Eine Welt ohne Hunger ist keine Utopie

Es ist ein Skandal, vor dem wir gerne die Augen verschliessen: Jeder elfte Mensch auf der Welt ist unterernährt. Seit 2014 nimmt der Hunger auf der Welt wieder zu. Die Corona-Krise verschlimmert die Situation noch zusätzlich. Höchste Zeit, endlich zu handeln.

 

Weltweit hungern Millionen von Menschen, obwohl genug Lebensmittel für alle produziert werden. Sie hungern selbst dann, wenn in einem Land genug Geld und Ressourcen vorhanden wären, um alle Bewohnerinnen und Bewohner zu ernähren. Seit fünf Jahren nimmt der Hunger gar wieder zu, namentlich im südlichen Afrika und in Südasien.
Woran liegt das?

Der Hunger ist menschgemacht

Verantwortlich ist eine fatale Kombination aus extremer Armut, weltweiter Ungleichheit und politischer Instabilität in vielen krisengeplagten Regionen. Verschärft wird die Situation durch den fortschreitenden Klimawandel, der die Länder des Südens besonders hart trifft: Verheerende Dürren oder Überschwemmungen zerstören bereits heute Ernten, Viehherden – Lebensgrundlagen. 

Ein im Kern unfaires globales Wirtschaftssystem zementiert die Hungerkrise. Keine Frage: Die Schweiz trägt hier eine Mitverantwortung. Internationale Agrarkonzerne wickeln globale Geschäfte über unser Land ab, wo sie von idealen Steuerbedingungen und wenig Regulierung profitieren. Die Schweiz fördert dadurch ein stark globalisiertes Ernährungssystem: Ein System, das auf eine intensive, auf den Export ausgerichtete Landwirtschaft im Süden setzt. Diese ist besonders anfällig für Krisen wie Corona. Es ist ein System, das auf grossflächige Monokulturen und möglichst hohe Hektarerträge setzt. Hinzu kommen Arbeitsbedingungen, die weder menschenwürdig noch existenzsichernd sind.
Ist die Lage aussichtslos?

 

Zahlen und Fakten

Seit 2014 steigt der weltweite Hunger wieder an – auf 690 Millionen Menschen

Laut der FAO dürfte die Zahl der Hungernden bis 2030 sogar noch steigen – auf über 840 Millionen. Der Einfluss der Corona-Pandemie ist in dieser Schätzung noch nicht mitberücksichtigt.

Eines von fünf Kindern unter fünf Jahren ist für sein Alter zu klein, weil es nicht genug zu essen hat. Dies wirkt sich ein Leben lang negativ auf seine Entwicklung und die Lernfähigkeit aus.

Über die Hälfte der hungernden Menschen leben in Asien, über ein Drittel auf dem afrikanischen Kontinent. Prozentual gesehen ist die Lage jedoch in Afrika am schlimmsten: 19,1 % der afrikanischen Bevölkerung sind unterernährt, in Asien sind es 8,3 %.

Weitere Millionen Menschen leiden an einer unsicheren Ernährungslage. Ihre Ernährung ist mangelhaft und nicht auf lange Sicht gesichert. Schon morgen könnten auch sie hungern.

 

Es braucht eine agrarökologische Landwirtschaft

Nein, die Lage ist nicht aussichtslos. Hunger ist kein unabwendbares Schicksal, wie das Beispiel von Lilian Ariokot in Uganda zeigt. «Wir haben jetzt endlich genug zu Essen, ja wir können gar das Schulgeld für unseren Sohn bezahlen», sagt die Bäuerin (siehe graue Box unten). Sie hat sich mit Hilfe der Caritas erfolgreich eine Existenz erkämpft.

Die Welternährungsorganisation der UNO und der Weltklimarat sind sich einig: Damit alle Menschen auf der Welt den Weg aus dem Hunger gehen können, braucht es einen Kurswechsel im globalen Agrar- und Ernährungssystem. Gefördert werden muss eine lokale und nachhaltige Landwirtschaft, die gutes und ausreichendes Essen produziert, weniger schädliche Klimagase ausstösst und sich an Klimaveränderungen anpassen kann.

Corona- und Klimakrise verlangt solidarisches Handeln

Angesichts der gleichzeitigen Corona- und Klimakrise im Süden ist ein beherztes und solidarisches Handeln der Schweiz dringend nötig: Für akut Hungerleidende braucht es in ländlichen Gebieten, Konfliktregionen und Flüchtlingslagern mehr humanitäre Nothilfe. Gleichzeitig sollte die Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut werden, um damit die Ernährungs- und Einkommenssicherung von armen und verletzlichen Menschen zu verbessern. Und was genau tut die Caritas?

Das Engagement der Caritas gegen den Hunger

Caritas Schweiz arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, die mit Bäuerinnen und Bauern landwirtschaftliche Produkte nachhaltig entwickeln, verarbeiten und vertreiben. Wir tragen dazu bei, dass die Böden fruchtbarer werden und passendes Saatgut vorhanden ist. Wir unterstützen die Aus- und Weiterbildung der Kleinbauern und vertreten auf politischer Ebene die Interessen der Ärmsten. So können Kleinbauern mehr und nahrhaftere Lebensmittel produzieren. 

Die Caritas fördert zudem die Entwicklung gerechter landwirtschaftlicher Marktsysteme, damit Märkte entstehen, die auch den Bedürfnissen der Ärmsten gerecht werden. So können sie sich aus Abhängigkeiten befreien, langfristig genug verdienen und ihre Ernährung sichern. 

 
 

Wie Amala Tapily, Lilian Ariokot und Maria Bamounmanan den Hunger besiegen

Wie für viele Menschen in Subsahara-Afrika war der Hunger auch für die drei Kleinbauern Amala Tapily aus Mali, Lilian Ariokot aus Uganda und Marie Bamounmanan aus dem Tschad ein regelmässiger Begleiter. Mit viel neuem Wissen, gemeinsamer Organisation in Kooperativen und gezielten Anschaffungen haben sie sich eine Existenz erkämpft.
Dank nachhaltigen, klimaaangepassten Produktionsmethoden sind Amalas Erntespeicher heute gefüllt. Lilian und ihr Mann Augustine haben ihr bescheidenes Einkommen zu einem grossen Teil ihren Hühnern zu verdanken. Und Marie fand dank einer kleinen Nuss mit grosser Wirkung Zugang zum Markt. Erfahren Sie in unserer Video-Playlist direkt von Amala, Lilian und Marie, wie sie ihre Ernährungssicherheit verbessern konnten (Auswahl oben rechts im Video-Fenster «1/3»). 

 
Ihre Spende
 

Ihre Spende

 

Ihre Patenschaft

 

Mehr erfahren

 
 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR