolumbien

Kolumbien: Kinder bewältigen Gewalt

Die Caritas-Partnerorganisation Combos engagiert sich in den von Gewalt dominierten Armenvierteln von Medellín für Kinder, damit sie die Schule abschliessen können und ihre Freizeit nicht auf der Strasse verbringen müssen.

 

Land/Region/Ort
Kolumbien, Medellín


Zielgruppe
980 Kinder und Jugendliche aus den Armenvierteln der Stadt


Mittelbedarf
Rund 128 000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P170018


Projektziel
Kinder sollen die Schule abschliessen und ihre Freizeit nicht auf der Strasse der von Gewalt dominierten Armenviertel verbringen müssen.


Projektverantwortliche
Janne Christ, Tel.: +41 41 419 22 55, jchristto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

In Kolumbien wird seit beinahe sechzig Jahren ein interner bewaffneter Konflikt ausgetragen, an dem verschiedene Guerilla-Gruppen wie die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und die ELN (Ejercito de Liberación Nacional), aber auch paramilitärische und kriminelle Organisationen beteiligt sind. Zusätzlich ist die Drogenmafia, durch die sich die bewaffneten Gruppen teilfinanzieren, in vielen Gebieten präsent. 

Nach vierjährigen Friedensverhandlungen zwischen Präsident Juan Manuel Santos und der grössten Guerillagruppe des Landes, FARC, unterschrieben die beiden Parteien am 24. November 2016 eine überarbeitete Version des Friedensvertrags, nachdem Anfang Oktober eine erste Ausführung von der kolumbianischen Bevölkerung in einem Referendum abgelehnt wurde. Der Ausgang des Volksentscheids und die weiterhin grosse Skepsis in der Bevölkerung gegenüber dem neu ausgearbeiteten Friedensvertrag zeigen, dass Friede ein langwieriger Prozess ist, der ganzheitliche Lösungen unter Partizipation aller Sektoren und Gruppierungen der Gesellschaft erfordert. Neben den Konfliktparteien muss auch die kolumbianische Gesellschaft ihre Motivation und Bereitschaft für ein friedliches Zusammenleben zeigen. Aufgrund der tiefen Wunden, die der bewaffnete Konflikt hinterlassen hat, dem Misstrauen untereinander sowie den unterschiedlichen Interessen und Positionen innerhalb der Bevölkerung, handelt es sich hierbei jedoch um ein schwieriges und sensibles Unterfangen.

5,4 Millionen der 41,5 Millionen Kolumbianer und Kolumbianerinnen leben in absoluter Armut, ihnen fehlt Einkommen und jegliche Infrastruktur. Vor allem in grossen Familien sind die Kinder oft gezwungen zu arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Kinderarbeit gehört zum Alltag in Kolumbien. Manche suchen Schutz in Jugendbanden, vor allem wenn die Bedingungen des Arbeitsgebers unerträglich werden.

Medellín ist von Gewalt geprägt und gleichzeitig ein Auffangbecken für Intern Vertriebene aus ländlichen Gegenden der eigenen Provinz Antioquia und aus der Nachbarprovinz Chocó. Dieses Projekt wird in fünf der ärmsten Stadtteile Medellíns durchgeführt. Dort herrschen prekäre Bedingungen vor: Lebensmittel-, Wasser- und Stromknappheit sind an der Tagesordnung und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Gewalttätige Banden- und Drogenkriege sind das Resultat sozialer, politischer und wirtschaftlicher Spannungen. Die Auswirkungen dieses gewalttätigen Klimas betreffen vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche: Sie leiden unter der überall präsenten sexuellen Gewalt und werden von kriminellen Banden und Gruppierungen rekrutiert.

 

Was tun wir?

Zusammen mit dem Projektpartner COMBOS setzt sich Caritas Schweiz dafür ein, dass die Rechte von intern vertriebenen Kindern, Jugendlichen, Frauen und Familien gewährleistet sind. Das Ziel des Projektes sind die Reduktion und die Prävention der Rekrutierung von Minderjährigen durch bewaffnete und/oder kriminelle Gruppen und richtet sich an 980 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren. Kinder und Jugendliche setzen sich für die Einhaltung ihrer Rechte ein und fördern das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft durch soziale und transkulturelle Kompetenz, Wissensvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und politischem Lobbying. Sie lernen, welche Auswirkungen der Konflikt in Kolumbien auf die Gesellschaft und auf das Individuum haben, wie Gewalt nicht mit Gegengewalt beantwortet wird, welche Rechte sie haben, was Diskriminierung und Gleichberechtigung bedeutet, wie man sich aus der Armutsspirale befreien könnte und welchen Stellenwert Bildung dabei hat.

 

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