

Umfassende Chancen für das Engagement von Migranten und Diaspora (HOME)
Überblick
Migration
1'906'913 Schweizer Franken
01.12.2025 - 30.11.2028
38 Gemeinden im ganzen Land
Institutionen auf zentraler und lokaler Ebene, zuständige Behörden, rückgeführte Personen, Asylsuchende, Geflüchtete und andere Migrantinnen und Migranten, Privatsektor, Diasporagemeinschaften sowie NGOs und Umsetzungspartner
P250051
Regierung des Fürstentums Liechtenstein
Projekt im Detail
Kosovo steht vor erheblichen Entwicklungsherausforderungen, die eng mit komplexen Migrationsdynamiken verbunden sind. Das Land weist eine der weltweit höchsten Auswanderungsraten auf: Rund ein Drittel der in Kosovo geborenen Menschen lebt im Ausland, und schätzungsweise 950’000 Personen – 54 % der Bevölkerung – gehören zur Diaspora. Zwischen 2009 und 2023 wurden über 71’000 Menschen nach Kosovo rückübernommen, davon 60 % unfreiwillig. Gleichzeitig nimmt die Abwanderung weiter zu: 2024 wurden 9’716 Gesuche für Aufenthaltsbewilligungen in EU-Staaten eingereicht – ein Anstieg von 50 % seit 2022.
Zugleich verschärft sich der Arbeitskräftemangel. 2022 wurden 12’291 offene Stellen gemeldet (ein Plus von 14,4 %), während qualifizierte Arbeitskräfte für bessere Löhne ins Ausland abwandern. Diese Entwicklung führt zu spürbaren Lücken in spezialisierten Bereichen – etwa zu einem Mangel an Fachpersonen für psychosoziale Unterstützungsangebote für Kinder.
Hohe Jugendarbeitslosigkeit, niedrige Löhne im Privatsektor und unzureichende öffentliche Dienstleistungen in Gesundheit und Bildung bleiben zentrale Gründe für Migration und werden durch wahrgenommene politische Instabilität zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig sind die institutionellen Kapazitäten begrenzt: Die Koordination zwischen zentralen und lokalen Behörden ist schwach, Informationsflüsse sind fragmentiert und führen zu einer uneinheitlichen Umsetzung kommunaler Aktionspläne. Auch unzureichende Rechtsberatung erschwert den Zugang zu Unterstützung, da enge Anspruchskriterien viele Betroffene ausschliessen. Parallel dazu haben sinkende Beiträge internationaler Geber Lücken in wichtigen Unterstützungssystemen vergrössert, während das bislang wenig genutzte Potenzial von Investitionen aus der Diaspora weiterhin eine ungenutzte Chance für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt.
Das HOME-Projekt verfolgt das Ziel, bis 2028 gut gesteuerte Migrationsprozesse zu etablieren. Dabei baut es gezielt auf dem Potenzial von Migranten und Migrantinnen, Geflüchteten und der Diaspora auf, um sozioökonomisches Wachstum und sozialen Zusammenhalt auf Gemeindeebene zu stärken.
Das HOME-Projekt begegnet den genannten Herausforderungen – anhaltender Auswanderungsdruck, begrenzte öffentliche Dienstleistungen und eingeschränkte institutionelle Kapazitäten – mit einem dreiteiligen Ansatz: Stärkung institutioneller Kapazitäten, direkte Unterstützungsangebote sowie aktive Einbindung der Diaspora. Staatliche Institutionen auf zentraler und lokaler Ebene werden dabei unterstützt, tragfähige Strukturen und Kompetenzen für eine gut koordinierte Reintegration von Migrant:innen und Geflüchteten aufzubauen. Vorgesehen sind unter anderem Weiterbildungsprogramme für 100 lokale Verwaltungsmitarbeitende sowie Integrationskurse für 50 rückgeführte Personen und Geflüchtete.
Darüber hinaus bietet HOME direkte psychosoziale Unterstützung für 145 Personen an und entwickelt gleichzeitig systematische Ansätze zur Einbindung der Diaspora. Im Bereich wirtschaftliche Integration werden 25 lokale Unternehmen dabei begleitet, Investitionen aus der Diaspora zu gewinnen, und eine Kosovo-B2B-Plattform aufgebaut, die geschäftliche Vernetzung erleichtert. Besonderes Gewicht legt das Projekt auf nachhaltige Koordinations- und Finanzierungsmechanismen, gendersensible Ansätze sowie sozial inklusive Finanzierungsmodelle, um eine umfassende Unterstützung aller Zielgruppen sicherzustellen.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Jugendliche posieren für die Kamera. © Partnerorganisation


