

Weather-Water-Climate-Services für mehr Resilienz gegenüber Überschwemmungen
Überblick
Klima
43'213 Schweizer Franken
01.12.2025 - 31.10.2027
Batha-Flussbecken
Bewohner und ländliche Gemeinden
P250050
Caritas Schweiz
Projekt im Detail
Die Provinz Batha im Tschad steht vor schweren Überschwemmungsproblemen, die mittlerweile ein Krisenausmass erreicht haben. Allein im Jahr 2024 waren mehr als 1,4 Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen, nachdem der übermässige Wasserstand des Fitri-Sees zu massiven Bevölkerungsbewegungen geführt hatte. Die wirtschaftlichen Folgen gehen weit über die unmittelbaren humanitären Probleme hinaus: Bäuerinnen und Bauern verlieren Regen- und Trockenzeitkulturen, Fischerinnen und Fischer haben keinen Zugang mehr zu traditionellen Fanggebieten, und auch das Vieh erleidet hohe Verluste. Ein entscheidendes Hindernis für ein wirksameres Management dieser Ereignisse ist die zu geringe Dichte meteorologischer und hydrologischer Messungen. Ohne diese Daten können keine funktionierenden Frühwarnsysteme aufgebaut werden, sodass Gemeinschaften Überschwemmungsrisiken schutzlos ausgeliefert sind. Durch den Klimawandel haben sich die Herausforderungen weiter verschärft, weshalb der Aufbau zuverlässiger meteorologischer Überwachungsinfrastrukturen dringend notwendig ist – sowohl für das Überleben der Menschen als auch für die wirtschaftliche Stabilität der Region.
Das Projekt schliesst diese Überwachungslücke durch einen systematischen Ansatz, der kostengünstige Open-Source-Wetterstationen mit der gemeinschaftlichen Beobachtung von Niederschlag und Wasserständen kombiniert. Lokales Personal wird umfassend in der Nutzung und Wartung der Geräte geschult, während die Bevölkerung lernt, die CrowdWater-App für die partizipative Datenerfassung einzusetzen.
Das Open-Source-System, das gemeinsam von Caritas Schweiz, der Universität Zürich und der nationalen hydrometeorologischen Behörde ANAM entwickelt wurde, verarbeitet diese Daten. Es erzeugt frühzeitige Warnmeldungen über verschiedene Kanäle, darunter SMS-Warnungen von Mobilfunkanbietern oder Gemeinschaftsradios. So wird sichergestellt, dass die Informationen alle Teile der Bevölkerung erreichen. Regelmässige Workshops mit allen beteiligten Akteuren gewährleisten die koordinierte Zusammenarbeit von Caritas Schweiz, ANAM, der Universität Zürich, lokalen Behörden und Mobilfunkanbietern.
Das Projekt testet einen kostengünstigen und offenen Ansatz für Frühwarnsysteme bei Überschwemmungen im Einzugsgebiet von Batha und am Fitri-See. Das Frühwarnsystem ermöglicht es Landwirtschaftsbetrieben, Kulturen und Vieh zu schützen, Fischerinnen und Fischer können ihr Material sichern, und Familien können sich bei Bedarf rechtzeitig in Sicherheit bringen. Künftig können die gesammelten Daten auch für die Landwirtschaft genutzt werden, etwa um Aussaat- und Erntezeitpunkte stärker an meteorologischen Informationen auszurichten. Das Pilotprojekt schafft damit die Grundlage f ür eine langfristige, datenbasierte Klimaresilienz.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Frühwarnsysteme stellen der Bevölkerung entscheidende Informationen bereit, die sie für die Bewirtschaftung ihrer Felder benötigt. © Carole Schaber


