Young women sit in a circle and talk.
Young women sit in a circle and talk.

Soziale und wirtschaftliche Stärkung (SEE) von Mädchen

Projekt in Uganda
-

Überblick

Thema

Income

Budget

590’693 Schweizer Franken

Dauer

01.02.2026 - 31.01.2029

Projektgebiet

Distrikte Yumbe und Koboko, West Nile, Uganda

Zielgruppen

300 jugendliche Mütter (im Alter von 11–19 Jahren, 60 % Geflüchtete, 40 % Angehörige der Aufnahmegemeinschaften); 20 Mother-to-Mother‑Mentorinnen; 10 Community Support Groups

Projektnummer

P260025

Projekt im Detail

Die West-Nil‑Subregion im Norden Ugandas steht vor erheblichen bildungsbezogenen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die insbesondere jugendliche Mütter in Flüchtlingssiedlungen und Aufnahmegemeinden betreffen. In der Region leben rund 1,9 Millionen registrierte Geflüchtete und Asylsuchende, von denen 82 % Frauen und Kinder unter 18 Jahren sind. Die meisten wurden seit 2013 infolge der Krise im Südsudan vertrieben. Teenage‑Schwangerschaften stellen in Ugandas Flüchtlingssiedlungen und angrenzenden Aufnahmegemeinden – darunter Bidibidi und Lobule in der West-Nil‑Region – eine gravierende gesundheitliche und soziale Krise dar.

Die Kombination aus Vertreibung, Armut und begrenzten Ressourcen verschärft die Herausforderungen für heranwachsende Mädchen erheblich und hat tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Zukunft sowie die ihrer Kinder. In den Distrikten Yumbe und Koboko, insbesondere in den Flüchtlingssiedlungen Bidibidi und Lobule, brechen Mädchen die Schule in alarmierend hoher Zahl ab. Einer Studie aus dem Jahr 2024 zufolge waren nahezu 34 % der heranwachsenden Mädchen in Flüchtlingssiedlungen im Norden Ugandas bereits von einer Schwangerschaft betroffen.

Der Zugang zu Bildung ist weiterhin stark eingeschränkt. In Yumbe District brechen 76,5 % der Mädchen die Schule ab, bevor sie die Primarstufe abschliessen, während in Koboko District 50 % der Mädchen aufgrund früher Schwangerschaften den Schulbesuch beenden. Ohne Schulabschluss und ohne praktische Fähigkeiten zur Einkommensgenerierung haben diese jungen Frauen nur sehr begrenzte Zukunftsperspektiven für sich selbst und ihre Kinder.

Das Projekt zielt darauf ab, Wege zu nachhaltigen Lebensgrundlagen und Selbstständigkeit für jugendliche Mütter aus Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaften sowie für Frauen mit Behinderungen (Female Persons Living with Disabilities, PLWD) zu schaffen. Dies soll durch die (Wieder‑)Eingliederung in das formale Bildungssystem, eine verbesserte Bildungsbindung sowie durch die Stärkung beruflicher und unternehmerischer Kompetenzen für einkommensschaffende Tätigkeiten erreicht werden.

Das Projekt begegnet diesen Herausforderungen mit einem ganzheitlichen Ansatz und richtet sich an 300 jugendliche Mütter im Alter von 11 bis 19 Jahren in den Flüchtlingssiedlungen Bidibidi und Lobule sowie in den angrenzenden Aufnahmegemeinden. Die Intervention kombiniert den Wiedereinstieg in die formale Bildung mit praxisorientierter Kompetenzvermittlung und umfasst zwei zentrale Komponenten.

Die erste Komponente konzentriert sich auf den verbesserten Zugang zu Bildung und den Verbleib im Schulsystem durch Accelerated Education Programs (AEP). Dadurch erhalten 150 jugendliche Mütter die Möglichkeit, auf Primar- und Sekundarstufe (untere Sekundarstufe) wieder in das formale Bildungssystem einzutreten. Die zweite Komponente fördert die wirtschaftliche Stärkung weiterer 150 Teilnehmerinnen durch berufliche Qualifizierungsprogramme und Ausbildungsplätze in Form von Praktika und Lehrstellen. Die Schulungen orientieren sich an marktgerechten Berufsfeldern und werden durch Trainings zu unternehmerischen Fähigkeiten ergänzt.

Das Projekt setzt auf die Gender Action Learning System (GALS)-Methodik, um eine aktive Einbindung der Gemeinschaften zu fördern. Zusätzlich integriert es Schulungen zu Finanzkompetenz und Unternehmertum zur Unterstützung nachhaltiger einkommensschaffender Aktivitäten sowie Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und weiteren wichtigen Lebenskompetenzen.

Zur Umsetzung gehören die Einrichtung von 10 Community Support Groups zur langfristigen Sicherung des Schulbesuchs, die Bereitstellung von Kinderbetreuung, um die Teilnahme an Bildungs- und Ausbildungsangeboten zu ermöglichen, sowie die Ausbildung von 20 Mother-to-Mother‑Mentorinnen. Diese begleiten die jugendlichen Mütter kontinuierlich und bieten ihnen fachliche sowie psychosoziale Unterstützung.

Ihre Spende für das Projekt
Ihre Daten sind bei uns sicher.

Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut

Alle anzeigen

Titelbild: Junge Mütter benötigen langfristige Perspektiven, um eine eigenständige und nachhaltige Einkommensgrundlage aufbauen zu können. © Emmanuel Museruka