

Bargeldhilfe in regenerierenden Märkten (CARMA IV)beendet
Die Krise in Syrien hat sich nach 13 Jahren der Feindseligkeiten und einem anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung in den vergangenen Monaten nochmals verschärft. Das Erdbeben hat die bereits geschwächte Infrastruktur schwer beschädigt, was die katastrophale wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung schwächt. Um der beispiellosen Gefährdung der syrischen Bevölkerung entgegenzuwirken, zielt dieses Projekt darauf ab, den Schutz gefährdeter syrischer Familien zu verbessern, indem lebensrettende und lebenserhaltende Hilfe in Form von Geldtransfers für und ganzheitliche Fallmanagementdienste bereitgestellt werden.
Überblick
Humanitäre Hilfe
3'409'183 Schweizer Franken
Aleppo, Homs, Hama, ländliches Damaskus, Dara'a
14'895 gefährdete Syrerinnen und Syrer
p240016
Projekt im Detail
Im ersten Quartal 2024 hat sich die humanitäre Lage in Syrien weiter verschlechtert: 16,7 Millionen Menschen sind in Not, im Jahr 2023 waren es noch 15,3 Millionen. Unter den Bedürftigen sind 5,5 Millionen Vertriebene. Die Krise hat sich nach 13 Jahren der Feindseligkeiten und einem anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung verschärft.
Durch das Erdbeben im Februar 2023 wurden allein in Syrien zusätzlich Hunderttausende von Familien vertrieben, fast 5'900 Menschen starben und mehr als 12'800 Menschen wurden verletzt. Die Erdbeben haben die bereits geschwächte Infrastruktur schwer beschädigt, was die katastrophale wirtschaftliche Lage weiter verschärft, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung schwächt und die Gemeinschaften an den Rand des Abgrunds treibt. Dies führt zu einer weit verbreiteten Unsicherheit und lässt die Hoffnung auf Besserung schwinden.
Es wird erwartet, dass der humanitäre Bedarf weiter anhält und möglicherweise eskaliert, da er durch die anhaltenden Feindseligkeiten, die zunehmenden Spannungen im gesamten Nahen Osten, die Vertreibung, die unsichere Ernährungslage, den Klimawandel und die Gesundheitskrise noch verstärkt wird. Da keine ausreichenden Mittel für eine umfassende Hilfe zur Verfügung stehen, steigt das Risiko, dass das Land in eine unkontrollierbare Katastrophe abgleitet.
Laut dem Syria Humanitarian Update (OCHA, 24. Januar 2024) verzeichnete Syrien im Jahr 2022 eine alarmierende jährliche Inflationsrate von 84,9 Prozent. Im September 2023 stieg der Preis für eine festgelegte Standard-Lebensmittel-Auswahl für eine Familie auf 983'000 SYP. Der Wert verdoppelte sich seit Anfang 2023 und verdreifachte sich innert 12 Monaten.
Um der beispiellosen Gefährdung der syrischen Bevölkerung entgegenzuwirken, zielt das Projekt darauf ab, den Schutz gefährdeter syrischer Familien zu verbessern, indem lebensrettende und lebenserhaltende Hilfe in Form von Geldtransfers für 14'895 Syrerinnen und Syrer und ganzheitliche Fallmanagementdienste für 3'334 Syrerinnen und Syrer bereitgestellt werden. Da die wirtschaftliche Situation in Syrien es den Familien nicht erlaubt, sich allein durch die Unterstützung dieses Projekt aus ihrer Lage zu befreien, implementiert Caritas Schweiz noch zusätzliche Aktivitäten, bei welchen dieselben Familien auch berücksichtigt werden. Dadurch verstärkt sich die Wirkung der beiden Projekte gegenseitig.
Das Projekt trägt dazu bei, dass gefährdete Haushalte von Binnenvertriebenen, Rückkehrern und Rückkehrerinnen, Geflüchteten und der aufnehmenden Gemeinschaft durch eine Kombination aus Bargeld und Fall-Managementdiensten besser in der Lage sind, ihr Leben zu schützen und zu erhalten. Die Fallmanagement-Komponente wird von Caritas Österreich geleitet.
Durch die Bereitstellung von Bargeldtransfers für die bedürftigsten Familien werden die Begünstigten in die Lage versetzt, ihre wichtigsten Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Medikamente zu decken. In den Wintermonaten wird zusätzliche Bargeldunterstützung gewährt, um besondere Bedürfnisse, wie etwa Heizkosten, zu decken. Weil ihre Grundbedürfnisse für die Projekt-Laufzeit gedeckt sind, können die Haushalte weitgehend auf irreversible negative Bewältigungsmechanismen verzichten.
Der Fall-Management-Ansatz geht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien ein, indem geschulte Fallbearbeiterinnen und -Bearbeiter gezielte Schutzdienste anbieten, um beispielsweise den Zugang zu Schulbildung, die Betreuung von Menschen mit Behinderungen und Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt zu unterstützen.
Das Hilfspaket wird auf der Grundlage von Einzelfallprüfungen zusammengestellt und umfasst Sach- und/oder Geldleistungen, z. B. für den Zugang zu Rechtsberatung oder zur Deckung von Schulgebühren, interne und externe Überweisungen an weitere spezialisierte Dienste sowie Gruppensensibilisierungsveranstaltungen zu Schutzthemen wie Kinderrechte. Mit diesem kombinierten Ansatz erhalten bedürftige Syrerinnen und Syrer individuelle Unterstützung, die über die Laufzeit des Projekts hinausgeht.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Union (ECHO)*
- Caritas Österreich
- DEZA
*Dies wird von der Europäischen Union finanziert/kofinanziert. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von Caritas Schweiz und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Europäischen Union wider.
Titelbild: Khadije hat 7 Kinder. Mit ihrem Mann ist sie vor dem Krieg geflohen und lebt nun in Jabal Bedro - Aleppo. Nur ein Kind, die 13-jährige Tochter geht in die Schule. Sie sind im Caritas Projekt eingeschrieben und das Mädchen wird demnächst die Zusatzschule von Caritas besuchen. © Hasan Belal


