

REACT - Schnelle Nothilfe durch gruppenbasierte Geldtransfers
Krieg, Vertreibung und wiederholte Angriffe auf die Infrastruktur belasten die Menschen in den frontnahen Gebieten der Ukraine. Gemeinsam mit Caritas-Spes Ukraine unterstützt Caritas Schweiz 2’286 besonders gefährdete Menschen mit mobilen Schutzangeboten, vorübergehender Unterkunft und gruppenbasierten Geldtransfers.
Überblick
Humanitäre Hilfe
847'811 Schweizer Franken
01.10.2026 - 31.01.2028
Oblaste Charkiw, Sumy und Saporischschja, Ukraine
2’286 besonders gefährdete Menschen in konfliktbetroffenen Gemeinschaften
P260049
DEZA, Glückskette
Projekt im Detail
Der grossflächige Krieg in der Ukraine dauert inzwischen das fünfte Jahr an und verursacht weiterhin grosse humanitäre Not in frontnahen und von Vertreibung betroffenen Gebieten. In den Oblasten Charkiw, Sumy und Saporischschja haben anhaltende Kämpfe, wiederholte Angriffe auf zivile Infrastruktur sowie lang andauernde Unterbrechungen der Stromversorgung und grundlegender Dienstleistungen die Bewältigungsmöglichkeiten vieler Haushalte stark geschwächt.
Gemäss den Annahmen der humanitären Planung für 2026 sind rund 1,4 Millionen Menschen in den frontnahen Einsatzgebieten mit katastrophaler Not konfrontiert. Mehr als ein Viertel der Haushalte in frontnahen Oblasten gilt als extrem hilfsbedürftig. Besonders betroffen sind Familien mit Kindern, intern Vertriebene, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, von alleinstehenden Frauen geführte Haushalte sowie Menschen in schwer erreichbaren Gemeinden innerhalb von 50 Kilometern zur Frontlinie.
Lokale Dienste und staatliche Transitzentren sind überlastet. Bestehende Hilfsmechanismen sind zudem nicht immer flexibel genug, um rasch auf neue gemeinschaftliche Bedürfnisse zu reagieren. Der Winter 2026-2027 verschärft die Risiken zusätzlich, da der Nordosten und Osten der Ukraine landesweit die höchste Gefährdung durch Kälte aufweisen.
REACT wird von Caritas-Spes Ukraine in Zusammenarbeit mit Caritas Schweiz umgesetzt. Das Projekt verbindet mobile Schutzangebote, vorübergehende Unterbringung mit integrierter Unterstützung und gruppenbasierte Geldtransfers. Dadurch können Gemeinschaften schnell auf Bedürfnisse reagieren, die sie selbst ermittelt haben.
Drei multidisziplinäre mobile Krisenteams sind in den Oblasten Charkiw, Sumy und Saporischschja im Einsatz. Sie führen strukturierte Bedarfsanalysen durch und bieten Schutzfallmanagement, psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung und Vermittlung an geeignete Dienste. Im Unterkunftszentrum von Caritas-Spes Ukraine in Vasylkivska bei Kyjiw erhalten freiwillig evakuierte Familien mit Kindern bis zu drei Monate lang eine sichere Unterkunft, psychosoziale Abklärungen, Fallbegleitung, kinderfreundliche Aktivitäten, Bildungsunterstützung und Hilfe bei der Planung langfristiger Lösungen.
Bis zu 15 gruppenbasierte Geldtransfers, höchstens fünf pro Zieloblast und jeweils im Wert von bis zu 15’000 Euro, ermöglichen schnelle gemeinschaftsbasierte Massnahmen für kollektive und schutzbezogene Bedürfnisse. Ein strukturiertes Prüfungs- und Genehmigungsverfahren stellt die Rechenschaftspflicht sicher und verkürzt gleichzeitig die Reaktionszeit.
Das Projekt erreicht direkt 2’286 Menschen. Mobile Schutzangebote unterstützen 638 Personen. 73 Menschen erhalten im Zentrum in Vasylkivska vorübergehende Unterkunft und integrierte Schutzleistungen. Weitere 1’575 Menschen profitieren von den gruppenbasierten Geldtransfers.
Das Projekt stärkt bestehende Strukturen von Caritas-Spes Ukraine und die lokale Entscheidungsfähigkeit, statt parallele Systeme aufzubauen. Die im Rahmen von REACT entwickelten Instrumente, Verfahren und Partnerschaften sollen deshalb auch nach Projektende weiterbestehen.
REACT trägt dazu bei, humanitäre Hilfe in frontnahen Gebieten der Ukraine schneller, lokaler verankert und stärker an den betroffenen Gemeinschaften ausgerichtet zu gestalten. Gruppenbasierte Geldtransfers anerkennen die Gemeinschaften als erste Akteure in einer Krise und geben ihnen die Mittel, selbst Massnahmen umzusetzen, die ihren Mitgliedern von der Nothilfe bis zum Wiederaufbau zugutekommen.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: © Caritas Ukraine


