

Nothilfe Tschad: Bargeldtransfer gegen Versorgungsengpassbeendet
Überblick
Humanitäre Hilfe
852'618 Schweizer Franken
02.08.2023-31.12.2023
Provinz Batha, Tschad
4'450 vulnerable und sehr vulnerable Haushalte
P230048
Projekt im Detail
Tschad ist das grösste Binnenland auf dem afrikanischen Kontinent. Gemäss dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) lag das Land 2021 auf Rang 187 von 189 Ländern und ist somit eines der ärmsten der Welt. Die Wirtschaft hängt von der Öl-Industrie ab, wobei sinkende Preise die Regierungsausgaben drücken und die Verschuldung erhöhen.
Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Die zentrale Lage im Sahelgürtel macht den Tschad jedoch strukturell anfällig für Ernährungsunsicherheit und Wasserknappheit. Gleichzeitig stellt er für Migranten aus unsicheren Nachbarländern ein mögliches Fluchtziel dar. Gerade die Menschen, die von der kleinräumigen Landwirtschaft abhängen, sind es, die am stärksten von der Klimaveränderung und somit der Unvorhersehbarkeit des Niederschlags betroffen sind.
Die Provinz Batha ist im zentralen Tschad angesiedelt und beherbergt eine Region, die über grundsätzlich über ein grosses landwirtschaftliches Potential verfügt. In den letzten Jahren litt die Region aber vermehrt unter den Auswirkungen des Klimawandels, der Verschlechterung der Qualität der Böden und den zahlreichen Krisen in den Nachbarländern. Viele Menschen haben grosse Schwierigkeiten, sich an die laufend veränderten Umstände anzupassen – der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und zur Deckung der Grundbedürfnisse ist nicht gewährleistet.
Das zentrale Ziel des Projekts besteht darin, die Resilienz der von Ernährungsunsicherheit betroffenen Bevölkerung in der Provinz Batha in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und den tschadischen Behörden zu stärken. Mit der vorliegenden Zusatzkomponente wird dem aktuell verheerenden Versorgungsengpass mit spezifischen Bargeldtransfers entgegengewirkt.
Durch den Nexus-Ansatz verbindet das Projekt sowohl humanitäre und entwicklungspolitische Perspektiven sowie die Arbeitsfelder Ernährungssicherheit und Klima mit einer starken Gouvernanz-Komponente. Als solches ist die Einrichtung eines partizipativen Koordinations- und Aktionsmechanismus ein zentraler Aspekt des Projekts. Dadurch stellt Caritas Schweiz den Miteinbezug relevanter staatlicher und nicht-staatlicher Akteure und Interessensvertreter sicher. Ziel ist es, alle betroffenen Parteien in der Entwicklung von lokalen Strategien und gezielten Aktivitäten zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit zu integrieren und ihre Kapazitäten, Beteiligung und Eigenverantwortung in diesem Prozess zu stärken. Als weitere Komponente zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Ernährungsunsicherheit beinhaltet das Projekt humanitäre Nothilfemassnahmen. Die Natur des Nexus-Ansatzes des Projekts erlaubt es, während der Projektimplementierung auf kurzfristige Notsituationen zu reagieren und mittels spezifischer Bargeldtransfers die am stärksten betroffenen Menschen zu erreichen. Durch die finanzielle Unterstützung kann verhindert werden, dass sich die verletzlichsten Menschen gezwungen sehen, ihre Viehbestände aufgrund ihrer Notsituation zu verkaufen. Ausserdem sind sie weiterhin in der Lage, für die notwendigsten Güter und Dienstleistungen aufzukommen. und Dienstleistungen aufzukommen.
Das vorliegende Projekt ist im Thema Humanitäre Hilfe angesiedelt, beinhaltet sekundär aber auch Ziele der Themen Einkommen und Klima. Es verfolgt den Nexus Ansatz, also die Kombinierung kurzfristiger Nothilfemassnahmen und langfristige Entwicklungszusammenarbeit. Um die Ziele des Projekts langfristig zu erreichen, ist eine starke Zusammenarbeit und eine effektive Koordination zwischen NGOs, Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor unerlässlich. Als vernetzender Akteur begleitet Caritas Schweiz die Partner bei der Entwicklung und Umsetzung der entsprechenden Massnahmen, der Struktur, der Zusammensetzung und Rollen, der Arbeits- und Kommunikationsmethoden und der Finanzierung. Neben dieser organisatorischen Komponente werden die Akteure zudem in weiteren Bereichen wie Dialog und Konfliktmanagement geschult. Die Ergebnisse des angewendeten Nexus-Ansatzes sollen eine Reihe von reproduzierbaren, evidenzbasierten Ansätzen erzeugen. Durch «lessons learned» und dem Fokus auf dem Wissensmanagement soll das Projekt auch als Basis für zukünftige Projekte dienen.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA


