Schutz und Notfallbetreuung für besonders verletzliche und unbegleitete Minderjährige (REFUG III)

beendet

Projekt in Bosnien-Herzegowina
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Überblick

Thema

Migration

Budget

886'792 Schweizer Franken

Dauer

01.04.2025 - 31.07.2026

Projektgebiet

Bosnia and Herzegovina: Canton Sarajevo

Zielgruppen

Unbegleitete Minderjährige (UAM) und unbegleitete asylsuchende Kinder (UASC)

Projektnummer

P250030

Finanzierung

DEZA, Caritas Bosnien und Herzegowina, Jesuit Refugee Services Bosnien und Herzegowina (JRS)

Projekt im Detail

Kinder, insbesondere unbegleitete Minderjährige, gehören zu den verletzlichsten Flüchtlings- und Migrantengruppen in Bosnien und Herzegowina (BiH). Ihre Verletzlichkeit wird durch das Fehlen elterlicher Fürsorge und allgemeine Unsicherheit zusätzlich verstärkt. Die Gefahren entlang der Migrationsrouten hinterlassen viele traumatisiert. Häufig sind sie entwürdigender und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt und haben oft keinen Zugang zu wirksamen Schutzmassnahmen wie gesetzlicher Vertretung, grundlegender Identifizierung, Altersabklärung oder Familiensuche.

Seit der Schliessung der „Balkanroute“ im Jahr 2016 ist die Migration nach BiH stark angestiegen: Allein 2024 wurden 25’236 Migrantinnen und Migranten im Land registriert, darunter 6’410 unbegleitete Minderjährige bzw. Kinder ohne elterliche Fürsorge – ein Anstieg um 55 Prozent gegenüber 2023. Die meisten von ihnen sind im temporären Aufnahmezentrum Ušivak untergebracht. Laut dem Sicherheitsministerium befindet sich ein erheblicher Teil in verletzlichen Situationen und ist Risiken wie Missbrauch, Ausbeutung, Menschenhandel und Vernachlässigung ausgesetzt.

Derzeit gibt es in BiH keine spezialisierte Einrichtung für die Unterbringung besonders verletzlicher unbegleiteter Minderjähriger – mit einer Ausnahme: dem Aufnahmezentrum dieses Projekts in Sarajevo, das im Juli 2023 von Caritas Schweiz (CACH) und dem Jesuit Refugee Service (JRS) eröffnet wurde.

Das Projekt verbessert den Schutz und die Betreuung der verletzlichsten UAM und UASC in BiH. Durch sichere Unterbringung, inklusive grundlegender Güter wie Mahlzeiten und Kleidung, sowie psychosoziale und medizinische Unterstützung werden die Risiken für die Zielgruppe deutlich reduziert.

Das Projekt ermöglicht unbegleiteten Minderjährigen und verletzlichen asylsuchenden Kindern den Zugang zu einem Aufnahmezentrum, in dem ihre Grundbedürfnisse – Nahrung, Wasser, Kleidung und medizinische Versorgung – gedeckt sind und sie vor Gewalt geschützt werden. Sie erhalten Unterstützung beim Schulbesuch und rechtliche Beratung. Das Projekt bietet psychosoziale Unterstützung, darunter Beratung und ergotherapeutische Angebote zur Stressbewältigung. Personen, die in Bosnien und Herzegowina bleiben möchten, werden im Asylverfahren begleitet und erhalten Sprachkurse.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, um deren Kapazitäten zu stärken. Durch die Einbindung des Zentrums in das nationale Überweisungssystem und die Förderung der Kooperation mit relevanten Institutionen stellt das Projekt hohe Standards im Kinderschutz und in der Konfliktprävention sicher.

Durch die Verbindung von Nothilfe und langfristigem Kapazitätsaufbau zielt das Projekt darauf ab, die Verantwortung schrittweise an lokale Behörden zu übergeben und so die Nachhaltigkeit des Zentrums sowie dessen Einbettung in das Migrations- und Kinderschutzsystem von Bosnien sicherzustellen.

Das Projekt dient staatlichen Institutionen als Modell und zeigt, wie eine strukturierte Herangehensweise wirksamen Schutz und angemessene Betreuung für unbegleitete Minderjährige und asylsuchende Kinder gewährleistet.

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Titelbild: © Enes Crvčanin