Nothilfe 2022-2023 in den Landkreisen Bandiagara und Kita

beendet

Mali: Projekt P220074
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Projekt im Detail

Die Gesellschaft in Mali hat mit vielfältigen Problemen zu kämpfen, die sich auf den Alltag der Menschen auswirken. Zu nennen sind unter anderem der Klimawandel, Konflikte, politische Instabilität, die fragile Sicherheitslage sowie eine schwache Wirtschaft. Die Mehrheit der Bevölkerung wohnt in ländlichen Gebieten, und fast die Hälfte der Menschen lebt in extremer Armut. Mali ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder der Welt. Die Fruchtbarkeit der Ackerböden leidet unter wiederkehrenden Dürreperioden, Überschwemmungen und Erosion. Gleichzeitig leben fast 70% der Bevölkerung von der Landwirtschaft.

Die Umweltbedingungen verschlechtern sich zusehends, und die Anbaumethoden sind nicht ausreichend an die klimatischen Bedingungen angepasst, was immer häufiger zu Missernten führt. 2021 litt die landwirtschaftliche Produktion in ganz Mali unter Dürreperioden, die für alle Regionen negative Folgen hatten. Hinzu kamen ein frühzeitiges Ende der Regenzeit und/oder ein Niederschlagsdefizit in einigen Gebieten. Mali sieht sich mit der schlimmsten Ernährungs- bzw. Nahrungsmittelkrise der letzten zehn Jahren konfrontiert. Darüber hinaus wirkt sich seit 2022 auch die Inflation bei Treibstoffen und an den internationalen Getreidemärkten aus. Sie führt insbesondere in Westafrika zu steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel – eine Entwicklung, die vor allem für die Ernährungssicherheit der grossen Mehrheit der ländlichen Bevölkerung dramatische Folgen hat.

Mit dem Projekt wollen wir die Resilienz der vulnerabelsten Haushalte im Landkreis Bandiagara stärken. Die Menschen erhalten Hirse, damit sie die Krise in der agro-pastoralen Produktion der Jahre 2022 und 2023 überwinden können. Zudem verteilen wir Schalottensamen, was dazu beitragen soll, die Selbstversorgungswirtschaft wieder in Gang zu bringen. Das Projekt möchte auch einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der vulnerablen Haushalte und Gemeinschaften im Kreis Kita leisten. Die seit 2022 vorherrschende Nahrungsmittelknappheit soll über eine Diversifizierung der Einkommensquellen mittels Gemüseanbau verkürzt werden.

Im Rahmen des Projekts werden die vulnerablen Haushalte in der Region Bandiagara mit dem Verteilen von Hirse unterstützt. Zudem erhalten sie Schalottensamen, um die Selbstversorgungswirtschaft wieder in Gang bringen zu können. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Schalotten ermöglichen es den Begünstigten, nebst dem selbst angebauten Getreide weitere Nahrungsmittel zu kaufen sowie andere im Haushalt anfallende Ausgaben zu decken. Mittels Bargeldüberweisungen werden ferner 2'850 vulnerable Haushalte (17'100 Personen) im Landkreis Kita unterstützt. Damit können diese ihre Lebensmittel direkt von den lokalen Märkten und Anbietern beziehen.

Die Hilfeleistungen ermöglichen es den vulnerabelsten Haushalten, die vorherrschende Nahrungsmittelknappheit zu überstehen, ohne in eine extreme Ernährungsunsicherheit zu geraten. Weiter wird damit gewährleistet, dass ein gleichzeitig in der Region laufendes Entwicklungsprojekt erfolgreich umgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird im Zuge des Projekts der Bau eines Kleinstaudammes realisiert, mit dem sich Wasser speichern lässt und bewässerte Gemüseanbauflächen ausgeweitet werden können. Der Bau dieses Staudammes soll zu einem Wiederanstieg des Grundwasserspiegels führen und das ganze Jahr über eine grossflächige Wasserversorgung sicherstellen. 200 Bäuerinnen, die Mitglied in der Bauernorganisation für den Gemüseanbau sind, profitieren direkt von diesen Bewässerungsmöglichkeiten, und der Bevölkerung in der Region verschafft der Bau einen besseren Zugang zu Trinkwasser.

Caritas Schweiz setzt sich dafür ein, die Ernährungssicherheit der vulnerabelsten Gruppen in den Landkreisen Bandiagara und Kita zu verbessern. Dies soll insbesondere mithilfe ihrer Entwicklungsprojekte in dieser Region erfolgen. In Notsituationen setzt Caritas Schweiz auf einen Brückenschlag zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Dabei werden Entwicklungsmassnahmen durch eine zeitlich begrenzte Nothilfe für die lokale Bevölkerung ergänzt.

Caritas Mopti/APH, ein langjähriger Partner von Caritas Schweiz, verteilt direkt vor Ort Hilfsgüter.

Auch der Gender-Aspekt wird in sämtlichen Projektaktivitäten als bereichsübergreifendes Element berücksichtigt. Und so kommt der Stärkung der Rolle der Frauen nach wie vor grosse Bedeutung zu. Es ist vor allem der Bau eines Kleinststaudammes, der den in Verbänden organisierten Bäuerinnen dabei helfen soll, ihr Einkommen durch Gemüseanbau zu diversifizieren.

Alle Interventionen von Caritas Schweiz in Mali folgen einem partizipativen Multistakeholder-Ansatz. Dabei werden die Zielgruppen, die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Akteure aus dem privaten Sektor und der Wissenschaft, die dezentralisierten technischen Dienststellen des malischen Staates sowie die lokalen Behörden in sämtliche Projektphasen eingebunden.

Fakten und Zahlen

Thema

Humanitäre Hilfe

Budget

646'123 Schweizer Franken

Projektgebiet

Mali, Landkreise Bandiagara und Kita

Zielgruppen

419 Haushalte in 22 Dörfern im Landkreis Bandiagara, die 2022 und 2023 am stärksten unter der Nahrungsmittelkrise zu leiden hatten und haben sowie 2’850 vulnerable Haushalte (17’100 Personen) in 46 Dörfern im Kreis Kita; 200 Bäuerinnen (inkl. 1’000 Personen in deren Haushalten), die in Verbänden für den Gemüseanbau organisiert sind und direkt vom Bau eines Kleinstaudammes profitieren.

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Dieses Projekt wird finanziert durch:

  • Fondation Caritas Luxembourg

Titelbild: © Margaux Tharin