

Stärkung der Wetter-, Wasser- und Klimadienste
Überblick
Klima
374'357 Schweizer Franken
01.08.2025 - 31.03.2027
Tadschikistan
Die tadschikische Bevölkerung, Kleinbäuerinnen und -bauern sowie kommerzielle Landwirtschaftsbetriebe, Verwaltungen und Behörden auf Bezirks- und nationaler Ebene
P250039
Caritas Schweiz
Projekt im Detail
Die Bevölkerung in den Bergregionen Tadschikistans gehört zu den ärmsten und verletzlichsten des Landes. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit verbundenen Wegfall der Gas- und Energieversorgung wurden grosse Teile der bestehenden Wälder abgeholzt, um den akuten Brennstoffbedarf zu decken. Diese Entwaldung hat zusammen mit weit verbreiteter Überweidung zu einer starken Degradierung von Boden und Land geführt. Ganze Ökosysteme sind nur noch eingeschränkt funktionsfähig, was die landwirtschaftliche Produktivität der ländlichen Bevölkerung einschränkt und wesentlich zur Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Lawinen beiträgt. Der fortschreitende Klimawandel verschärft diese Situation zusätzlich.
Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und politischen Gesamtlage Tadschikistans kann eine Verbesserung der Lebensbedingungen nur durch die direkte Stärkung der betroffenen Menschen erreicht werden – etwa durch die Steigerung ihrer landwirtschaftlichen Produktivität trotz schwieriger klimatischer und ökologischer Bedingungen, die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und eine bessere Vorbereitung auf Naturkatastrophen.
In den vergangenen Jahren hat Caritas Schweiz – mit Kofinanzierung durch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) – in den Aufbau gezielter Wetter-, Wasser- und Klimadienste (WWCS) investiert. Diese verbessern die Rentabilität der ländlichen Lebensgrundlagen und ermöglichen zugleich landesweit präzisere Wettervorhersagen und wetterbezogene öffentliche Dienstleistungen.
Im Folgeprojekt steht die Nachhaltigkeit des aufgebauten Systems im Zentrum. Dazu gehört die Identifikation und Schaffung einer geeigneten institutionellen Struktur in Zusammenarbeit mit dem tadschikischen Wetterdienst Tajik Hydromet, um die technischen Systeme zur Generierung der WWCS dauerhaft zu verankern. Zweitens sollen tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden, mit denen sich die durch die Nutzung der WWCS – etwa in der kommerziellen Landwirtschaft – erzielten Gewinne in den Betrieb und Unterhalt des Systems zurückführen lassen.
WWCS-basierte Entscheidungen verbessern die landwirtschaftliche Produktivität – zum Beispiel durch effizientere Bewässerung, wetterbasierte Planung von Aussaat und Ernte sowie Schädlingsbekämpfung – und verringern gleichzeitig die Verletzlichkeit ländlicher Haushalte und Gemeinschaften gegenüber Naturgefahren.
Für WWCS werden Daten über Wetter und Umwelt benötigt. In diesem Folgeprojekt soll die innovative Grundlage der WWCS – bestehend aus kostengünstigen Open-Source-Wetterstationen sowie dem Open-Source-System zur Erstellung von Wettervorhersagen und WWCS – auf eine nachhaltige Basis gestellt werden. Ziel ist es, die positiven Wirkungen der WWCS-gestützten Entscheidungsfindung auf allen relevanten Ebenen langfristig zu sichern.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Gute Wettersysteme sind zentral für eine funktionierende Landwirtschaft. © Reto Albertalli


