

Soforthilfe nach zwei schweren Erdbeben
Überblick
Nothilfe
456'463 Schweizer Franken
15.07.2026 - 15.10.2026
Metropolregion Caracas (Distrito Capital) und Bundesstaat La Guaira
Besonders gefährdete Personen und Haushalte, die von den Erdbeben betroffen sind, darunter Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen
P260042
DEZA
Projekt im Detail
Am 24. Juni 2026 wurde Venezuela von zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Sie lösten die schwerste Erdbebenkatastrophe aus, die das Land seit mehr als sechs Jahrzehnten erlebt hat. Bis zum 6. Juli kamen über 3'340 Menschen ums Leben, mehr als 16'740 wurden verletzt und rund 17'000 verloren ihr Zuhause.
Am stärksten betroffen ist die nördliche Zentralregion mit den Bundesstaaten La Guaira, Distrito Capital, Miranda, Carabobo, Aragua und Yaracuy. Hunderte Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wurden teilweise oder vollständig zerstört. Auch wichtige Infrastrukturen wie Spitäler, Schulen, Verkehrsnetze sowie die Strom- und Wasserversorgung und die Telekommunikationssysteme wurden schwer beschädigt.
Venezuela befand sich bereits vor den Erdbeben in einer der langwierigsten humanitären Krisen Lateinamerikas. Gründe dafür sind die wirtschaftliche Krise, die Inflation, die Verschlechterung der öffentlichen Dienstleistungen, die Ernährungsunsicherheit, der eingeschränkte Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie langanhaltende Flucht- und Vertreibungsbewegungen. Diese bestehenden Belastungen haben die Möglichkeiten der betroffenen Haushalte, die Folgen der Katastrophe zu bewältigen, erheblich eingeschränkt. Gleichzeitig haben jahrelange Unterinvestitionen die Fähigkeit der staatlichen Strukturen geschwächt, auf eine Katastrophe dieses Ausmasses zu reagieren.
Gemeinsam mit dem Jesuit Refugee Service Venezuela leistet Caritas Schweiz rasche Nothilfe. Das Projekt versorgt besonders gefährdete Menschen in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten mit lebenswichtigen Hilfsgütern und bietet psychosoziale Unterstützung sowie Schutzdienstleistungen an.
Das Projekt soll eine rasche und wirksame humanitäre Nothilfe vor Ort ermöglichen. Es deckt den dringenden Bedarf an grundlegenden Haushaltsgegenständen und unterstützt den Schutz besonders gefährdeter Menschen, die von den Erdbeben im Juni 2026 betroffen sind.
In fünf Notunterkünften werden insgesamt 677 Hilfsgütersets verteilt. Davon profitieren voraussichtlich rund 1'498 vom Erdbeben betroffene Menschen.
Die Verteilung umfasst drei Arten von Sets:
- Familien, die ihr Zuhause und ihren Besitz verloren haben, erhalten grundlegende Haushaltsgegenstände. Dazu gehören Decken und Schlafmatten, Hygieneartikel sowie Lampen und Taschenlampen.
- Frauen und jugendliche Mädchen erhalten spezielle Sets mit Menstruations- und Körperhygieneartikeln, Unterwäsche und Handtüchern. Ausserdem enthalten die Sets Informationen zu verfügbaren Schutz- und Unterstützungsangeboten.
- Die Sets für Kleinkinder enthalten Windeln und altersgerechte Hygieneartikel.
Gleichzeitig werden in Notunterkünften und Gemeinschaftsräumen psychosoziale Anlaufstellen und Gesprächsangebote eingerichtet. Rund 350 vom Erdbeben betroffene Menschen erhalten dort in kurzen Einzel- oder Gruppengesprächen psychologische Erste Hilfe.
Für 200 Kinder und Jugendliche werden strukturierte Aktivitäten zur sozialen und emotionalen Unterstützung angeboten. Durch Spiele, Zeichnen, Geschichtenerzählen und weitere Übungen können sie ihre Gefühle ausdrücken, Stress abbauen und wieder ein Gefühl von Sicherheit entwickeln. Gleichzeitig werden ihre Fähigkeiten zur Bewältigung der belastenden Situation gestärkt.
Insgesamt 150 Menschen, die erhöhten Risiken ausgesetzt sind, erhalten eine rechtliche Erstberatung und werden an geeignete Schutzangebote vermittelt.
Darüber hinaus nehmen 20 Helferinnen und Helfer im direkten Einsatz an praxisnahen Selbstfürsorge-Sitzungen teil. Im Zentrum stehen der Umgang mit Stress, die Regulierung von Emotionen, die gegenseitige Unterstützung im Team und die Prävention von Burn-out.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: © Caritas Venezuela


