

Kritische lebensrettende Soforthilfe und Unterstützung (CLEAR)
Das Projekt soll zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von gefährdeten syrischen und libanesischen Haushalten (50% Syrer und 50% Libanesen) beitragen, die von der Krise betroffen sind.
Überblick
Humanitäre Hilfe
1'126'129 Schweizer Franken
01.03.2024 - 28.02.2027
Libanon
5'840 Begünstigte
P230049
Americares, DEZA
Projekt im Detail
Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 hat der Libanon die höchste Pro-Kopf-Zahl an Vertriebenen weltweit zu verzeichnen und leidet zudem unter den verheerenden Auswirkungen der beispiellosen wirtschaftlichen, politischen, sozialen und gesundheitlichen Krisen der letzten Jahre. Im Oktober 2019 brach eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Krise aus. Die Explosion im Hafen von Beirut im August 2020 und die COVID-19-Pandemie verschlimmerten die ohnehin schon katastrophale wirtschaftliche Lage und führten zu einem sprunghaften Anstieg der Armutsraten. Der anhaltende Niedergang der libanesischen Wirtschaft zeigt sich darin, dass das Libanesische Pfund (LBP) weiter an Wert verliert und die Inflation in die Höhe treibt, die sich seit Juli 2020 im dreistelligen Bereich bewegt und die Armen und Schwachen am stärksten trifft.
Die jüngste Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, die am 6. Oktober 2023 begann, hat die wirtschaftliche Lage des Landes und der Bevölkerung noch weiter verschlechtert. Die anhaltende Krise im Libanon ist dynamisch und komplex und stellt die strukturelle Stabilität des Landes vor erhebliche Herausforderungen und macht frühere Entwicklungsfortschritte zunichte. Die besonders gefährdete Aufnahme- und Flüchtlingsbevölkerung ist von einem drastischen Anstieg der sozioökonomischen Bedürfnisse, Lücken in wichtigen Versorgungsketten und einem eingeschränkten Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung, Bildung und anderen grundlegenden Dienstleistungen stark betroffen. Fehlende Elektrizität, Brennstoffknappheit und unzureichender Zugang zu sauberem Trinkwasser verschlechtern den Alltag der grossen Mehrheit der libanesischen Bevölkerung.
Das Projekt CLEAR zielt darauf ab, das Wohlergehen gefährdeter Gemeinschaften zu verbessern, indem die Grundbedürfnisse gefährdeter Haushalte und die gesundheitlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. CLEAR soll dazu beitragen, die Lebensbedingungen und die Widerstandsfähigkeit gefährdeter syrischer Flüchtlinge und der libanesischen Aufnahmegesellschaft zu verbessern, indem über die MPCA Hilfe für Grundbedürfnisse und Gesundheitsdienste bereitgestellt wird. Das Projekt trägt auch finanziell zur Sanierung eines Sozial- und Gesundheitszentrums bei, das während des jüngsten Krieges im Süden Libanons schwer beschädigt wurde, sodass es wieder der lokalen Gemeinschaft dienen kann.
An Personen, die nicht in der Lage sind, ihre Grundbedürfnisse zu decken, werden uneingeschränkte und bedingungslose Bargeldzahlungen geleistet. Die Modalität der Bargeldvergabe wird weltweit immer häufiger eingesetzt, da sie zahlreiche Vorteile bietet, wie z.B. die Wahlfreiheit der Empfängerinnen und Empfänger sowie wirtschaftliche Vorteile wie den Multiplikatoreffekt. Im Libanon, wo die Preise für Grunderzeugnisse in die Höhe geschnellt sind und die Währung weiter an Wert verliert, während die Löhne und Gehälter stagnieren, ist die Mehrzweck-Bargeldhilfe eine wirksame Methode, die sicherstellt, dass die Empfängerinnen und Empfänger ihre Grundbedürfnisse decken können. Da der Gesundheitsbedarf im Land extrem hoch ist und sich fast alle Gesundheitsindikatoren verschlechtern, werden zusätzliche finanzielle Hilfen für Menschen mit besonderen Gesundheitsbedürfnissen in Form von Kostenübernahmen für stationäre Behandlungen und Behandlungszuschüssen gewährt.
Das Projekt ist im thematischen Bereich der humanitären Hilfe angesiedelt und wurde auf der Grundlage der Erfahrungen aus früheren Grundversorgungseinsätzen im Libanon und in Syrien konzipiert. Im Einklang mit den Lokalisierungsverpflichtungen von Caritas Schweiz ist das Projekt auch auf den Aufbau von Kapazitäten bei den nationalen Durchführungspartnern ausgerichtet.


