

Stärkung der Kapazitäten von Produzentenorganisationen für die Belieferung lokaler Schulkantinenbeendet
Überblick
Einkommen, Klima
431'453 Schweizer Franken
01.06.2024 - 30.06.2025
Département Sud
Die landwirtschaftlichen Produzentenorganisationen (OPA), die Mitglied bei KOFAKAD sind, sowie Bäuerinnen und Bauern im Département Sud, welche das Schulverpflegungsprogramm mit lokalen Produkten beliefern (insgesamt rund 19 OPAs und 1'200 Produzentinnen und Produzenten).
P240038
DEZA; UN World Food Programme (WFP)
Projekt im Detail
Haiti belegt den ersten Rang im globalen Klima-Risiko-Index und steht somit exemplarisch für die Auswirkungen der Klimakrise. Besonders im Département Sud – in Regionen mit bedeutenden Getreideanbauflächen – beeinträchtigen lange Trockenperioden zunehmend die Ernteerträge. Für die Bäuerinnen und Bauern bedeutet dies: unvorhersehbare Unterbrüche der Regenzeiten, ein verspäteter Beginn der Anbauperioden und ein fehlender klarer Übergang zwischen den Jahreszeiten. Diese klimabedingten Veränderungen wirken sich negativ auf die Verfügbarkeit von Wasser aus, stören den landwirtschaftlichen Kalender und beeinträchtigen das sozioökonomische Leben vor Ort.
Hinzu kommt: In diesen Gebieten fehlen grundlegende landwirtschaftliche Infrastrukturen, die eine Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung der Produkte ermöglichen würden. Dies erschwert den Zugang zu stabilen Einkommensquellen erheblich.
Die gezielte Unterstützung von Kleinproduzentinnen und -produzenten in Haiti ist deshalb zentral – um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen zu stärken, lokale Produktionskapazitäten zu verbessern und ihnen den Zugang zu lokalen Märkten zu erleichtern. Dadurch wird auch die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Regionen gefördert.
Das Projekt zur Stärkung der Kapazitäten von Lieferantinnen und Lieferanten für lokale Schulverpflegung zielt darauf ab, die OPAs im Département Sud so zu unterstützen, dass sie qualitativ und quantitativ die Nachfrage nach lokalen Produkten decken können. Damit soll nicht nur eine regelmässige Versorgung der Schulkantinen mit lokalen Lebensmitteln sichergestellt, sondern auch die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte verbessert werden – für eine bessere Balance zwischen Angebot und Nachfrage.
Die Versorgung der Schulkantinen mit lokalen Produkten bringt gleich doppelte Vorteile: Einerseits erhalten Schulen einen wohnortnahen Zugang zu gesunden Lebensmitteln, andererseits entsteht ein verlässlicher Absatzmarkt für die lokalen Produzentinnen und Produzenten.
Doch dieses Zusammenspiel ist nicht ohne Herausforderungen: Auf der Nachfrageseite sind die Kantinen verpflichtet, die tägliche Versorgung der Kinder mit gesunden Mahlzeiten sicherzustellen. Auf der Angebotsseite kämpfen Produzentinnen und Produzenten – gerade in einer Region wie dem Süden Haitis, die stark von Naturkatastrophen betroffen ist – mit enormen Schwierigkeiten in Produktion und Verarbeitung, oft aufgrund nicht nachhaltiger Praktiken.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt das Projekt auf zwei komplementäre Ansätze:
- Nachhaltige Stärkung der OPAs, u. a. durch Bereitstellung von Werkzeugen und Ausrüstung, Wiederaufbau und Anpassung von Infrastrukturen sowie Schulungen in guter Führung und Unternehmertum.
- Förderung von Resilienz und Anpassung an den Klimawandel, mithilfe der Methode der Klimadienstleistungs-Pfeiler, insbesondere durch eine intensive Informations- und Ausbildungskampagne.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Die gezielte Förderung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stärkt den lokalen Ernährungskreislauf und trägt zur Versorgungssicherheit in den Regionen bei. © Phalonne Pierre Louis


