Interethnische Bildung im Kosovo (IEK)

beendet

Kosovo: Projekt P230006
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Projekt im Detail

Der Kosovo ist ein kleines, aber multikulturelles Land, in dem eine Vielzahl unterschiedlicher Ideen, Werte, Traditionen und Perspektiven vertreten sind. Die Mehrheit ist ethnisch albanisch, während andere Ethnien Serbinnen und Serben, Bosnierinnen und Bosnier, Türkinnen und Türken, Gorani, Roma, Aschkali sowie Ägypterinnen und Ägypter umfassen.

Auch wenn einige dieser Gemeinschaften besser integriert sind, werden viele Minderheitengruppen ausgeschlossen. Derzeit schliessen nur 24% der Kinder aus Roma-, Ashkalia- und ägyptischen Gemeinschaften die Sekundarschule ab, und Jugendliche aus Minderheitengruppen sind überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Die schulische Realität ist von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich: Kinder und Schüler verschiedener Ethnien besuchen den Unterricht in getrennten Umgebungen, so dass es kaum Möglichkeiten für einen Austausch zwischen Kindern verschiedener Herkunft gibt. Darüber hinaus gibt es wenig bis gar keine ausserschulischen Aktivitäten, bei denen Kinder und Jugendliche sich austauschen und folglich lernen können, kulturelle Unterschiede zu akzeptieren, zu schätzen und anzunehmen. Die derzeitige Praxis in den Schulen hat gezeigt, dass Themen wie Vielfalt, Toleranz, Solidarität, respektvoller Umgang miteinander, Akzeptanz, Geduld und Verständnis wenig bis gar nicht behandelt werden. Um ein besseres Verständnis für andere Ethnien zu erreichen und die Toleranz im Kosovo zu fördern, bedarf es innovativer Ansätze, bewährter Praktiken und konkreter Instrumente, die bereits bei den Kindern und ihren Eltern ansetzen. Pädagogisches Personal und Schulen müssen stärker sensibilisiert werden, um auf die Überwindung solcher Unterschiede vorbereitet zu sein, zumal sie eine entscheidende Rolle im Leben und in der Erziehung der Kinder spielen.

Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, durch die Stärkung des Dialogs und des Austauschs in Bildungsräumen in multiethnischen Gemeinden des Kosovo einen Beitrag zu den Beziehungen zwischen den Gemeinschaften zu leisten.

Durch die Fokussierung auf Young Professionals und berufsbegleitende Pädagoginnen und Pädagogen, die mit Grundschulkindern arbeiten, wird das Projekt auch ihre beruflichen Fähigkeiten und folglich ihre Beschäftigungsfähigkeit verbessern.

Das Projekt trägt zur Verbesserung der interethnischen Beziehungen bei, indem es den Dialog und den Austausch in Bildungseinrichtungen in multiethnischen Gemeinden des Kosovo stärkt. Durch die Konzentration auf Kinder im Grundschulalter (6 - 10 Jahre) werden Veränderungen in einem frühen Stadium herbeigeführt, und durch die Einbeziehung künftiger und aktueller Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern kann eine breitere Wirkung in den Gemeinden erzielt werden:

Aus den Kindern selbst werden aufgeschlossene, sozial und kulturell kompetente Erwachsene, die die ethnische Vielfalt anerkennen. Darüber hinaus werden Schulen und kommunale Bildungseinrichtungen, einschliesslich berufsbegleitender Lehrpersonen und Young Professionals (aktuelle oder künftige Absolvierende der Psychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften), in zeitgemässen pädagogischen Konzepten geschult, einschliesslich der Bedeutung der psychologischen Betreuung an Schulen und des interethnischen Austauschs. Dies wird sich nicht nur positiv auf ihren Unterricht auswirken, sondern auch ihre beruflichen Kompetenzen stärken und ihre Beschäftigungsfähigkeit verbessern. Schliesslich zielt das Projekt auf eine stärkere Einbindung und Kommunikation mit Eltern sowie Betreuerinnen und Betreuern ab, die den Weg zu ethnischer und kultureller Offenheit ebnen und eine unmittelbare Wirkung auf die Integration und den interethnischen Austausch in den ausgewählten Gemeinden haben.

Mit diesem Projekt befasst sich Caritas Schweiz mit dem thematischen Schwerpunkt Einkommen im Bildungsbereich und geht dabei auch auf den Multikulturalismus ein. Die interethnische Erziehung von Kleinkindern, auch von marginalisierten Kindern, wird durch die praktische Ausbildung von Young Professionals und berufsbegleitenden Pädagoginnen und Pädagogen, die mit Kindern in multiethnischen Gemeinden arbeiten, verbessert. Damit wird der Grundstein für eine tolerantere Gesellschaft sowie für besser qualifizierte und befähigte Erzieherinnen und Erzieher gelegt, die auf dem Arbeitsmarkt bleiben bzw. neu einsteigen und so ihr Einkommen sichern können.

CACH Kosovo wird eng mit nationalen und lokalen staatlichen Akteuren zusammenarbeiten, wie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Technologie und Innovation, dem Nationalen Institut für Psychologie und den Gemeinden. Bei allen Aktivitäten wird ein interethnischer Ansatz verfolgt. Dadurch werden Toleranz, sozioökonomisches Empowerment und sozialer Zusammenhalt gefördert.

Fakten und Zahlen

Thema

Einkommen

Budget

145'017 Schweizer Franken

Projektgebiet

Fünf Gemeinden im Kosovo: Kamenica, Obiliq, Fush Kosova, Prizren und Strpce

Zielgruppen

Junge Fachkräfte, berufsbegleitende Pädagoginnen und Pädagogen und Schulkinder in multiethnischen Gemeinden

Finanziert durch

German Cooperation

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