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Zum Weltalphabetisierungstag 2017

Bildung für junge Menschen in Notsituationen

Bildung ist Zukunft. Daran erinnert der Weltalphabetisierungstag, der jährlich am 8. September begangen wird. In Notsituationen wie Krisen oder Katastrophen ist eine gute Bildung deshalb besonders zentral – doch gerade dort ist sie oft am wenigsten gewährleistet. Caritas Schweiz engagiert sich dafür, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche in Not Zugang zu angemessener, qualitativ guter Schulbildung haben.

 

Krisen und Katastrophen zählen zu den grössten Bildungshindernissen für Kinder und Jugendliche. Die Hälfte der Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen (39 Millionen), leben in von Konflikten betroffenen, fragilen Ländern. Ob das Schulsystem in einem fragilen Staat komplett zusammengebrochen ist, ob Kinder auf der Flucht nicht gefördert werden können oder die Schul-Infrastruktur durch eine Naturkatastrophe zerstört wurde: Krisen und Katastrophen führen oft dazu, dass Kinder und Jugendliche die Schule nicht besuchen können. Dadurch werden sie von den Lebenschancen ausgeschlossen, die Bildung bietet – Chancen, die gerade Kinder in Notsituationen besonders dringend brauchen. Der Schulbesuch ist nicht nur wichtig, um Wissen zu vermitteln. Die Schule deckt auch psychosoziale Bedürfnisse ab, bietet Struktur und stärkt die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein.

Caritas Schweiz setzt sich mit ihren Projekten ein für eine sichere, alters- und bedürfnisgerechte Bildung für alle Kinder und Jugendliche in Notsituationen. Wie dies aussehen kann, zeigen diese drei Beispiele:

 

Libanon: Schulbildung für Kinder auf der Flucht

Die Caritas schafft in Notsituationen ein sicheres und förderndes Lernumfeld, welches es Kindern ermöglicht, ihr Potenzial zu entdecken und auszuschöpfen. Im Libanon sinkt die Unterrichtsqualität, weil vor allem die öffentlichen Schulen die Aufgabe bewerkstelligen müssen, über 450'000 Flüchtlingskinder zu integrieren. Caritas Schweiz stärkt im Libanon die Kinder, indem sie in die Lehrerinnen und Lehrer investiert: Sie schult die Lehrpersonen in ihren didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten und arbeitet mit dem libanesischen Bildungsministerium an einem neuen Konzept zur Weiterbildung und Betreuung der Lehrpersonen an öffentlichen Schulen. 

 

Gaza: Traumata überwinden, um gut lernen zu können

Viele Kinder sind traumatisierenden Situationen und Erfahrungen ausgesetzt: Katastrophen, Kriege, Gewalt, der plötzliche Tod eines Verwandten, Trennung von einer Pflegeperson und dem familiären Umfeld. Diese Kinder haben oft Lernschwierigkeiten. Die Caritas hat mit Essence of learning einen eigenen Ansatz für Bildung in Notsituationen entwickelt, der pädagogische Förderung und psychosoziale Betreuung miteinander verbindet. So können Kinder bereits im Vorschulalter Verzögerungen in der Entwicklung aufholen. Damit stärkt die Caritas in Gaza die Lernfähigkeit, Lernmotivation und die Widerstandskraft von Kindern, die unter Stress, Schocks und Traumata leiden. 

 

Nepal: Sichere Schulen nach dem Erdbeben

Wenn Infrastrukturen zerstört wurden, stellt die Caritas sicher, dass ein regelmässiger, qualitativ guter Schulunterricht rasch wieder möglich ist. In Nepal baut sie nach dem Erdbeben 31 Schulen kindergerecht und erdbebensicher wieder auf. Sie unterstützt die lokalen Behörden dabei, Pläne für die Instandhaltung der Gebäude zu entwickeln und schult die Lehrerinnen und Lehrer in modernen und kindgerechten Lehrmethoden. Zudem führt die Caritas eine Kampagne durch, um die Wichtigkeit von Bildung zu unterstreichen. Besonders arme Familien wie diejenige von Krishna Bishal, deren Kinder nicht zur Schule gehen, betreut die Caritas in Hausbesuchen, um den Kindern einen regelmässigen Schulbesuch zu ermöglichen.

 

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