SATR – Sicherer Zugang zu nachhaltigen Lernangeboten

Projekt im Libanon
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Überblick

Thema

Migration

Budget

608'592 swiss francs

Dauer

01.01.2026 - 31.12.2027

Projektgebiet

Beirut und Libanongebirge, Libanon

Zielgruppen

2’562 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Projektnummer

P260021

Finanzierung

Caritas Schweiz; Glückskette; DEZA

Projekt im Detail

Das libanesische Bildungssystem steht vor beispiellosen Herausforderungen, da der wirtschaftliche Zusammenbruch mit langanhaltenden Konflikten und Vertreibung zusammentrifft. Die Eskalation der Jahre 2023–2024 führte zu massiver Binnenvertreibung. Zwischen 346’000 und 900’000 Menschen wurden aus ihren Wohnorten verdrängt, und über 500 Schulen wurden zu Notunterkünften umfunktioniert. Insbesondere im Grossraum Beirut sehen sich vulnerable Kinder mit sich kumulierenden Hürden beim Zugang zu Bildung konfrontiert. Die wirtschaftliche Krise hat die Unterrichtswochen auf vier Tage reduziert, während 27 % der Kinder einen vollständigen Lernunterbruch erlebt haben. Die Situation betrifft Flüchtlingskinder, vertriebene Familien und lokale libanesische Gemeinschaften in gleichem Masse. Zu Beginn des Jahres 2025 war mehr als jedes vierte Kind nicht eingeschchult. Über die Zugangsprobleme hinaus berichten 48 % der Kinder von Angst und Furcht, während 32 % eine geringe Konzentrationsfähigkeit aufweisen. Dies deutet auf weitverbreitete psychosoziale Belastungen hin, die die Lernfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen.

Das geschwächte Bildungssystem im Libanon hat zu überfüllten Schulen, verkürzten Unterrichtszeiten und erheblichen Lernverlusten geführt. Gleichzeitig untergraben finanzielle Notlagen, Lehrkräftemangel und psychosozialer Stress den Zugang zu Bildung sowie deren Qualität weiter.

Das SATR-Projekt begegnet diesen miteinander verknüpften Herausforderungen mit drei strategischen Komponenten, die unterschiedliche Aspekte der Bildungskrise adressieren. Das Projekt erreicht 2’004 Kinder durch Förderunterricht, grundlegende Lese- und Rechenkompetenzen, soziales und emotionales Lernen, psychosoziale Unterstützung sowie Freizeitaktivitäten in formalen und nicht formalen Bildungssettings. Ergänzend nehmen die Kinder an gemeinschaftsbasierten Aktivitäten teil, die Inklusion fördern und das Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung stärken.

Rund 558 Erwachsene, darunter Betreuungspersonen, Lehrpersonen, Moderatorinnen und Moderatoren sowie weitere Gemeindemitglieder, profitieren direkt von Massnahmen zum Kapazitätsaufbau, von Sensibilisierungs- und Kursangeboten zu positiver Elternschaft sowie von Gemeinschaftsaktivitäten, die die Unterstützung für das Lernen und das Wohlbefinden von Kindern stärken.

Die Geschlechterverteilung entspricht den nationalen Mustern. Ein leicht höherer Anteil der schulpflichtigen Mädchen nimmt an Bildungsprogrammen teil, und die Mehrheit der Betreuungspersonen und Lehrkräfte sind Frauen.

Die Umsetzung des Projekts in Partnerschaft mit Caritas Libanon und der Amel Association, koordiniert mit dem Ministerium für Bildung und Hochschulwesen, schafft nachhaltige Wege für die Wiederherstellung des Bildungswesens.

Kinder, die Förderunterricht erhalten, zeigen verbesserte schulische Leistungen und ein geringeres Risiko eines Schulabbruchs, während ausserhalb des formalen Bildungssystems erreichte Kinder grundlegende Kompetenzen erwerben, die eine spätere Reintegration in die formale Bildung ermöglichen. Die psychosozialen Angebote greifen Traumata und Stress auf, die derzeit wirksames Lernen verhindern, und stärken die emotionale Resilienz der betroffenen Kinder. Geschulte Lehrpersonen und Betreuungspersonen wenden inklusive Methoden und unterstützende Ansätze auch über die Projektlaufzeit hinaus an und tragen so zu dauerhaften Verbesserungen der Bildungsqualität bei. Engagierte Betreuungspersonen werden zu Fürsprecherinnen und Fürsprechern für Bildung in ihren Gemeinschaften und fördern einen breiteren kulturellen Wandel hin zu einer stärkeren Priorisierung der schulischen Bildung von Kindern trotz wirtschaftlichen Drucks.

Durch diese kombinierten Interventionen schafft SATR eine Grundlage für Bildungskontinuität, die auch zukünftigen Krisen standhält und gleichzeitig die unmittelbaren Lern- und emotionalen Bedürfnisse der vulnerabelsten Kinder im Libanon adressiert.

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Titelbild: © Adeeb Farhat