

Bolivien
In Bolivien erschweren fehlende Rückverfolgbarkeit und mangelnder Zugang zu Finanzierung vielen Kakaoproduzentinnen und Produzenten den Eintritt in höherwertige Märkte. Cacao 360 erprobt mit 150 Produzentinnen und Produzenten digitale Lösungen und passende Mikrofinanzierungsmodelle – für eine nachhaltigere Produktion, bessere Marktchancen und langfristig höhere Einkommen.
Überblick
Einkommen
CHF 134'049
17.08.2026 - 30.06.2027
Palos Blancos, Alto Beni (Provinz von La Paz)
150 Kakaoproduzent:innen in der Agroforstwirtschaft in Palos Blancos und Alto Beni
P260045
Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao / SECO, Schweizer Botschaft in Bolivien
Projekt im Detail
Kakaoproduzentinnen und Produzenten in Alto Beni und Palos Blancos stehen vor mehreren miteinander verbundenen Herausforderungen, die ihnen den Zugang zu höherwertigen Märkten und damit bessere Einkommensmöglichkeiten erschweren. Ihr Kakao wird grösstenteils in ökologisch nachhaltigen Agroforstsystemen angebaut und ist für spezialisierte internationale Abnehmer interessant. Häufig fehlen jedoch Systeme zur Rückverfolgbarkeit, verifizierte Produktionsdaten und Finanzdienstleistungen, die von Märkten und Vorschriften wie der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR) zunehmend verlangt werden.
Gleichzeitig ist der Zugang zu Krediten eingeschränkt. Finanzinstitute verfügen nur über begrenzte Informationen zur Produktionskapazität der Betriebe und können die Risiken deshalb schwer einschätzen. Den Produzentinnen und Produzenten fehlen zudem Finanzierungsangebote, die auf die Produktionszyklen von Kakao abgestimmt sind. Hinzu kommen Lücken bei technischen, finanziellen und kommerziellen Kompetenzen sowie Hürden, welche die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen beeinträchtigen.
Cacao 360 soll kakaoproduzierende Haushalte in Alto Beni und Palos Blancos dabei unterstützen, ihr Wohlergehen und ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu verbessern und sich schrittweise einem existenzsichernden Einkommen anzunähern. Gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten prüft, adaptiert und pilotiert das Projekt digitale Lösungen und Finanzierungsmodelle. Diese sollen die ökologische Nachhaltigkeit stärken, die Rückverfolgbarkeit verbessern und den Zugang zu Mikrokrediten ermöglichen, die auf die Produktionszyklen von Kakao zugeschnitten sind. Gleichzeitig schafft das Projekt Grundlagen für die spätere Verbreitung und Skalierung erfolgreicher Ansätze.
Zu Beginn untersucht das Projekt die Bedürfnisse, Möglichkeiten und Einschränkungen der Kakaoproduzentinnen und -produzenten sowie weiterer Akteure der Wertschöpfungskette. Darauf aufbauend werden geeignete digitale Lösungen zur Rückverfolgbarkeit erprobt, die verlässliche Produktions- und Geodaten liefern und die Einhaltung von Umweltanforderungen erleichtern. Parallel dazu wird ein bereits für den Kaffeeanbau entwickeltes Datenmanagementsystem an die Kakaoproduktion angepasst und getestet.
Zusammen mit Finanzinstituten entwickelt das Projekt zudem ein Mikrofinanzierungsmodell, das sich an den Produktionszyklen von Kakao orientiert und durch einen Startkapitalmechanismus unterstützt wird. Technische Beratung zu nachhaltiger Kakaoproduktion, Agroforstwirtschaft und Klimaanpassung sowie Schulungen zu Finanzwissen, digitalen Werkzeugen, Vermarktung und Marktanforderungen stärken die Produzentinnen und Produzenten.
Insgesamt sollen 150 Kakaoproduzentinnen und -produzenten von Lösungen profitieren, welche die Rückverfolgbarkeit, den Zugang zu geeigneten Finanzdienstleistungen und ihre Chancen auf höherwertigen Märkten verbessern. Die Erkenntnisse aus den Pilotvorhaben werden dokumentiert und geteilt, damit erfolgreiche Lösungen künftig von weiteren Akteuren im Kakaosektor übernommen und ausgeweitet werden können.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: © Fabian Biasio


