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Kambodscha

Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung schützen

Arbeitslosigkeit, Menschenhandel, häusliche Gewalt und hohe HIV/Aids-Raten quälen viele Familien in Kambodscha. Kinder sind der sozialen Misere besonders ausgesetzt. Die Armut, mangelnder Rechtsschutz und unkontrollierter Tourismus sind eine Brutstätte für kriminelle Akteure. Kinder und junge Frauen sind einem massiven Risiko von Ausbeutung ausgesetzt und werden zu Opfern von Menschenhandel und Missbrauch: Sie werden an Bordelle verkauft, zur Arbeit oder zum Betteln gezwungen. Caritas rettet Kinder und Jugendliche, schützt sie und hilft, dass sie zu einem normalen Leben zurückfinden können.

 

Land / Region / Ort
Kambodscha / Poipet, Neak Loeung


Zielgruppe
3500 sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, welche Opfer von Menschenhandel wurden oder einem hohen Risiko ausgesetzt sind


Mittelbedarf
Rund 293'000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P180002


Projektziel
Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, Strassenkinder und Opfer von Menschenhandel erhalten umfassenden Schutz, können wieder zur Schule gehen und berufliche Perspektiven entwickeln und sind wieder in ihre Familien integriert.


Projektverantwortliche
Ethel Grabher, Tel: 041 419 23 52, egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Während den verheerenden Jahren des Terrorregimes von Pol Pot und seinen Roten Khmer in den 70er Jahren und dem bis 1993 andauernden Bürgerkrieg wurde sämtliche Infrastruktur von Kambodscha zerstört. Das Land weist zwar ein rasantes Wirtschaftswachstum auf, dieses geht jedoch an der Landbevölkerung vorbei, die 80 Prozent der 15 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner stellt. Kambodscha gehört deshalb noch heute zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 30 bis 40 % der Haushalte leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Die Kombination von Armut und Perspektivenlosigkeit macht Menschen besonders verletzlich und zwingt sie viele Familien zu harten Entscheidungen und Lebensformen. Der Anteil der Kinderarbeit bei unter 14-jährigen liegt aktuell bei 36 Prozent, wobei der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung knapp 50 Prozent beträgt.

Die Projektstadt Poipet liegt in der Provinz Banteay Meanchey im Nordwesten von Kambodscha und bildet den wichtigsten Grenzübergang des Landes zum benachbarten Thailand. 500'000-Einwohner-Stadt zieht als Stadt der Hoffnung jedes Jahr Tausende von Einzelpersonen und Familien an. Die Menschen migrieren aus ihren Dörfern hierher im Glauben, dass sie hier oder in Thailand gut bezahlte Arbeit finden. Die Realität sieht anders aus. Sie enden als Handlanger, Träger oder Abfallsammler und hausen in einer teuer gemieteten Hütte in einem der wachsenden Elendsquartiere. Die Familien kämpfen mit Problemen wie wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung, Menschenhandel, häuslicher Gewalt und hohen HIV/Aids-Raten. Kinder und Jugendliche als verletzlichste Gesellschaftsmitglieder sind solchen Ausbeutungsmechanismen besonders ausgesetzt. Wegen fehlender Bildung, Aufklärung sowie Mangel an Alternativen werden sie an Leib und Seele ausgenutzt oder geraten in die Fänge von Kinderhändlern.

In einer anderen Region mit ähnlichen Problemen liegt Neak Leoung 70 km südlich von Phnom Penh. Neak Leoung ist der wichtigste Mekong-Übergang von Kambodscha nach Vietnam und deshalb eine sehr geschäftige Stadt. Auch hier gibt es eine hohe Zuwanderung armer Familien aus Prey Veng und Svay Rieng. Mindestens 240 Kinder arbeiten in den Strassen von Neak Leoung und sind grossen Risiken ausgesetzt.

Die Partnerorganisation von Caritas Schweiz, Damnok Toek, hat ihre Arbeit 1997 in Neak Leoung und 1999 in Poipet begonnen und ist seit 2001 als unabhängige, kambodschanische NGO registriert. In Phnom Penh hat Damnok Toek 2003 ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen eröffnet.  Damnok Toek setzt sich für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensgrundlagen von Kindern sozial benachteiligter Familien und Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung ein. Sie ist die einzige in Neak Leoung tätige NGO und eine der wenigen in Poipet.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz begleitet das Programm von Damnok Toek bereits seit drei Jahren. In diesem Zeitraum wurden 1'600 Kinder, Jugendliche und ihre Familien unterstützt.

Das Programm 2018 – 2020 besteht aus diesen Komponenten: 

Informelle Schulbildung: Das informelle Schulbildungsprogramm bietet eine Grundausbildung auf Primarschulstufe. Die Ausbildung passt sich der Realität der benachteiligten Kinder an: der Unterricht findet halbtags statt und ermöglicht so den Kindern, weiterhin an das Familieneinkommen beizutragen. Jährlich können etwa 150 der Kinder ins öffentliche Schulsystem integriert werden. Um deren langfristiges Einverständnis zu sichern, werden die Eltern miteinbezogen und über die Vorteile von Bildung informiert. Das Primarschulangebot wird ergänzt durch Kindergärten für die Kinder arbeitstätiger Eltern. Das Tagesangebot vermittelt Bildung und schützt die Jüngsten vor den Gefahren der Strasse.

Beratungsstelle für arbeitstätige Kinder in Poipet: Dieses Drop-in-Zentrum bietet minderjährigen Opfern von Menschenhandel eine Anlaufstelle. Das Zentrum wird auch von vielen arbeitstätigen Strassenkindern genutzt, um sich einige Stunden zu erholen von Gewalt, Ausbeutung und harter Arbeit auf der Strasse, um eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen oder zu duschen.

«Futures Employment Resource Centres» für Jugendliche: Die neuen Beratungsstellen in Poipet und Neak Leoung bietet relevante Informationen zu beruflicher Ausbildung. In enger Zusammenarbeit mit Betrieben der Privatwirtschaft vermitteln die «Futures» zudem Lehrstellen, Praktika und Jobs für Jugendliche.

Präventions- und Reintegrationsprojekt «Safe Migration»: «Safe Migration» umfasst mehrere Komponenten. Zum einen bietet es Erstbetreuung für die etwa 500 Kinder, welche jedes Jahr als «illegale Migrantinnen und Migranten» aus Thailand deportiert und in Poipet den Behörden übergeben werden. Viele von ihnen sind schwer traumatisiert. Etwa 200 Kinder reisen unbegleitet. Soweit möglich und solange dies für das Kindswohl vertretbar ist, werden diese Kinder wieder mit ihren Verwandten zusammengeführt.

Ein wichtiger Teil der Arbeit von Damnok Toek besteht in Präventionsarbeit. Sozialarbeiter besuchen regelmässig die Familien in den Slums und in den Dörfern, um sie über die Risiken von schlecht geplanter Migration aufzuklären und sie über ihre Rechte und zur Verfügung stehende Dienstleistungen zu informieren. Eine mobile Bibliothek bietet Informationen über sicherere Möglichkeiten der Migration. Durch Lobbyarbeit bei den lokalen Behörden nimmt sie diese in die Pflicht, um langfristig einen umfassenden Kinderschutz zu garantieren.

Damnok Toek leistet mit seinem Programm Prävention, lebensrettenden Schutz und Reintegrations-Massnahmen für 3'500 Kinder und Jugendliche, welche Opfer von Menschenhandel wurden oder einem hohen Risiko dafür ausgesetzt sind. 

 

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