

Nurture – Stärkung der Klimaresilienz in Kambodscha
Überblick
Klimawandel
5'248'317 Schweizer Franken
01.01.2023 - 31.12.2026
Kambodscha, 4 Provinzen an der Grenze zu Thailand (Battambang, Banteay Meanchey, Oddar Meanchey, Preah Vihear).
Es wird erwartet, dass insgesamt 15'000 Haushalte von der verbesserten Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und seinen Auswirkungen profitieren werden, wobei ein grosser Teil davon Frauen, Jugendliche und andere diskriminierte Gruppen sein werden.
P230007
Projekt im Detail
Die Provinzen im Nordwesten Kambodschas sind noch sehr unterentwickelt. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Dies ist der Sektor, der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Die meisten Haushalte bauen nur Reis an. Veraltete Anbaumethoden schmälern die Ernteerträge. Kleinbäuerliche Familienbetriebe haben bisher nur in geringem Masse von verbesserten Bewässerungssystemen profitiert. Während der langen Trockenzeit liegen die Felder brach, und die Haushalte leiden unter dem Wassermangel, der das Wohlbefinden und die Hygiene beeinträchtigt. Und das, obwohl Kambodscha eigentlich über grosse potenzielle Wasserressourcen verfügt. Es gibt Seen, Flüsse und saisonale Regenfälle. Diese sind dann in der Regenzeit so intensiv, dass das Land überschwemmt wird.
Aufgrund des Klimawandels ist die Regenzeit tendenziell kürzer, aber intensiver geworden. Die Überschwemmungen haben in den letzten Jahren an Intensität zugenommen und zu grossen Zerstörungen geführt. Die ärmsten Dörfer und Familien leiden besonders unter diesen neuen Bedingungen. Sie verfügen nicht über die Mittel, um mit Katastrophen umzugehen. Es mangelt an Wissen über die Nutzung von Wasser zur Ausweitung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion durch Bewässerungslandwirtschaft in kleinem Massstab. Es mangelt auch an Know-how, wie die landwirtschaftliche Produktion durch klimaresistente und diversifizierte Anbaumethoden gesteigert werden kann.
Integriertes Wasserressourcenmanagement ist die wichtigste Strategie, um den ganzjährigen Zugang zu Wasser für den menschlichen Verbrauch und die landwirtschaftliche Produktion zu gewährleisten. Caritas baut die Kapazitäten ländlicher Gemeinschaften auf, die mit wasserbedingten Extremen und klimatischem Stress konfrontiert sind. Angepasste Reissorten und die Diversifizierung des Lebensunterhalts verbessern die Produktivität und das Einkommen von Kleinbauern.
Die Gemeinden entwickeln Systeme, um überschüssigen Regen und Überschwemmungen zu kontrollieren und Wasser für die Trockenzeit zu speichern. Zur verbesserten Wasserinfrastruktur gehören Dämme, Gemeinschaftsteiche und Kanäle, die als Bewässerungssysteme dienen.
Es werden ökologisch und sozial nachhaltige Wassernutzungskonzepte gefördert, und ein starker Schwerpunkt liegt auf der Sicherstellung von Management, Betrieb und Wartung der Anlagen. Darüber hinaus wird den Komponenten Hygiene und Sanitärversorgung gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, um eine Verhaltensänderung bei der Zielbevölkerung zu erreichen.
Auswirkungen des Projekts
- Gefährdete Kleinbäuerinnen und -bauern haben höhere Erträge und geringere Klimarisiken durch besseren und stabileren Zugang zu Wasser für die Bewässerung.
- Gefährdete Kleinbauernfamilien und ihre Gemeinden profitieren von einer verbesserten sozialen Rechenschaftspflicht, Planung und Politik im Zusammenhang mit der Anpassung an den Klimawandel.
- Sie wenden agrarökologische Praktiken an und diversifizieren ihre Einkommensquellen.
Wichtigste Interventionen
- Erleichterung des Zugangs zu und der Anwendung von agrarökologischen Praktiken
- Förderung von marktbasierten Lösungen für eine klimaresistente Landwirtschaft durch die Entwicklung des Privatsektors und des Unternehmertums
- Aufbau von Kapazitäten bei den Wassernutzungskomitees der Landwirte (Farmer Water User Committees FWUCs) und Interessenvertretenden zur erfolgreichen Durchführung von Aktivitäten durch die Verwendung der Integrity Management Toolbox
- Unterst ützung nachhaltiger Land- und Wassernutzungspraktiken durch gemeinsame Anbauprogramme
- Aufrechterhaltung des Betriebs und der Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur sowie Schaffung nachhaltiger Finanzierungsmechanismen
- Stärkung der partizipativen Planung und Entscheidungsfindung in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Klima in den subnationalen Verwaltungsmechanismen
Die grösste Herausforderung beim Wassermanagement ist die mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden entlang eines Wassersystems. Caritas Schweiz hat zusammen mit dem Water Integrity Network (WIN) einen Ansatz entwickelt, der die Wasserbewirtschaftung in Kambodscha verbessern soll: Die Integrity Management (IM) Toolbox für Bewässerung.
Die IM-Toolbox bringt Gemeinschaftsgruppen aus den Einzugsgebieten und Kommandogebieten, die lokale Regierung und die Fachabteilungen zusammen, um die Verantwortlichkeiten neu zu regeln und die Rollen und Zuständigkeiten der einzelnen Parteien zu klären. Ziel ist es, Lösungen für Überschwemmungen (Regenzeit) und Wasserknappheit (Trockenzeit) auf konstruktive und konfliktsensitive Weise auszuhandeln. Das Projekt sorgt auch für eine Diversifizierung des Anbaus und den Zugang zu den Märkten.
Dieses Projekt wird gemeinsam von Caritas Schweiz und dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS/EPER) durchgeführt. Beide Organisationen bringen ihre Stärken in ein gemeinsames Projektteam ein. Die Caritas ist auf ein verbessertes Wassermanagement spezialisiert. HEKS verfügt über langjährige Erfahrung in der integrierten ökologischen Landwirtschaft.
Das Konsortium fördert den Dialog zwischen den Behörden und den Landwirten, damit diese künftig ein Mitspracherecht bei ihrer Entwicklung haben und von der Regierung die Erfüllung ihrer Verpflichtungen einfordern können.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA
Titelbild: © Nicolas Honoré


