Vorsorge und Frühwarnung für indigene Gemeinschaften

Projekt in Brasilien
-

Extreme Dürren und Überschwemmungen bedrohen indigene und am Fluss lebende Gemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet. Caritas Schweiz und Caritas Brasilien stärken Frühwarnsysteme, Katastrophenvorsorge und den Zugang zu sauberem Wasser für 600 Menschen in sechs Gemeinschaften.

Überblick

Thema

Klima

Budget

215'475 Schweizer Franken

Dauer

1. August 2026 - 30. April 2028

Projektgebiet

Sechs Gemeinschaften in der Gemeinde Humaitá im Bundesstaat Amazonas

Zielgruppen

300 Familien und 600 Menschen aus indigenen und am Fluss lebenden Gemeinschaften, mit besonderem Fokus auf Frauen und junge Menschen

Projektnummer

P260037

Finanzierung

DEZA, EU*

*Dieses Projekt wird von der Europäischen Union finanziert/kofinanziert. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von Caritas Schweiz und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Europäischen Union wider.

Projekt im Detail

Indigene und am Fluss lebende Gemeinschaften im brasilianischen Bundesstaat Amazonas sind zunehmend durch klimabedingte Extremereignisse bedroht. 2023 und 2024 erlebte das Amazonasbecken die schwersten je gemessenen Dürren. Mehr als 700’000 Menschen waren betroffen. 2025 folgten schwere Überschwemmungen, die rund 133’000 Haushalte trafen.Viele Gemeinschaften haben nur eingeschränkten Zugang zu Strom und Telekommunikation. In Krisen erschwert diese Isolation das Erfassen von Daten, die Übermittlung von Warnungen und die Koordination grundlegender Dienstleistungen. Wiederkehrende Katastrophen haben im südlichen Amazonasgebiet zu grosser Ernährungsunsicherheit, Wassermangel, unterbrochener Versorgung und einem erhöhten Risiko von Gewalt und Ausbeutung geführt. In Erhebungen berichteten 79 Prozent der Familien von unzureichender Nahrung für Kinder; 97 Prozent mussten auf alternative Wasserquellen ausweichen.

Traditionelles Wissen ist weiterhin entscheidend, um Veränderungen in den Ökosystemen und frühe Warnzeichen zu erkennen. Durch die zunehmende Intensität und Häufigkeit extremer Ereignisse werden diese jedoch immer schwieriger vorhersehbar. Gleichzeitig sind die institutionellen Reaktionen wenig koordiniert. Das Projekt verbindet bestehende lokale Kompetenzen mit staatlichen Stellen, damit die Gemeinschaften organisierter, vorausschauender und wirksamer auf Klimarisiken reagieren können.

Das Projekt stärkt Katastrophenvorsorge, vorausschauendes Handeln und schnelle Nothilfe in sechs Gemeinschaften in Humaitá. Es verbessert die lokale Koordination, klärt Rollen und Zuständigkeiten und befähigt lokale Akteurinnen und Akteure , Frühwarninformationen praktisch zu nutzen. Dadurch verkürzen sich Entscheidungswege und Notfallprotokolle können schneller aktiviert werden.

Caritas Schweiz und lokale Akteurinnen und Akteure verbinden den Kompetenzaufbau mit gemeinschaftsbasierter Katastrophenvorsorge. Trainings, Simulationen und konkrete Vorsorgemassnahmen tragen dazu bei, dass die Nothilfe koordiniert, effizient und an die Lebensrealität der Gemeinschaften angepasst ist. Diese sind für Lebensgrundlagen, Ernährung, Mobilität und den Zugang zur Grundversorgung stark von Flüssen, Wäldern und natürlichen Ressourcen abhängig.

Trainings, Simulationen und klar geregelte Zuständigkeiten befähigen 150 lokale Akteurinnen und Akteure, Notfälle zu koordinieren, sichere Evakuierungen zu organisieren, schnell zu reagieren und Risiken verlässlich zu kommunizieren. In Humaitá entstehen gemeinschaftliche Einheiten für Schutz und Zivilschutz, die sich an den nationalen Vorgaben orientieren.

Frühwarnsysteme nutzen überprüfte Schwellenwerte wie Flusspegel, Niederschlagsmuster und weitere Umweltindikatoren. Warnungen lösen innerhalb von sechs bis acht Stunden erste Massnahmen in den Gemeinschaften aus. Die Koordination mit den kommunalen Einsatzstrukturen beginnt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Frühzeitige Massnahmen und Notfallpläne erreichen 600 Menschen.

Insgesamt 300 Familien erhalten Vorsorgepakete mit Mitteln zur Wasseraufbereitung, Behältern zur sicheren Wasserspeicherung, Hygieneartikeln, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Wasserfiltern. Zusätzliche Geräte auf Gemeinschaftsebene verbessern während Notfällen den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und grundlegender Hygiene. Caritas Brasilien setzt das Projekt um. Dank ihres lokalen Netzwerks erreicht die Organisation abgelegene Gebiete und verbindet gemeinschaftsbasierte Katastrophenvorsorge mit Frühwarnsystemen in indigenen Territorien.

Ihre Spende für das Projekt
Ihre Daten sind bei uns sicher.

Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut

Alle anzeigen