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Klima schützen und Armut von morgen bekämpfen

Überschwemmte Siedlungen oder Ernteausfälle durch Dürren: Die Folgen des Klimawandels bringen immer mehr Menschen in existenzielle Not. Am härtesten trifft es die Schwächsten in den Ländern des Südens. Und der Klimawandel verstärkt ihre Armut. Deshalb gehören Klimaschutz und Armutsbekämpfung untrennbar zusammen.

 
 

Das Unheil liegt immer im Wasser. Wenn Monwara Begum aus Bangladesch von ihrem Leben erzählt, spielt es die Hauptrolle. Erst haben Fluten ihr Zuhause im Süden Bangladeschs weggeschwemmt und sie in die Slums der Hauptstadt Dhaka gezwungen. Doch auch hierher sind ihr die Hochwasser gefolgt. Tibles Gebray aus Äthiopien hingegen sehnt sich nach mehr Wasser: Der Regen fällt immer weniger und unregelmässiger im steilen Hochland, das sie bewirtschaftet. Was diese Wasserextreme für die Leben von Monwara und Tibles bedeuten, zeigen ihre Geschichten:

 
 

Es ist der Klimawandel, der für diese Katastrophen mitverantwortlich ist. Stürme, Hochwasser und langanhaltende Dürren treten je länger je häufiger und intensiver auf. Schleichende Veränderungen wie steigende Meeresspiegel oder sich ausbreitende Wüsten beeinflussen ganze Ökosysteme. Die Folgen: überall auf der Welt werden Ressourcen wie Boden oder sauberes Wasser immer knapper.

Die Ärmsten sind am meisten betroffen

Fast ein Fünftel der Menschen in Entwicklungsländern müssen mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen. Meist sind sie von der Landwirtschaft abhängig – einer Lebensgrundlage, die so fundamental von natürlichen Ressourcen und dem Wetter abhängt wie kaum eine andere. Doch gerade den Ärmsten fehlt es an Infrastruktur, Knowhow und Mitteln, um sich den veränderten Bedingungen anpassen zu können. Und so sind Menschen wie Monwara Begum, die in den Ländern des Südens von Armut betroffen sind, besonders verwundbar. Mit jedem Hochwasser und jedem Ernteausfall steht für sie die Existenz auf dem Spiel. Oft bleibt ihnen kein anderer Ausweg, als ihre Heimat zu verlassen und in die Städte abzuwandern. Dort sind sie neuen Gefahren und Notsituationen ausgeliefert. So dreht sich die Spirale aus Armut und Folgen des Klimawandels immer weiter.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Besonders stossend: Der Klimawandel trifft diejenigen am meisten, die am wenigsten zu ihm beigetragen haben. Denn es sind in erster Linie die Industriestaaten des Nordens, welche die Erderwärmung verursachen. «Die Staaten werden ... zusammenarbeiten, um die Gesundheit und die Unversehrtheit des Ökosystems der Erde zu erhalten, zu schützen und wiederherzustellen. Angesichts der unterschiedlichen Beiträge zur globalen Umweltverschlechterung tragen die Staaten gemeinsame, wenngleich unterschiedliche Verantwortlichkeiten.» So steht es in der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, welche die Weltgemeinschaft im Sommer 1992 verabschiedet hat. Dieses Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung hat auch über 20 Jahre später nichts von seiner Gültigkeit eingebüsst. Im Gegenteil, es hat an Dringlichkeit gewonnen. Die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen ist eine Frage der Gerechtigkeit.

 
 
 

Was die Schweiz tun muss

Als hochentwickeltes Industrieland steht die Schweiz klar in der Pflicht, sich zu engagieren. Konkret:

  • Die Schweiz kann und muss entschieden mehr tun für den Klimaschutz. Sonst verschärft sie mit ihrem Verhalten die Armut im Süden. Jede unterlassene Massnahme geht auf Kosten der Ärmsten.
  • So muss die Schweiz deutlich mehr Mittel für die internationale Klimafinanzierung aufbringen. Dazu gehören mehr Gelder an internationale Finanzierungsfonds, die in den Ländern des Südens Massnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung unterstützen.
  • Dazu gehört auch, dass die Schweiz neue Finanzierungsquellen erschliesst, die aus Entschädigungen für klimaschädliches Verhalten stammen. Notwendig sind beispielsweise Abgaben auf den Verbrauch nichterneuerbarer Energien oder auf die Produktion von CO2-Ausstoss.
  • Die zusätzlichen Gelder für den Klimaschutz darf die Schweiz keinesfalls den Budgets für die Entwicklungszusammenarbeit entnehmen. Sie würde so nämlich jenen Ländern des Südens, die von den Folgen des Klimawandels bereits jetzt am meisten betroffen sind, mit der einen Hand bloss das geben, was sie ihnen mit der anderen Hand weggenommen hat.
 
  • Positionspapier: Finanzierung Klimaschutz - die Schweiz muss mehr tun
    Dateiformat: pdf / 231 KB
    Die Erderwärmung verursacht neue Armut. Deshalb darf die internationale Klimafinanzierung nicht auf Kosten von Entwicklungsprojekten gehen. Zusätzlich zur Armutsbekämpfung braucht es verursachergerechte Ansätze, damit neue und zusätzliche Gelder für Klimaprojekte in Entwicklungsländern mobilisiert werden können. August 2016 Download
 

Was die Caritas tut

Die Caritas unterstützt seit vielen Jahren die Menschen in ärmeren Ländern dabei, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen und sich gegen Katastrophen besser zu schützen (Arbeitsfeld Klimaschutz und Katastrophenprävention).

  • Wir sensibilisieren Kleinbauern für einen schonenden Umgang mit ihren natürlichen Ressourcen und zeigen ihnen neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden. Zum Beispiel in Mali
  • Wir erstellen Infrastrukturen, die den Zugang zu Wasser und den Schutz vor Katastrophen verbessern. So bauen wir Frühwarnsysteme auf und schulen Katastrophenschutzteams. Zum Beispiel in Bangladesch
  • Wir forsten Wälder auf, damit die Böden weniger erodieren. Zum Beispiel in Haiti
  • Wir etablieren und schulen neue Technologien, die nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften ermöglichen. Zum Beispiel in Tadschikistan
 

Beispielprojekte

 

Was Sie tun können

Helfen Sie mit im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen.  

  • Reduzieren Sie ihren eigenen Fussabdruck. Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie bewusst konsumieren. 
  • Unterstützen Sie unsere Projekte mit einer Spende. Damit helfen Sie Menschen, deren Existenz unmittelbar bedroht ist, sich an den Klimawandel anzupassen.
  • Fordern Sie Politik und Behörden dazu auf, sich für den Klimaschutz und die Klimagerechtigkeit einzusetzen.
 
 

  

 

Die Caritas zum Thema Klimaschutz und Armutsbekämpfung

 

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