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Kambodscha

Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung schützen

Fast die Hälfte aller Familien in Kambodscha leiden unter bitterer Armut: Arbeitslosigkeit, Menschenhandel, häusliche Gewalt und hohe HIV/Aids-Raten quälen sie. Kinder sind der sozialen Misere besonders ausgesetzt. Die Armut, mangelnder Rechtsschutz und unkontrollierter Tourismus sind eine Brutstätte für kriminelle Akteure. Kinder und junge Frauen sind einem massiven Risiko von Ausbeutung ausgesetzt und werden zu Opfern von Menschenhandel und Missbrauch: Sie werden an Bordelle verkauft, zur Arbeit oder zum Betteln gezwungen. Caritas rettet Kinder und Jugendliche, schützt sie und hilft, dass sie zu einem normalen Leben zurückfinden können.

 

Land/Region/Ort
Kambodscha: Phnom Penh, Svay Rieng, Siem Reap, Poipet, Neak Loeung


Zielgruppe
1000 Kinder und Jugendliche


Mittelbedarf
Rund 285 000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P150027


Projektziel
Strassenkinder, Opfer von Menschenhandel und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche bekommen Schutz, können wieder zur Schule gehen und berufliche Perspektiven entwickeln und sind wieder in ihre Familien integriert.


Projektverantwortliche
Ethel Grabher, Tel: +41 41 419 23 52, egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Trotz des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre gehört Kambodscha nach wie vor zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Hohe Armutsraten von 35 bis 40 Prozent und eine klaffende soziale Schere zwischen Arm und Reich kennzeichnen das Land. Die gravierende Armut, eine hohe Arbeitslosigkeit, mangelnder Rechtsschutz und unkontrollierter Tourismus bilden eine Brutstätte für ausbeuterische, kriminelle Akteure.

Kinder und junge Frauen sind von Armut am meisten betroffen. Vernachlässigte Bildung für Mädchen, hohe Schulabbruch-Raten, fehlende Berufsbildungsmöglichkeiten für Frauen und mangelnder Respekt halten sie in der Armut gefangen. In der Hoffnung auf ein besseres Leben setzen sich viele Kinder und junge Frauen einem massiven Risiko von Ausbeutung aus und werden Opfer von Menschenhandel und Missbrauch: Sie werden an Bordelle verkauft, zur Arbeit oder zum Betteln gezwungen.

Augenfällig ist die Misere zum Beispiel in Poipet an der Grenze zu Thailand. Noch bis vor einigen Jahren ein unbedeutendes Provinzstädtchen, ist es durch den Grenzverkehr und den aus dem Boden schiessenden Spielcasinos ein Ort intensiver Zuwanderung geworden. Arme Familien aus den entlegensten Winkeln von Kambodscha folgten dem Ruf nach Arbeit in die Grenzhandelsstadt – die Hoffnung der meisten zerbricht jedoch an der bitteren Armut in den wachsenden Elendsquartieren. Die Familien kämpfen mit Problemen wie wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung, Menschenhandel, häuslicher Gewalt und hohen HIV/Aids-Raten. Kinder und Jugendliche als verletzlichste Gesellschaftsmitglieder sind solchen Ausbeutungsmechanismen besonders ausgesetzt.

 

Was tun wir?

Kinder und Jugendliche, die von der Polizei aufgegriffen werden oder aus Thailand oder Vietnam zurückgeschafft wurden, bekommen einen Platz in einem professionell geführten Schutzhaus. In den Zentren finden rund 1000 Kinder und Jugendliche, welche auf der Strasse lebten oder Opfer von Menschenhandel wurden, ein neues Zuhause, das ihnen den nötigen Rahmen bietet, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten und einen Neustart in die Gesellschaft zu wagen. Erfahrene Psychologinnen arbeiten intensiv mit den Kindern und helfen ihnen, ihre zum Teil sehr schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und ein neues Leben aufzubauen. Ziel ist eine nachhaltige Reintegration der Opfer. So wird der Kontakt mit der Familie sorgfältig aufgebaut und eine Rückkehr vorbereitet, wenn das möglich ist.

Zentral für die Reintegration der Kinder und Jugendlichen ist die Perspektive auf eine stabile ökonomische Grundlage. Hierfür sind ein Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung notwendig: Das mindert das Risiko, erneut in ausbeuterische Verhältnisse zu geraten. Jugendliche werden dabei unterstützt, einen Beruf zu erlernen - sei es in der Textilverarbeitung, sei es in der Büroarbeit mit dem Computer, als Damen- und Herrenfriseur, Schreiner oder Mechaniker. Unsere Partnerorganisation CCPCR arbeitet dabei mit Privatunternehmen und Betrieben zusammen, um entsprechende Lehrstellen sicherzustellen und nach der Lehre feste Anstellungen zu vermitteln.

Um die Risiken der Ausbeutung und des Menschenhandels zu minimieren, arbeiten wir gleichzeitig mit armutsbetroffenen Familien. Denn nicht selten sind es die Familien selber, die ihre Kinder und Töchter dem Risiko des Missbrauchs aussetzen – eine Verzweiflungstat, um der Armut zu entfliehen. Eine Verbesserung der Lebensgrundlage und der Lebensverhältnisse von besonders gefährdeten Familien ist daher fester Bestandteil der Präventionsarbeit. Die Familien erlernen in Trainings und Workshops, wie sie ihre ökonomische Lage verbessern können. Mit ihrer Aufklärungsarbeit zu den Risiken von Menschenhandel erreicht Damnok Toek, unsere zweite Partnerorganisation, 25 000 Familien oder 100 000 Personen.

 

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